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BRIGITTE.de-Knigge: Handwerker im Haus

Die wichtigsten Tipps für den Umgang mit Klempnern und Konsorten.

"Wer will fleißige Handwerker seh'n ..." Gute Frage, wer eigentlich? Luftsprünge machen wohl die wenigsten, wenn der Zählerstand abgelesen werden muss oder das Wohnzimmer einen neuen Anstrich braucht. Denn so ein Handwerker-Besuch bedeutet meistens: Schmutz, Termindruck, Aufräumen, fremde Männer in der Wohnung, und das fast immer zu einer Tageszeit, zu der man noch nicht mal das eigene Spiegelbild ertragen kann. Aber keine Bange: Mit den Tipps von Heinz Oberlach, Pressesprecher der Handwerkskammer Hamburg, und Stiltrainer Jan Schaumann können Sie Klempnern und Konsorten ganz gelassen entgegensehen.

Die Vorbereitungen

Im Idealfall sollten Sie die Handwerker persönlich zu Hause empfangen, um gleich mögliche Fragen beantworten zu können. Wenn das nicht möglich ist, übergeben Sie Ihre Schlüssel einer Person Ihres Vertrauens. Wichtig: Erklären Sie dieser Person genau, was eigentlich gemacht werden soll. So vermeiden Sie böse Überraschungen.

Ob es sich um den tropfenden Wasserhahn oder die vollständige Sanierung Ihres Badezimmers handelt - räumen Sie in jedem Fall den betreffenden Raum auf, bevor die Handwerker Ihre vier Wände betreten. Schließlich bahnt sich niemand gerne einen Weg durch die Schmutzwäsche und Altpapierberge fremder Leute.

Selbstverständlich ist auch, dass der Arbeitsbereich für den Handwerker frei zugänglich ist. Also schieben Sie die Eichenholz-Truhe zur Seite, hinter der sich der Zähler verbirgt. Und wer weiß, was da noch alles zum Vorschein kommt - von der Wollmaus bis zur lange vermissten Fernbedienung - peinlich! Schonen Sie also Ihre Nerven und die Zeit des Fachmanns, indem Sie entsprechende Vorbereitungen treffen.

Sie sind sich unsicher, wo und wie viel Platz die Handwerker benötigen, um gut arbeiten zu können? Bevor Sie sich zuviel Arbeit machen, rufen Sie einfach beim beauftragten Betrieb an.

Und dann waren sie plötzlich da ...

Die Schuh-Frage Da stehen Sie dann vor der Tür, die Handwerksgesellen mit ihren staubigen Schuhen. Und Sie denken unwillkürlich an den ganzen Dreck, der sicherlich sofort aus den groben Profilen bröseln wird. Klar können Sie die Herren bitten, die Schuhe auszuziehen. Es kann aber sein, dass mit Kopfschütteln reagiert wird. Und zwar dann, wenn die Schuhe zum Schutz getragen werden. In vielen Fällen müssen Handwerker ihre Stiefel aus arbeitsrechtlichen Gründen anbehalten. Wenn Sie sich allzu sehr um Ihren hellen Teppich sorgen, decken Sie ihn einfach mit einer Plastikfolie oder alten Laken ab. Das ist nicht spießig, sondern nur vernünftig.

Die Toiletten-Frage Spruchkarten, die den Gast auf die gewünschte Körperhaltung beim Urinieren hinweisen, gibt es ja en masse. Falls Sie zu denen gehören, die die "Bitte Brille hochklappen"-Cartoons nicht sonderlich erheiternd finden, reicht ein kurzer Hinweis den Handwerkern gegenüber, dass sie das Klo doch bitte im Sitzen benutzen sollen. Lieber einmal direkt zur Sache kommen als später genervt mit dem Wischlappen da zu stehen.

Die Getränke-Frage Sicherlich haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob eigentlich von Ihnen erwartet wird, die Handwerker zu bewirten. Es kommt auf jeden Fall gut an, wenn Sie Wasser, Saft oder Kaffee anbieten. Gerade, wenn der Trupp länger in Ihrer Wohnung beschäftigt sein sollte, ist es angebracht, Getränke zur Selbstbedienung bereit zu stellen. Achtung, Fettnapf: Das Klischee vom Handwerker, der tagsüber schon Bier trinkt, ist längst überholt. Bieten Sie das "kühle Blonde" also höchstens nach verrichtetem Tagwerk an.

Die Essens-Frage Belegte Brote oder ähnliches müssen Sie nicht extra vorbereiten, schließlich geben Sie keine Party, sondern erwarten eine Dienstleistung. Falls Sie aber doch die Zeit finden - für gute Laune und Motivation sorgt ein kleiner Snack natürlich allemal.

Die Smalltalk-Frage Eigentlich müssten Sie schon längst unterwegs sein. Sie haben sich bereits die Jacke übergestreift, und obwohl Sie bereits zum zehnten Mal demonstrativ auf die Uhr geschaut haben, redet der Maler immer noch fröhlich auf Sie ein. Da hilft nur eines: direkt sein. Eine entschiedene Ansage wie "Falls es Fragen gibt, erreichen Sie mich unter der Nummer, die ich Ihnen gegeben habe" oder "Sie finden mich im Arbeitszimmer" reicht meist schon. Hilft das nicht, sagen Sie höflich, aber klar: "Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe eine Menge zu tun - Sie sicherlich auch - deshalb gehe ich jetzt lieber."

Die unangenehme Frage Ein Handwerker verhält sich unhöflich oder wird gar anzüglich? Möglicherweise ist der flapsige Spruch gar nicht böse gemeint, sondern vielmehr eine "unkomplizierte Form der Annäherung", so Stiltrainer Jan Schaumann. Warten Sie also erstmal ab, ob noch mehr davon kommt. Hören die Sprüche nicht auf, sagen Sie ruhig, dass es sie stört. Eventuell hat der Handwerker gar nicht gemerkt, dass er sich "daneben" benimmt. Hilft das auch noch nicht, drohen Sie damit, seinen Betrieb zu informieren - was Sie gegebenenfalls auch tun sollten! Ist die Grenze für Sie jedoch längst überschritten, fordern Sie Ihr Gegenüber auf, die Arbeit sofort einzustellen und Ihre Wohnung umgehend zu verlassen. Denn blöde Anmachsprüche müssen Sie sich keinesfalls bieten lassen - erst Recht nicht in Ihren eigenen vier Wänden. Tipp: Mittlerweile gibt es auch viele Betriebe, die weibliche Handwerker beschäftigen. Eine Liste mit Adressen finden Sie hier.

Der Tag danach

Schmutz und Schäden Mit ein bisschen Schmutz müssen Sie schon rechnen. Und auch damit, dass nicht der Handwerker sondern Sie diejenige sind, die Schmutz- und Staubspuren entfernt. Haben Sie jedoch das Gefühl, dass das den Grad des Gewöhnlichen überschreitet, oder ist gar etwas zu Bruch gegangen, wenden Sie sich an den Handwerksbetrieb.

Fehler bei der Ausführung Um zu vermeiden, dass Ihr Wohnzimmer nach Ihrer Rückkehr in einem Orangeton erstrahlt statt im gewünschten Bordeauxrot, hilft nur eins: Bleiben Sie während der gesamten Arbeiten oder zumindest bis zum ersten Pinselstrich im Haus. Denn auch wenn Sie Ihre Wünsche zuvor in einem Vetrag festgehalten haben, ist Kontrolle immer besser als Vertrauen. Und Sie ersparen sich und dem Betrieb eine Menge Ärger und Zeit.

Text: Birte Lotz Fotos: Dreamstime.com / Photocase.de

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