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Ein Wochenende auf Sylt: Die besten Adressen

Ein Wochenende auf Sylt ist perfekt für alle, die frischen Wind um die Nase brauchen. Hier kommen die Adressen für ein Wochenende zwischen Watt und Meer.

Freitag: 17:00 Uhr - Ankunft in Westerland

Als wir aus dem Bahnhof treten, tränen uns die Augen. Vom scharfen Westwind, aber ein bisschen auch vom Anblick der Westerländer Betonsünden. Im Mietwagen düsen wir ins Friesendorf Keitum an der Wattseite der Insel.

17:30 Uhr - Bed & Breakfast mit Kunst und Kuchen

Unser Zimmer im reetgedeckten "Kamps" ist wunderschön! Überall im Haus hängen Bilder - Cornelia Kamp, im früheren Leben Galeristin in Hamburg, stellt jetzt hier ihre Künstler aus. Noch bevor wir auspacken, macht sie uns das Frühstück schmackhaft: hausgemachte Marmeladen, frische Eier von glücklichen Hühnern. Oma Ina backt den Kuchen für den Cafégarten.

Kamps, Gurtstig 41, Keitum, Tel. 046 51/983 90, www.kamps-sylt.de, DZ mit Frühstück 159 Euro

18:30 Uhr - Fischbrötchen und Wellenrauschen

Um uns ordentlich auf Sylt einzugrooven, setzen wir uns bei "Gosch am Kliff" zu den ganzen anderen Sylt-Urlaubern auf die Terrasse, beißen in knusprige Matjesbrötchen und lassen uns von der Brandung hypnotisieren.

Gosch am Kliff, Strandstr. 27, Wenningstedt, Tel. 046 51/456 88, www.gosch.de

19:30 Uhr - Chill-out zur blauen Stunde

Bisschen Beine vertreten: Wir laufen am Strand entlang nach Norden und stehen zwanzig Minuten später auf der dicht gepackten Terrasse bei "Wonnemeyer": ein Gläschen Weißwein, Chill-out-Musik, glutrote Sonne. Bevor das Meer die Sonne löscht, bummeln wir auf dem Dünenweg zurück.

Wonnemeyer am Strand, Wenningstedt, Tel. 046 51/452 99, www.wonnemeyer.de

21:30 Uhr - Ananas-Kaltschale und Curry-Eis

Der Magen knurrt. Im "Alten Zollhaus" steht auf Schiefertafeln das Angebot: frische Fische, Maispoularden, Suppen, tolle Weine. Und zum Nachtisch Ananas-Kaltschale mit Curry-Eis. Kreative Küche, rote Wände, weiße Orchideen. "Hat Spaß gemacht?", fragt die Kellnerin, als sie die Teller abräumt. Ja!

Altes Zollhaus Sylt, Boysenstr. 18, Westerland, Tel. 046 51/44 94 43, www.altes-zollhaus-sylt.de. Reservieren!

Samstag: 9:00 Uhr - Joggingrunde am Watt

Das Keitumer Watt ist gerade morgens wunderschön.Wir starten an "Nielsens Kaffeegarten" in Keitum und laufen in Richtung Munkmarsch: durch Schilf, Heckenrosen und Heide, dann bergan in ein Wäldchen mit Blick auf den Munkmarscher Hafen. Hinter der Holzbrücke drehen wir um und laufen zurück.

10:00 Uhr - Wir frühstücken fremd

Das Frühstück bei Cornelia Kamps ist bestimmt grandios, aber einmal zurück in Keitum übt "Nielsens Kaffeegarten" eine enorme Anziehung auf uns aus: Ehe wir uns versehen, schleppen wir Brötchen und Rührei vom Büffet auf die Terrasse am Watt. Tipp: Die traditionelle Friesentorte, die hier seit 90 Jahren gebacken wird, gilt als die beste der Insel. Die könnten wir auch wunderbar bei Regen zu einer Tasse "Schietwetter-Tee" probieren. Aber heute scheint die Sonne.

Nielsens Kaffeegarten, Am Kliff 5, Keitum, Tel. 046 51/ 316 85, www.nielsens-kaffeegarten-sylt.de

12:00 Uhr - Mit Fahrrad und Rückenwind

Wir leihen uns Räder und lassen uns vom Westwind durch Weiden und Wiesen bis nach Morsum schieben, unterwegs streicheln wir Pferde und schauen Galloways beim Schmusen zu.

Fahrrad-Vermietung Sylt-Ost, Gurtstig 44, Keitum, Tel. 046 51/328 79, 7 Euro /Tag, Strecke einfach etwa 45 Minuten

13:00 Uhr - Sylt-Rosen für zu Hause

Im Juni duftet die ganze Insel nach Heckenrosen, wir kaufen uns den Duft fürs Badezimmer. Kirsten Deppe pfl ückt die Blüten in den frühen Morgenstunden und zaubert daraus Rosenseife. Herrlich! Ihre neueste Kreation: Thalassoseife mit Sylter Quellwasser und Heilschlick vom Nössedeich.

Sylter Seifenmanufaktur, Bahnhofstr. 11, Morsum, Tel. 046 51/460 99 77, www.sylterseifen.de

Tipp: Kirsten Deppe beliefert auch das nette Gästehaus Brigitte, Meisenweg 12, Westerland, Tel. 046 51/235 10, www.haus-brigitte.de, DZ mit Frühstück ab 76 Euro

13:30 Uhr - Torte zum Mittag

Eigentlich wollten wir durch Morsum hindurchradeln, um im Garten der "Fränkischen Weinstuben"das Deichlamm und Uromas Zwetschgenkuchen zu probieren - den haben uns gleich mehrere Sylt-Fans ans Herz gelegt.

Fränkische Weinstuben, Terpstig 87, Morsum, Tel. 046 51/ 89 04 40, www.fraenkische-weinstuben-morsum.de

Doch der Verführungen sind viele auf Sylt. In der Theke des schönen "Café Ingwersen" lacht uns die "Sylter Rose" an: Schokobiskuit, Rosenöl, Hagebuttenmark und Sahne. Sollen wir? Statt Mittagessen? Vernünftig können wir Montag noch sein! Übrigens kommen bei der Landpartie (24. Juni und 26. August) Kunsthandwerker in den Cafégarten und verkaufen Insel-Spezialitäten!

Café Ingwersen, Terpstig 76, Morsum, Tel. 046 51/ 82 33 42, www.ingwersen-sylt.de

Samstag - 15:00 Uhr

Schön windgeschützt radeln wir am Deich zurück nach Keitum - durch Reetfelder, vorbei an Schafherden und Fischteichen...

17:00 Uhr - Massage am Meer

Plötzlich ist der Himmel schwarz, fette Tropfen klatschen auf Asphalt. Und die Meerluft macht ganz schön müde. Eine sanfte Massage mit duftenden Aroma-Ölen, das ist es jetzt. Das Finale verpasse ich leider - eingeschlafen!

Große Auswahl an Wellness-Anwendungen im Syltness Center, Dr. Nicolas Str. 3, Westerland, Tel. 0180/500 99 80

20:00 Uhr - Feiner Fisch mit gutem Gewissen

Wo geht's hier zum Saturday Nightlife? Beim Bummel durch Keitum stoßen wir auf eine alte weiße Villa, auf der Karte stehen seltene Fische wie Brosme und Petermännchen. Klingt toll! Wir bekommen sogar einen Tisch, und das "3x3 Tasting Seafood Menü" mit drei verschiedenen Fischen schmeckt großartig. Karsten Wulff kauft nur nachhaltig gefangene Fische und bereitet sie selbst zu, wie wir in der offenen Küche sehen.

Restaurant Karsten Wulff, Museumsweg 4, Keitum, Tel. 046 51/ 303 00, www.karsten-wulff.de Tipp: Mittagstisch von 12 bis 14.30 Uhr, z. B. Lengfischfilet mit Pimentocrème für 16 Euro

22:00 Uhr - VIP-Watching in Kampen

Sehen und gesehen werden wollen wir natürlich auch, wo wir schon mal hier sind. Und das geht am besten in der Kampener "Whiskeymeile". Underdressed und untermotorisiert (Ford Fiesta!), wie wir sind, sind wir allerdings mehr am Sehen interessiert. Zwischen Bentleys und Grand Cherokees, Cabat- Taschen für 4300 Euro und Hermès- Polohemden für 395 Euro stapfen wir im Friesennerz den Strönwai hinunter und machen dort Halt, wo sich die Sylter Schickeria mit Schampus in Stimmung trinkt: in der Open-Air-Bar des "Rauchfang". Wir stellen einen hohen Botox-, Blondinen- und trotz der Dunkelheit Sonnenbrillenanteil fest, entdecken blondierte Männer und Frauen mit zigarrendicken Goldketten. Eine Paris-Hilton-Kopie schält sich aus dem Porsche gegenüber und kollidiert mit dem blütenweißen Terrier, den ein Herr in Leopardenpantoffeln Gassi führt. Wow!

Open-Air-Bar Rauchfang, Strönwai 5, Kampen, Tel. 046 51/426 72

Sonntag: 9:00 Uhr - Wo Regen willkommen ist

Als wir die Vorhänge öffnen, kippt unsere Stimmung von "Yippee, wir sind auf Sylt!" nach "Schiet!": Waagerechter Regen drischt um die Häuser. Tja, Sylt ist eben doch nicht Sansibar oder Samoa, wie uns die Namen der berühmtesten Strandabschnitte weismachen wollen, Sylt liegt in Wahrheit auf der Höhe von Sibirien... Schnell einen Tisch in der "Kupferkanne" reservieren, um den ungemütlichen Vormittag gemütlich zu vertrödeln! Im Café, einem Labyrinth aus Stuben, Stufen und Separées, sitzen wir wenig später in einem antiken Beichtstuhl, tunken Stuten in den Milchkaffee und lesen. Der Bildhauer Günter Rieck hat das Künstler- Café nach dem Krieg in einem Bunker eröffnet.

Kupferkanne, Stapelhooger Wai, Kampen, Tel. 04651/ 410 10, www.kupferkanne-sylt.de

10:30 Uhr - Heide-Spaziergang am Watt

Als wir aus der "Kupferkanne" auftauchen, glitzert die Sonne im Wattenmeer. Geht doch! Wir wandern auf Schlängelpfaden durch die sanfte Braderuper Heide in Richtung Munkmarsch, sagen dem Schäfer "Moin" und genießen den Glitzerblick aufs Wasser. Ideal, wenn es am Weststrand bläst, besonders im August, wenn das Heidekraut blüht. Wunderschön!

11:30 Uhr

Durchs Watt zurück nach Kampen, unterwegs sehen wir zahllosen Wattvögeln beim Rumstehen zu...

12:30 Uhr - Sylter Strandproviant

Unseren letzten Nachmittag wollen wir hundert Prozent trubelfrei angehen. Strandproviant besorgen wir auf "Hof Klöwenhoog": Bio-Brot, Ziegensalami, Galloway-Sticks und Schafkäse mit Rosenblättern. Den Ziegenfrischkäse kaufen sogar die Sylter Sterneköche Johannes King und Jörg Müller, so gut ist der.

Das Friesische Käselädchen, Hof Klöwenhoog, Siidik 6, Keitum, Tel. 046 51/96 74 41

13:00 Uhr - Im Tal der Küsse

Ideal für ein entspanntes Lunch: Das kleine Dünenrestaurant "Tadjem Deel" - das heißt Tal der Küsse, Meergott Ekke Nekkepenn soll hier einst die Inge von Rantum geküsst haben. Wir küssen nicht, essen nur Mai-Scholle mit Kartoffelsalat im Schutz unseres rot gestreiften Strandkorbs. Eine Nixe aus Holz weist nach dem Espresso den Weg zum einsamen Strand. Noch mal die steife Brise an den Haaren zerren lassen!

Tadjem Deel, Hörnumerstr. 60, Rantum, Tel. 046 51/231 61

14:00 Uhr - Sauna mit Herz

Ein bisschen Wärme täte jetzt gut. Die bekommen wir in der "Strandsauna Rantum" gleich zweifach: beim Schwitzen mit Meerblick und beim Klönschnack mit Erika, der netten Betreiberin. Die kleine Frau aus der Steiermark ist nach ihrer Scheidung "hier gestrandet", wie sie sagt: "Die Saunagäste sind meine Familie geworden." - "Stimmt, die meisten kommen nur wegen Erika!", ruft eine Frau aus ihrem Liegestuhl. Ende Oktober wird die Sauna abgebaut, und Erika widmet sich wieder dem Bücherschreiben.

Strandsauna Rantum, Dünenübergang am Campingplatz Rantum, Hörnumer Str. 3, Tel. 046 51/83 41 86, www.strandsauna-sylt.de

16:00 Uhr - Zauberbrunnen

Saunen macht durstig, und so schlendern wir am Wellensaum nach Süden und rüber zur "Sylt- Quelle". Hier kann man vor 17 Uhr für 1,50 Euro so viel Mineralwasser am Brunnen zapfen, wie man möchte. Am Automaten ziehen wir uns frische Strandlektüre: Tanja Dückers "Portola Drive" und Harald Harzheims "Café Cancer" (ab einem Euro). Die "Sylt-Quelle" ist das Kulturzentrum der Insel.

Sylt-Quelle, Hafenstr. 1, Rantum, Tel. 046 51/920 33, www.sylt-quelle.de

17:00 Uhr - Krabben-Time

Wir finden es doof, dass Sylter Nordseekrabben zum Pulen nach Polen und Marokko gefahren werden - und schauen am Lister Hafen vorbei, wo Paul Walter seine Krabben zum Selberpulen verkauft. Der nette Krabbenfi scher nimmt auch Gäste auf seinem Kutter mit. Abfahrt zwischen zwei und fünf Uhr.

Pauls Original Lister Krabben, Hafen List, Anfragen unter Tel. 046 51/87 71 68

17:30 Uhr - Ist das denn schon Dänemark?

Mit unserer Beute fahren wir zurück in Richtung Kampen, biegen dann aber ab und rumpeln auf einer Holperstraße durch wunderschöne Dünen zum Lister Weststrand. Seeteufelbäckchen und Lammkarree in der "Strandhalle" lassen wir rechts liegen und laufen am Strand in Richtung Ellenbogen. Nur das Meer und wir, die müde Sonne und der Wind. Das Handy piept und meldet, dass es sich von nun an ins dänische Netz einwählt; stimmt ja, noch vor 150 Jahren war "Listland" dänisch. Die Brandung, der Wind, die Einsamkeit und die Krabben sind eine Wucht.

19:22 Uhr - Westerland

Mit windzerzotteltem Haar und Sonne im Gesicht steigen wir in den Zug. Und haben das Gefühl, eine ganze Woche hier gewesen zu sein. Mindestens.

Text: Susanne Arndt Fotos: Anna Mutter

Wer hier schreibt:

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    moin ,

    wenn ich den Bericht lese bekomme ich schon wieder Fernweh nach Sylt zum Keitumer Watt .

    Ich war im September-Oktober 2011 auch dort , im "Nielsens Kafeegarten" , von dort die selbe Strecke bis zum Hafen von Munkmarsch , unterwegs mit dem Fahrrad . Zurück dann über die Landstraße zum Morsumer Kliff . Die Gegend ist einfach traumhaft , diese Stille dort. Wie in einer anderen Welt . Bin auf dem Weg zwischen Keitum und Munkmarsch an einem Häuschen direkt am Watt gelegen vorbei gekommen, eine kleine Holztreppe führte direkt daran vorbei . Jetzt suche ich dieses Häuschen, möchte mal eine Woche nur am Watt urlauben mit direktem Blick auf das Watt. Ich weiß auch nicht ob es zu vermieten ist oder rein privat. Einfach wunderschön gelegen . Vielleicht finde ich es noch . Aber zum Abschalten und Erholen ist es dort einfach genial .

    Wer weiß , vielleicht sieht man sich ja dort einmal, man weiß nie. Die Welt ist so groß und doch manchmal so klein....

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