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Ein einziger Blick
- Autor und Werk:
- Michelle Richmond
- Ein einziger Blick
- 512 Seiten, 8,95 Euro
- Übersetzung: Astrid Finke
- Taschenbuch, Diana Verlag
- ISBN: 978-3453352490
- Erscheinungsdatum: August 2008
Willst du das wirklich lesen, hab ich mich gefragt: Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos am Strand, sie heißt Emma, und bald ist ihr Foto überall - in den Medien, auf T-Shirts, im Internet. Das erinnert an die Suche nach Maddie McCann und schnürt einem die Kehle zu. Als die amerikanische Autorin Michelle Richmond ihren Roman schrieb, der jetzt als deutsche Erstausgabe im Taschenbuch erschienen ist, war Maddies Gesicht noch unbekannt. Aber es gibt so viele Beispiele, eine traurige Prozession verschwundener Kinder. Gerade waren sie noch da, im Supermarkt, im Park, an der Tankstelle - und dann "Ein einziger Blick", und sie sind weg. Bei Abby und ihrer Tochter Emma, 6, passiert es am Strand: Abby ist Fotografin, eines ihrer Bilder zeigt Emma von hinten, eine kleine, verschwommene Gestalt am linken Bildrand: schwarzes Haar, weißer Nebel, endloser Strand. Es ist das letzte Lebenszeichen von Emma. Die Ermittler sprechen von 115 Langzeitentführungen in den USA jährlich, die Sorte, die es in die Nachrichten schafft. Von diesen 115 Opfern werde die Hälfte sexuell missbraucht, 40 Prozent würden ermordet und vier Prozent blieben verschwunden. Aber 56 Prozent - 64 Kinder - würden gefunden. Abby hofft und geht durch die Hölle. In der Körnung des Fotos und in ihrem Gedächtnis sucht sie die Wahrheit über Emmas Verschwinden. Wie Michelle Richmond diese Verzweiflung beschreibt, nimmt einen schon sehr mit. Trotzdem habe ich nicht bereut, mich auf Abbys Suche eingelassen zu haben. Und ich musste mich noch nie so beherrschen, nicht vorab zum Schluss zu blättern.
Angela Wittmann
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- 25.07.2008


