Joachim Löw: "Wir brauchen Mut zur Schwäche"

Joachim Löw feiert seinen 50. Geburtstag. BRIGITTE hat mit dem Bundestrainer im Interview über guten Stil, falsche Freunde und das Tabuthema Homosexualität gesprochen.

BRIGITTE: Wo haben Sie Ihr Gespür für Stil gelernt? In den 80ern soll man Sie durchaus kickertypisch mit Goldkettchen um den Hals und Vokuhila auf dem Kopf auf dem Platz gesichtet haben.

Joachim Löw: (lacht) An ein Goldkettchen kann ich mich wirklich nicht erinnern, das glaube ich nicht. Mode ist eine Sache des Wohlfühlens. Ich fühle mich zum Beispiel in Dunkelblau und Schwarz wohler als in hellen Farben. Einen mehrfarbigen Pulli oder ein gestreiftes Hemd würde ich nie tragen, das steht mir nicht.

Das ganze Interview lesen Sie in der nächsten BRIGITTE: Ab Mittwoch, 10. Februar 2010, am Kiosk.

BRIGITTE: Ein Bundestrainer, mit dem wir über Mode sprechen, über Kosmetik und Yoga: Brechen neue Zeiten in der Machowelt Fußball an?

Joachim Löw: Die neuen Zeiten sind ja schon angebrochen, der Fußball hat sich generell verändert. Die 70er, 80er Jahre waren die Zeit der Anweisungen: Der Trainer wies an, der Spieler führte aus und fertig. Als Spieler hat man das schon hinterfragt. Aber man konnte sich nicht offen äußern, eine eigene Meinung gab es nicht. Heute wollen die Spieler ein ganz, ganz hohes Maß an Kommunikation. Die ertragen alles, die ertragen Kritik, auch harte Kritik, solange sie sachlich ist.

BRIGITTE: Sie verkörpern einen neuen Typ Trainer, selbst gespielt haben Sie aber in den eher autoritären Jahren. Wann haben Sie sich gewandelt?

Joachim Löw: Ich musste mich nicht wandeln. Als Spieler war ich eher ein Rebell, weil ich mit dem autoritären System nie einverstanden war. Natürlich muss der Trainer das letzte Wort haben, das gilt immer, und das gilt immer noch. Aber mich macht es wahnsinnig, wenn ich irgendwelche Anweisungen bekomme und die nicht hinterfragen kann, im Gespräch, auf eine ganz normale Art. Es wäre doch einfach gewesen, mich zu überzeugen, wenn ich die Gründe gekannt hätte.

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  • Interviews: Stefanie Höfle / Madlen Ottenschläger
    Fotos: Edgar Rodtmann/laif, Thomas Rabsch/laif
    ein Artikel aus der BRIGITTE 05/10
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