Oscars 2013
Nina Hoss: "Mein 'Barbara'-Soundtrack? Chopin und Biermann"

Einen Silbernen Bären hat Christian Petzold für seine "Barbara" schon gewonnen, jetzt geht das DDR-Drama als deutscher Kandidat ins Oscr-Rennen. Ein Gespräch mit Hauptdarstellerin Nina Hoss über Dream-Teamwork, die DDR und Barbaras Stil.

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Nina Hoss als ostdeutsche Ärztin Barbara mit Fluchtplan

Nina Hoss als ostdeutsche Ärztin Barbara mit Fluchtplan

Foto: Piffl Medien

BRIGITTE.de: "Barbara" ist Ihr fünfter Film unter der Regie von Christian Petzold. In den Rezensionen Ihrer gemeinsamen Filme liest man häufig, dass Sie unter Petzold Ihre besten Leistungen bringen. Empfinden Sie das selbst eigentlich auch so?

Nina Hoss: Ich beurteile mich nicht nach einem Leistungsprinzip. Ich weiß nur, dass ich unglaublich gern mit Christian Petzold drehe, weil ich großes Vertrauen zu ihm habe. Vielleicht bin ich deshalb unter seiner Regie etwas mutiger. Ich liebe seine Ästhetik und die Figuren, die er schreibt. Meistens sind es Frauen, die zunächst wie hinter einer Schutzschicht erscheinen. Langsam wird diese Schicht durchlässig und zum Vorschein kommt die empfindsame und sehnsüchtige Frau, die ja jede von uns auch in sich trägt. Wie Christian es schafft, die Figuren so zu schreiben und zu führen, darauf freue ich mich jedes Mal.

BRIGITTE.de: Sind Sie bei jedem seiner Filme automatisch gesetzt?

Nina Hoss: Nein, aber wahrscheinlich sind manche Kolleginnen schon ganz sauer, dass ich so häufig einen Platz in seinen Filmen besetze. Warum sollte man aber auch ein Arbeitsverhältnis beenden, wenn man das Gefühl hat, man hat noch so viel zu erzählen? Christian und ich haben keine Hemmschwelle mehr, dem anderen was zu sagen. Diese Art von Auseinandersetzung ist wahnsinnig kreativ und produktiv. Ein großes Glück, wenn man so etwas in seinem Berufsleben findet.

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