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Fußball
Was wir von Jürgen Klopp lernen können

2. "Ich glaube an das Gute im Menschen...

...und dass die meisten Spieler leistungsbereit sind, egal, wie viel sie verdient haben", sagt Klopp. Sein Prinzip ist: "Schwächen nicht kritisieren, sondern Stärken fördern." Er sagt, er fordere "unheimlich viel" von seinen Spielern. Er schreit sie an und schließt sie vom Training aus, wenn sie drei Minuten zu spät zur Mannschaftssitzung kommen. Aber er spricht auch von dem "Spaß, den Jungs das Gefühl zu vermitteln, dass sie regeln können, was ihnen bevorsteht": "Spielern dabei zu helfen, sich ständig zu verbessern und ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen, verschafft so viel Befriedigung, das kann man sich gar nicht vorstellen." Klingt idealistisch, ist aber ein radikaler Gegenentwurf zum gängigen Menschenbild hierzulande, wo's immer zuerst darum geht, wer zu faul, zu schlecht integriert, zu politikverdrossen und unerreichbar ist. "Fast alle Menschen sind begeisterungsfähig", sagt Klopp.

3. Schau, was du beherrschen kannst, und vergiss den Rest!

Man kann jedes Spiel gewinnen, egal, wie gut der Gegner ist.

Optimismus und Vertrauen wären einfach nur naiv, wenn man nicht realistisch einschätzt, was geht: "Für mich ist die größte Trainerleistung überhaupt, zu erkennen, was mit einer Mannschaft möglich ist, und das umzusetzen." Klingt simpel, widerspricht aber einer Art zu leben, die sich großer Beliebtheit erfreut: immer erst mal zu sagen, was alles nicht geht. Egal, ob es um Bildungspolitik, Energieversorgung oder das nächste Projekt in der Firma geht. Vor Kurzem, in der heißesten Phase des Meisterschaftskampfes, wurde Klopp gefragt, wie er und die Mannschaft mit dem schrumpfenden Vorsprung und dem wahnsinnigen Druck umgehen, womöglich doch noch alles zu verspielen. Klopp sagte, all das spiele keine Rolle, wenn man sich auf die "Beherrschbarkeit" konzentriere, also das, worauf man Einfluss habe. Im Fall einer Fußballmannschaft ist das die eigene Rolle im nächsten Spiel, den Rest hat man nicht in der Hand. Herauszufinden, was man beherrschen kann, sich nach Kräften darauf zu konzentrieren und den Rest loszulassen, statt sich von allen Unwägbarkeiten erschlagen zu lassen - das wäre eine Fähigkeit, die einem in jeder Lebenslage helfen könnte.

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