Kultur

Florian David Fitz: "Glück? Wird überschätzt"

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Foto: Imago/Fabian Matzerath

Es steckt viel von seiner Seele in "Jesus Loves Me", nach einem Buch von David Safier. Ein Film, in dem Jesus an einem Donnerstag auf die Erde hinabsteigt, um die Menschen neu kennen zu lernen - und das Jüngste Gericht vorzubereiten. Den Weltuntergang hat der Herr nämlich für den darauffolgenden Dienstag angesetzt. Doch unten angekommen, verliebt sich die chaotische Marie (Jessica Schwarz) in ihn, auch Jesus findet Gefallen an ihr. Der Erzengel Gabriel und der Teufel, auch auf Erden weilend, haben ihre eigenen Interessen, was einen gewissen Einfluss auf die ordnungsgemäße Durchführung der Apokalypse hat. Ja, es ist eine Komödie - aber Fitz hat ihr eine tiefere Dimension gegeben. "Wenn ich Jesus an meiner Seite habe oder plötzlich Gott gegenübersitze, dann habe ich doch ein paar Fragen", sagt er, "zum Beispiel: Was soll das alles hier? Was will er von uns? Warum lässt er bestimmte Sachen zu? Für mich geht es ums Erwachsenwerden und auch ums Loslassen.

Liebe bedeutet ja nicht nur, jemanden einfach nur haben zu wollen. Marie will Jesus. Wir alle möchten irgendjemanden haben. Wie Kinder. Im Film heißt es: Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern. Man muss ja nicht im Flur stehen bleiben." Er wird leidenschaftlich bei diesem kleinen Monolog, und man weiß nicht so recht: Redet er immer noch über seinen Film? Oder doch über sich und die Fallstricke der Liebe, über die er gestolpert ist? Die Antwort bleibt er schuldig - zu persönlich, findet er. Die Arbeit an "Jesus Loves Me" war seine Feuerprobe. Zum ersten Mal hörten dutzende von Menschen auf ihn und warteten auf seine Entscheidungen. "Ich hatte keine Chance, müde zu werden", sagt er und grinst. "Zuviel wurde mir das nie. Im Gegenteil. Ich habe festgestellt: Das liegt mir." Stressresistent ist der Mann also auch noch. Man sollte wirklich gar nicht erst versuchen, mit ihm mithalten zu wollen.

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  • Text: Stephan Bartels
    Foto: Urban Zintel