Ein Bund fürs Leben sollte es sein. Die neuen CDs versprachen neben besserem Klang ewige Haltbarkeit. Schließlich konnten die kleinen Scheiben weder ausleiern noch zerkratzen wie Tonband und Schallplatte. Und jetzt? Pustekuchen! Die CD verliert im Laufe der Jahrzehnte ihre Daten und wird unbrauchbar.
Anfangs ist das kein Problem: Moderne CD-Player können kleine Datenlücken ausgleichen. Aber mit den Jahren werden die Verluste dafür zu groß. Wer sich in den frühen Achtzigern eine CD gekauft hat, wird feststellen, dass sie zunehmend hängt, Titel überspringt oder gar nicht mehr läuft. Schon bald taugen diese CDs nur noch als Wackel-Stopp für den Balkontisch.
Ein Archiv zerfällt
Beschriftung dringt durch: Diese CD ist unbrauchbar geworden
Foto: J. Hack
Joachim Hack kann dies täglich beobachten: Er arbeitet im deutschen Musikarchiv in Berlin, wo alle in Deutschland erschienenen Tonträger gesammelt werden. Mittlerweile ist er fast ausschließlich damit beschäftigt, der Selbstzerstörung der Datenträger auf die Schliche zu kommen und das kulturelle Erbe für nachfolgende Generationen zu erhalten.
"Eine CD besteht aus verschiedenen Materialien, die aufeinander gepresst werden. Klar, dass die im Laufe der Jahre chemisch und physikalisch miteinander reagieren", erklärt Joachim Hack. Besonders kritisch ist an den CDs der ersten Generation die Beschriftung: Sie frisst sich mit der Zeit durch die Scheibe.
Oft sind auch unsaubere Produktionsbedingungen problematisch: "Bei uns hat sich kürzlich jemand gemeldet und nach einer Art Schimmel an seiner CD gefragt. Wir haben bei uns nachgesehen, und tatsächlich an unserem Exemplar die gleiche seltsame Kristallstruktur gefunden. Keine Ahnung, was für Fremdkörper da in die CD-Pressung geraten sind", erzählt Hack.











