BRIGITTE.de-Knigge: So gelingt die Konfirmations-Feier

Zwischen Ostern und Pfingsten ist es so weit: Tausende von Teenagern treten mit der Konfirmation ins kirchliche Erwachsenenleben ein. Ein großer Tag im Leben eines Jugendlichen - den man nicht unbedingt durch schlechtes Benehmen oder eine misslungene Feier vermiesen möchte.

Elizabeth Bonneau, Stil-Expertin und Autorin des Ratgebers "Gastgeber-Knigge", erklärt, worauf Konfirmanden, Eltern und Gäste achten sollten.

Die Planung

Wichtigste Regel für die Eltern: Besprechen Sie Gästeliste, Ablauf der Feier, Tischordnung und Kleiderfragen mit Ihrem Kind und gehen Sie auf seine Wünsche ein. Der Konfirmand ist schließlich an diesem Tag die Hauptperson und sollte sich auch entsprechend wohl fühlen. Wenn Ihre Tochter eine coole Rocker-Braut ist, müssen Sie sie ja nicht unbedingt mit einer steifen Feier im Nobelrestaurant quälen. Ein Ausflug oder eine Gartenwirtschaft entsprechen vielleicht eher ihrem Geschmack.

Die Einladung

Da die Eltern das Fest ausrichten, sollten diese auch die Einladung schreiben. Bedenken Sie bei der Wahl der Einladungskarten: Form und Stil signalisieren den Gästen, welche Art von Fest sie erwartet. Feines Papier und eine förmliche Anrede lassen ein feierliches Ambiente vermuten, während ein lockerer Ton und fröhliches Design auf eine eher legere Veranstaltung hindeuten. Entsprechend können die Gäste ihr Outfit anpassen. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, sollten Sie explizit dazu schreiben, welcher Kleidungsstil erwünscht ist.

Die Gäste

Traditionell sind bei einer Konfirmationsfeier die Eltern, die Geschwister, Großeltern und die Paten dabei. Da der Bekanntenkreis heutzutage aber oft die Familie ersetzt, können Sie natürlich auch Freunde und Schulkameraden einladen. Vorsicht ist bei geschiedenen Eltern geboten: Überlegen Sie sich vorher, wie gut Sie mit dem Ex-Partner umgehen können. Gerade in kleineren Runden ist die Gefahr groß, dass die Stimmung unter den zerstrittenen Elternteilen leidet. In dem Fall sollten Sie besser zwei Feiern planen.

Die Zeremonie

Während sich die Konfirmanden anderthalb Jahre auf das Procedere vorbereiten, stehen die Gäste oft ziemlich verloren in der Kirche. Hier ein paar Tipps, wie sich peinliche Situationen vermeiden lassen: - Ziehen Sie feierliche Kleidung in gedeckten Farben an und zeigen Sie nicht zu viel Haut. Frauen tragen auf jeden Fall Strümpfe, Männer nehmen den Hut während des Gottesdienstes ab. Bedenken Sie, dass es in Kirchen oft kühl ist und stecken Sie Taschentücher ein - man weiß nie, wann einen die Rührung überkommt. - Reisen Sie früh genug an, und denken Sie daran, mit kleinen Kindern vorher noch mal auf die Toilette zu gehen. - Falls Sie nicht dem christlichen Glauben angehören: Es erwartet niemand von Ihnen, Gebete mitzusprechen oder am Abendmahl teilzunehmen. Im Gegenteil: Für Gläubige haben die Rituale eine wichtige Bedeutung, und darum könnten sie es als Affront auffassen, wenn Sie diese nur zur Schau mitmachen.

Die Feier

Vom Vier-Gänge-Menü im Grand Hotel bis zum Kaffeeklatsch im eigenen Wohnzimmer ist alles möglich. Die Gestaltung der Feier hängt ganz von Ihrem Geschmack und nicht zuletzt vom Geldbeutel ab. Fassen Sie sich bei Reden möglichst kurz (zwei bis drei Minuten) und drängen Sie den Konfirmanden bloß nicht, selbst eine Ansprache zu halten!

Die Kleidung

Zwar ist die Konfirmandenmode in den letzten Jahren wieder etwas förmlicher geworden, es müssen aber nicht zwingend der dunkelblaue Anzug oder ein Kostüm für Ihren Sohn oder Ihre Tochter sein. Suchen Sie mit Ihrem Kind ein Outfit aus, in dem es sich wohl fühlt und das es auch für andere Gelegenheiten noch verwenden kann (zum Beispiel in der Tanzschule oder auf einem Abschlussfest an der Schule). Tabu sind schrille Farben, zu kurze Röcke, zu tiefe Ausschnitte, Baseballmützen, Turnschuhe und Highheels.

Die Geschenke

Glaube hin, Predigt her - die Geschenke spielen für die Jugendlichen eine große Rolle. Um Enttäuschungen zu vermeiden, können Sie das Kind ruhig vorher einen Wunschzettel schreiben lassen. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind nach der Feier per Brief bei allen Spendern bedankt. Am schönsten ist es, wenn man in diesem Brief individuell auf das Geschenk eingeht. Zum Beispiel: Mit den neuen Fußballschuhen spiele ich viel besser als früher, oder: Von dem Geld habe ich mir einen Rucksack gekauft. Für die Gäste gilt: Keine Scheu vor Geldgeschenken! Mit einem Zuschuss für die nächste Interrail-Reise oder ein neues Rennrad kann der Konfirmand sicher mehr anfangen als mit silbernen Löffeln und seidenen Servietten. Und wenn Sie den Geldschein an eine Europakarte oder eine Fahrradklingel hängen, bekommt selbst dieses Geschenk eine persönliche Note. Was den Betrag angeht, sollten Sie nur soviel ausgeben, wie Sie sich leisten können. Auch wenn es bei der Feier Schampus und Kaviar gibt - der Wert des Geschenks ist unabhängig vom Wert der Einladung.

miro Foto: stock.xchng

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