Magerwahn
Lady Gaga: In Unterwäsche gegen den Magerwahn
Lady Gaga zeigt ihre Kurven - ungeschminkt und in Unterwäsche. Ein Zeichen gegen den Magerwahn will die Sängerin damit setzen. Mutiger Schritt oder billige PR-Aktion? Drei Meinungen aus der BRIGITTE-Redaktion.
Lady Gaga zieht sich aus und die Welt spielt verrückt. In der Gaga-Community "Little Monsters" hat die Sängerin ungeschminkte und unretuschierte Fotos von sich veröffentlicht - unterschrieben mit "Bulimie und Magersucht seit ich 15 bin." Lady Gaga, die mit bürgerlichem Namen Stefani Joanne Angelina Germanotta heißt, zeigt sich auf ihren Bildern nur in gelben Dessous, ihre Rundungen sind bestens zu sehen. Nun tun es ihr tausende ihrer Fans gleich und posten Fotos von sich in Unterwäsche.
Mit der Aktion wehrt sich Lady Gaga gegen die anhaltende Kritik an ihrer Gewichtszunahme: Sie soll zwölf Kilo zugenommen haben. Es heißt, ihre Plattenfirma habe die 26-Jährige zum Abnehmen angehalten. Nun schlägt Lady Gaga, die seit ihrer Jugend mit extremen Gewichtsschwankungen kämpft, zurück und ruft zur "Body Revolution 2013" auf. Mutiger Schritt oder billige PR-Aktion? Wir haben Meinungen der Redaktion gesammelt.
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Mit Post-its gegen den Magerwahn
Kendra Williams, Redaktion BRIGITTE Balance:
"Soso, Lady Gaga zeigt sich also nackig und in (angeblich) unvorteilhaften Posen. Ja und? Macht sie doch sonst auch. Ungewöhnlich ist nur, dass es dieses Mal eine Kampfansage an Essstörungen ist. Was mich daran irritiert? Die ach so ungeschönten Bilder, die eigentlich ziemlich gut aussehen! Zumindest das, bei dem sie in Rap-Manier ihren prallen Hintern per Über-Hohlkreuz in die Kamera streckt. So schon tausendmal auf Facebook gesehen - und immer gefragt: Warum macht man das? Naja, wenn's was bringt..."
Mirca Waldhecker, Redaktion BRIGITTE:
"Wer kennt das nicht? Der Blick in den Spiegel und nichts gefällt so richtig; der Bauch zu dick, die Lippen zu schmal, dazu vielleicht eine Narbe, die viel zu rot leuchtet. Viele Menschen gehen heute gnadenlos kritisch mit sich und ihrem Körper um, sind nie mit ihrem Aussehen zufrieden. Ein Grund dafür ist die permanente mediale Präsenz von Stars, die technisch zur Perfektion getrimmt wurden.
Lady Gagas Schritt, sich ungeschminkt und unretuschiert zu zeigen, ist mutig. Und die Reaktionen der Fans zeigen, dass viele dankbar sind für diesen Einblick hinter die Masken der Show-Welt. Sie verstehen, dass Lady Gaga sich auf der Bühne nur extrem geschminkt und gestylt zeigt, dass ohne die provokanten Outfits aber ein ganz normaler Mensch mit all seinen Makeln übrig bleibt. Eine Frau, die sich nicht mehr dem Druck derjenigen beugen will, die sie als perfekten Star sehen und vermarkten wollen - und damit anderen hilft, sich und ihren Körper zu akzeptieren. Ich ziehe den Hut vor so viel Courage."
Lisa van Houtem, Beauty-Redakteurin bei BRIGITTE.de:
"Mit Verlaub: Einer akribisch hochgezüchteten Kunstfigur, die sich stets hinter kostspieligen Designerkleidern, falschen Wimpern und Extensions versteckt, fällt auf einmal ein, ihre Natürlichkeit zu zelebrieren? Das stinkt doch zum Himmel! Klingt für mich nach einer gut geplanten PR-Aktion. Dann soll Frau Gaga doch zukünftig bitte auch so auftreten, wie Gott sie schuf - ohne drei Tonnen Make-up und den Körper verdeckende Koteletts. Und überhaupt: Wenn sie so erbost über ihre Plattenfirma ist, die sie angeblich zum Abnehmen verdonnert hat - wie wäre es mit einer Kündigung?"
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am um
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Lollipop
am 08.10.12 um 10:14
Ich kann beim besten Willen kein Gramm zu viel erkennen. Muss denn heutzutage jede Frau Konfektionsgröße XS haben, um als schön zu gelten? Meine arme Tochter, die in solch einer Gesellschaft erwachsen werden muss.
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TheQuibbler
am 28.09.12 um 08:42
Nun habe ich verzweifelt die Speckrollen und das Übergewicht an Lady Gaga gesucht, bin aber leider nicht fündig geworden. Wer sie als "dick" bezeichnet, sollte sich wohl eher Sorgen um seinen Verstand machen. Aber offenbar ist der allzu vielen Menschen irgendwann abhanden gekommen. Und wenn sie 100 Kilo wiegen würde, hätte niemand das Recht, über sie herzuziehen.
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Marie
am 28.09.12 um 03:44
Ja, bei so manchem Zeitgenossen ist der Name Programm: "gaga" - und dann folgt immer auch der tumpe Tor, der sich ein bisschen Glanz erhofft.....
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Jointventure
am 27.09.12 um 22:16
Uups - das Komma hinter "Meiner Meinung nach" hat sich überflüssigerweise dazwischengemogelt. ;)
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Jointventure
am 27.09.12 um 20:54
Ich denke, ein Problem dieser Aktion ist, dass sich Lady Gaga bis jetzt in so vielfältiger Art und Weise und mit allen Mitteln selbst dargestellt und selbst verkauft hat, dass es kaum möglich ist zu erkennen, ob sie wirklich hinter solchen Aktionen steht oder ob sich das Ganze um eine reine PR- bzw. Imagepflege-Aktion handelt. Sie hat sich schon in so viel drastischeren Kostümen (mit viel oder wenig Haut) gezeigt, dass das, was man da sieht, mir selbst nur ein müdes Gähnen abverlangt.
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Sabine
am 27.09.12 um 20:32
Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, was es hier noch zu meckern gibt. Selbst wenn es eine PR Aktion ist, ist sie immerhin besser als eine Skandalöse Affäre oder eine Beziehung mit dem erfolgreichsten Star Hollywoods oder was auch immer. Mit dieser Aktion hat sie hunderte Fans dazu bewegt, ihr Übergewicht, Untergewicht, ihre Behinderunge, Narben und andere "Mäkel" auf der Website littlemonsters.com zu posten und dazu zu stehen, wo sie Zustimmung von Tausenden bekommen haben. Sie hat damit das Selbstvertrauen anderer gestärkt und zudem eine klare Ansage gemacht. Selbst wenn das eine PR-Aktion ist, bereichert sie die Welt zumindest und bringt eine tolle Botschaft mit sich.
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belissa
am 27.09.12 um 17:12
ich verstehe auch nicht, wieso das eine aktion "gegen den magerwahn" sein soll - eher eine pr-aktion, mit der frau gaga die jüngst kursierend pummelchen-fotos vergessen machen will, um zu zeigen: guckt mal, ich bin gar nicht so dick. also eher FÜR den magerwahn.
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chrissiebabe234
am 27.09.12 um 16:18
wo an dieser frau befinden sich bitteschön die vielzitierten röllchen? sie ist immer noch ziemlich schlank, nichts oberhalb von KF 36.
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tilbage
am 27.09.12 um 14:51
Es wird höchste Zeit, dass Frauen, die im Rampenlicht stehen, offensiv gegen diesen Magerschwachsinn vorgehen.
mehr (9)Aber stimmt ja, ich habe vergessen, wie die ideale Frau heutzutage auszusehen hat: Größe 32, dazu möglichst große Möpse und ein Spatzenhirn. Und die Presse (die Brigitte nicht ausgenommen) arbeitet fleißig mit an diesem schwachsinningen, frauenfeindlichen Bild.
Wann wird mit Männern endlich ebenso umgegegangen?
Sie hat sich schon so vielseitig verkauft, dass es ihr irgendwann kaum mehr möglich sein wird, sich ernsthaft an die Außenwelt zu wenden und ernsthafte Reaktionen zu bekommen. Wobei das meiner Meinung nach, kaum wirklich einmal passieren wird - für mich sieht es immer eher so aus, als suche sie die Medienwelt auf, um immer weitere Fassetten ihrer (halb künstlichen, halb echten) Künstlerpersönlichkeit aufzudecken und sich so gerade vor ihr zu verstecken.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen sich ihr Leben kaputtmachen, weil sie ständig und überall über ihre Figur nachdenken und ständig auf Diät sind.
Wenn berühmte Leute etwas dagegen tun, kann das nur gut sein, selbst, wenn es sich um eine PR-Aktion handeln sollte.