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Star Trek - Die Zukunft hat begonnen
- Autor und Werk:
- J.J. Abrams
- Star Trek - Die Zukunft hat begonnen
Faszinierend! Raumschiff Enterprise fliegt wieder - mit alter Mannschaft aber neuer Besatzung.
Ich gebe zu, ich war skeptisch als ich von der geplanten "Star Trek"-Neuauflage hörte. Niemand würde einen "Schimanski" drehen und Götz George mal eben durch David Kross ersetzen. Eine teeniefreundliche Jung-Version von Mr. Spock? Bloß nicht!
Aber: Die Frischzellenkur klappt überraschend gut. Das liegt daran, dass Regisseur J.J. Abrams (erfand unter Anderem die Serienhits "Alias" und "Lost") weder das Neustart-Klischee "härter, düsterer, realistischer" bedient (so wie etwa James Bond), noch so unangenehm kindisch wird, wie die letzten Star Wars-Filme. Auch aufdringliche Insider-Gags für langjährige Star-Trek-Fans gibt es kaum.
Abrams, der sich laut eigenen Angaben nie so recht für "Raumschiff Enterprise" interessiert hat, bietet stattdessen einen Neustart für seinesgleichen: Einen sehr unterhaltsamen Science-Fiction-Film, für den man nicht erst 40 Jahre Star-Trek-Geschichte studieren muss.
Captain Kirk (Chris Pine) ist daher erstmal noch ein rowdyhafter Hitzkopf, der eher aus einer Laune heraus zur Sternenflotte geht um Captain zu werden. Mr. Spock ("Heroes"-Star Zachary Quinto) ist nicht sein Offizier, sondern sein dröger Vorgesetzter. Und überhaupt kann sich die Crew zunächst nicht so richtig ausstehen - zusammenarbeiten muss sie aber trotzdem, als sie gleich beim ersten Einsatz einem Notruf folgt.
Die weitere Handlung um Bösewicht Nero (Eric Bana) und seinen Angriff auf die Erde ist nicht wahnsinnig originell, aber mit viel Witz und Tempo inszeniert. Und: Durch einen dramaturgischen Kniff wird sogar erklärt, warum alles so anders ist als man es von der "Enterprise" sonst kennt. So werden notorisch quengelige "Trekkies" ruhig gestellt, ohne ein neues Publikum mit überflüssigem Hintergrundwissen zu langweilen.
Nur in einem Punkt ist die Verjüngung der Crew etwas übertrieben: Spocks Mutter wird von Winona Ryder gespielt, die eindeutig noch zu jung für den Part einer Space-Seniorin ist. Die Lösung: Sie muss den ganzen Film über verkleidet als weißhaarige Rentnerin herumlaufen. Vielleicht hätte man vor lauter Jugend-Eifer nicht vergessen sollen, dass alte Schauspieler irgendwie glaubwürdiger in alten Rollen wirken.
Henning Hönicke
Zu den aktuellen Film-Tipps
Ich gebe zu, ich war skeptisch als ich von der geplanten "Star Trek"-Neuauflage hörte. Niemand würde einen "Schimanski" drehen und Götz George mal eben durch David Kross ersetzen. Eine teeniefreundliche Jung-Version von Mr. Spock? Bloß nicht!
Aber: Die Frischzellenkur klappt überraschend gut. Das liegt daran, dass Regisseur J.J. Abrams (erfand unter Anderem die Serienhits "Alias" und "Lost") weder das Neustart-Klischee "härter, düsterer, realistischer" bedient (so wie etwa James Bond), noch so unangenehm kindisch wird, wie die letzten Star Wars-Filme. Auch aufdringliche Insider-Gags für langjährige Star-Trek-Fans gibt es kaum.
Abrams, der sich laut eigenen Angaben nie so recht für "Raumschiff Enterprise" interessiert hat, bietet stattdessen einen Neustart für seinesgleichen: Einen sehr unterhaltsamen Science-Fiction-Film, für den man nicht erst 40 Jahre Star-Trek-Geschichte studieren muss.
Captain Kirk (Chris Pine) ist daher erstmal noch ein rowdyhafter Hitzkopf, der eher aus einer Laune heraus zur Sternenflotte geht um Captain zu werden. Mr. Spock ("Heroes"-Star Zachary Quinto) ist nicht sein Offizier, sondern sein dröger Vorgesetzter. Und überhaupt kann sich die Crew zunächst nicht so richtig ausstehen - zusammenarbeiten muss sie aber trotzdem, als sie gleich beim ersten Einsatz einem Notruf folgt.
Die weitere Handlung um Bösewicht Nero (Eric Bana) und seinen Angriff auf die Erde ist nicht wahnsinnig originell, aber mit viel Witz und Tempo inszeniert. Und: Durch einen dramaturgischen Kniff wird sogar erklärt, warum alles so anders ist als man es von der "Enterprise" sonst kennt. So werden notorisch quengelige "Trekkies" ruhig gestellt, ohne ein neues Publikum mit überflüssigem Hintergrundwissen zu langweilen.
Nur in einem Punkt ist die Verjüngung der Crew etwas übertrieben: Spocks Mutter wird von Winona Ryder gespielt, die eindeutig noch zu jung für den Part einer Space-Seniorin ist. Die Lösung: Sie muss den ganzen Film über verkleidet als weißhaarige Rentnerin herumlaufen. Vielleicht hätte man vor lauter Jugend-Eifer nicht vergessen sollen, dass alte Schauspieler irgendwie glaubwürdiger in alten Rollen wirken.
Henning Hönicke
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