Dirty Dancing

Den Erfolgsfilm "Dirty Dancing" gibt es jetzt als Musical, natürlich leider ohne Patrick Swayzey. Am 26.3. war Europapremiere in Hamburg.

Die Wiederauferstehung

Kann das gut gehen? 17 Jahre ist es her, dass der Dirty-Dancing-Film in die deutschen Kinos kam. Die Teenies waren begeistert: Der Film war Kult. Neun Millionen Zuschauer haben ihn allein in Deutschland gesehen. Aus den Teenies von damals sind inzwischen Frauen geworden. Ob sie sich immer noch für den Hüftschwung von Tanzlehrer Johnny begeistern können?

Sie können - das hat die Medienpremiere des Dirty-Dancing-Musicals in gezeigt. Die Macher sind kein Risiko eingegangen. Die als Musical angepriesene Aufführung ist nichts anderes als der Original-Film, der auf der Bühne nachgespielt wird. Genau das wusste das Publikum zu schätzen.

Regisseur Paul Garrington hat sich vielfach bis ins kleinste Detail an die filmische Vorlage gehalten. Nehmen wir zum Beispiel Baby, die Arzttochter, die sich in den attraktiven Tanzlehrer Johnny verliebt: Nicht nur die Optik - die braunen Locken, die abgeschnittene Jeans und die weißen Turnschuhe - erinnert an die Vorgängerin, auch die Körpersprache ist weitgehend identisch. Wenn Musicaldarstellerin Ina Trabesinger ihr Becken bei den ersten Tanzversuchen in weit ausholenden Bewegungen nach hinten kreist, wird jedem klar, dass sie die gleiche Baby ist, wie die aus dem Film.

Erinnern Sie sich noch an die Geschichte von Baby? An die Familie Houseman, die im Sommer 1963 in einem Ferienclub Urlaub macht? Baby ist die Tochter der Familie. Als Johnnys Tanzpartnerin Penny wegen einer Abtreibung nicht auftreten kann, springt Baby für sie ein - und verliebt sich prompt in den attraktiven Tanzlehrer.

Die Handlung ist bekannt. Das zeigt auch der Zwischenapplaus, mit dem Schlüsselszenen aus dem Film vom Publikum empfangen werden. Zum Beispiel, als Baby versucht, Johnny ihre Anwesenheit zu erklären, indem sie sagt: "Ich habe eine Wassermelone getragen". Oder als ihre Schwester Lisa beim Abschlussabend ihren großen Auftritt hat und dabei grauenhaft singt.

Das Musical ist vor allem ein optischer Genuss: "Leidenschaft, Erotik, Freiheit" - das verbindet Johnny-Darsteller Martin van Bentem mit "". Als Tänzer ist er eine Traumbesetzung, die selbst Film-Johnny Patrick Swayze im Nachhinein blass aussehen lässt. Er fegt mit beeindruckender Energie und Perfektion über die Bühne. Die harmonischen Tanzszenen, die er und Partnerin Penny (Rachel Marshall) zeigen, entschädigen allemal für die teils hölzernen Dialoge des Tänzers.

Ein optischer Genuss ist das Stück auch dank der Hochsteckfrisuren und der schicken Petticoat-Kleider. Die 60er-Jahre-Kostüme stammen aus Secondhand-Läden oder wurden nach Vorlagen alter Modezeitschriften angefertigt.

Echte Musical-Fans werden trotzdem enttäuscht sein. Denn was bei einem Musical eigentlich das Wichtigste ist, kommt zu kurz: die Musik. Auf gesungene Dialoge wird ganz verzichtet. Klar, die alten Hits gibt es. Dass ein Musical eigentlich mehr zu bieten hat, zeigt das kurze und stimmgewaltige Solo "We Shall Overcome". Schade, dass es davon nicht mehr gab.

Fazit: Wer vom Film begeistert war, wird es auch vom Musical sein. Die Tanzszenen sind perfekt, das 60er-Jahre-Ambiente stimmig. Echte Musical-Fans kommen allerdings zu kurz - die Musik geht über die Filmvorlage kaum hinaus.

Zitate

Johnny:

  • "Das ist mein Tanzbereich und das ist deiner."
  • "All diese Frauen werfen sich dir an den Hals und die riechen so gut... Die haben mich benutzt."
  • "Ich tanze immer den letzten Tanz..."
  • "Mein Baby gehört zu mir, ist das klar?"

Baby:

  • "Ich habe eine Wassermelone getragen."
  • "Du hattest Recht Johnny. Du kannst nicht gewinnen, egal was du tust."

Penny:

  • "Geh und spiel wieder mit deinen Puppen, Baby."

Mutter Houseman:

  • "In Europa gibt es immer noch Kinder, die verhungern."

Infos und Karten

Heute startet das Musical offiziell in Hamburg. Die Karten kosten zwischen 24,90 und 109,90 Euro. Tickets und Infos gibt es unter Telefon: 01805-4444 (0,12 Cent pro Minute) oder www.stage-entertainment.de.

Text: Monika Herbst Fotos: Veranstalter

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Dirty Dancing - Kult oder einfach nur peinlich? Stimmen dazu finden Sie hier.

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