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Vor drei Jahren erlebten die Produzenten von "Little Miss Sunshine" einen Überraschungserfolg - konnte ja keiner ahnen, dass eine Familie voller Verlierer beim heldenverliebten Publikum so gut ankommen würde. Weil man in Hollywood so abergläubisch wie pragmatisch ist, haben sie nicht nur den Sonnenschein in den Titel ihres neuen Films "Sunshine Cleaning" übernommen, sondern auch die tapfer strampelnde untere Mittelschicht. Rose (wie konnten wir all die Jahre ohne Amy Adams leben?) war auf der Highschool eine große Nummer - jetzt putzt die alleinerziehende Mutter die Domizile ihrer ehemaligen Cheerleader-Kolleginnen. Ihre Schwester Norah (Emily Blunt) weiß gleich gar nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Bis Rose herausfindet, wie viel mehr Geld man verdient, wenn man den Toten statt den Lebenden hinterherräumt. Also kratzen die Schwestern als Tatort-Reiniger fortan Blut von den Wänden. Ein melancholisch- komischer Blick von der dreckigen Unterseite des amerikanischen Traums. Nicht ganz so leicht verdaulich wie sein Vorgänger, die Sonnenstrahlen treffen dennoch ins durch zu viele belanglose Filme verdüsterte Zuschauerherz.
Andrea Benda