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Last Minute: Impfung nicht vergessen!

Schnell mal zum Shoppen nach Istanbul oder an den Strand von Varadero? Kein Problem - wenn Sie an die Impfung gedacht haben. Der wichtigste Schutz und was auch noch "last minute" geht.

Hepatitis A: Vorsicht beim Trinkwasser

Das Hepatits-A-Virus ist in allen Gebieten außerhalb Australiens, Kanadas, Westeuropas, Japans, Neuseelands und der USA verbreitet. Es wird durch verseuchte Speisen und Trinkwasser oder durch direkten Kontakt mit Kranken übertragen und verursacht eine gefährliche Leberentzündung. Sie verläuft selten tödlich, aber die meisten Kranken sind monatelang arbeitsunfähig.Ansteckungsrisiko: Die meisten Reisenden wissen zwar, dass die Gefahr zunimmt, je weiter sie sich von den Routen des Massentourismus entfernen, weil im Landesinneren die hygienischen Verhältnisse schlechter werden. Aber die wenigsten Touristen sind sich darüber im klaren, dass sie sich auch in Komforthotels anstecken können.Impfschutz: Zwei Impfungen, die innerhalb von zwölf Monaten vorgenommen werden, schützen etwa zehn Jahre lang vor Hepatitis A. Die erste Impfung sollte 14 Tage vor der Reise vorgenommen werden. Sofortigen Schutz bieten Immunglobuline, deren Wirkung allerdings nur etwa drei bis sechs Monate anhält. Diese Antikörper sind gut verträglich, auch für Schwangere. Sie stärken sogar das gesamte Immunsystem, unterstützen den reisegestressten Körper also auch bei der Abwehr von Infekten wie Erkältungen oder Blasenentzündungen.

Hepatitis B: Wer eine Impfung braucht

Hepatitis ist eine Gelbsucht, die wie Aids durch Blut- und Sexualkontakte übertragen wird. Die meisten Infizierten werden nach akuter Gelbsucht wieder gesund, fünf bis zehn Prozent erkranken chronisch, jeder vierte davon stirbt später an Leberzirrhose oder Leberkrebs.Ansteckungsrisiko: Reisende nach Afrika, Südamerika, Südostasien und Osteuropa sind gefährdet, weil dort bis zu 15 Prozent der Bevölkerung infiziert sind.Impfschutz: Eine Impfung wird nur für Risikogruppen empfohlen. Dazu gehören zum Beispiel medizinisch tätige Entwicklungshelfer oder Kleinkinder, die mit anderen Kindern in Risikogebieten spielen. Gefährdet sind auch Reisende, die beim Arzt oder Zahnarzt mit Blut in Berührung kommen könnten oder im Urlaub Sex mit unbekannten Partnern haben.

Malaria: Medikamente und Mückenschutz

Malaria-Parasiten werden durch Stiche der infizierten Anopheles-Mücken übertragen. Die Krankheit verursacht hohes Fieber. Sie kann in schlimmen Fällen außerdem die Nieren, die Leber, das Gehirn und das Blut befallen; dann besteht Lebensgefahr.Ansteckungsrisiko: Mehr und mehr Urlauber stecken sich an. Die "Malaria-Importe" nach Deutschland steigen.Schutzmaßnahmen: Viele Reisende finden die Empfehlungen zur Malaria-Prophylaxe verwirrend und nehmen darum gar nichts. Falsch, sagen Ärzte. Die wichtigsten Empfehlungen:In den Gebieten, in denen der Wirkstoff Chloroquin nicht mehr wirkt, gibt es die Möglichkeit, das altbewährte Mittel mit anderen Substanzen zu kombinieren oder auf eine Prophylaxe mit Mefloquin (Handelsname Lariam) umzusteigen. Lariam wird aber wegen seiner starken Nebenwirkungen von vielen nicht vertragen. Trotzdem: Bei den Reisenden, die sich trotz Prophylaxe infizieren, verläuft die Krankheit weniger schlimm als bei denen, die keine Medikamente genommen haben.

Manche Mittel können Durchfälle, Hautreaktionen oder depressive Störungen hervorrufen. Wer früher schon schlechte Erfahrungen mit Malaria-Prophylaxe gemacht hat, sollte in einem Tropeninstitut nach Alternativen fragen.

Wichtig: Die Malaria-Mittel konsequent einnehmen. Eine Woche vor Reiseantritt muss man damit beginnen, und erst vier Wochen nach der Rückkehr darf man wieder aufhören. Falls Sie Zweifel haben, dass Sie eine Prophylaxe vertragen, fangen Sie am besten zwei Wochen vor Reiseantritt mit der Einnahme an. Dann können Sie noch rechtzeitig das Medikament wechseln.

Schwangere sollten lieber gar nicht in Malariagebiete fahren, denn die Krankheit kann das Leben von Mutter und Kind gefährden. Wenn es sich nicht umgehen lässt: Die Vorbeugung mit Chloroquin, Proguanil und Chinin gilt als unbedenklich.

Mindestens so wichtig wie Prophylaxe ist ein guter Mückenschutz. Anopheles-Mücken, die Überträger der Krankheit, stechen am liebsten in der Abenddämmerung und nachts. Deshalb sollten Sie in Malaria-Gebieten abends immer helle, lange Hosen und langärmelige Hemden tragen, die bloße Haut mit Mückenschutz einreiben und nachts unter einem Moskitonetz schlafen.

Gelbfieber, Cholera, Typhus: Gefahr auf Trekking-Touren

Ebenfalls durch Moskitos übertragen wird das Gelbfieber, die einzige Krankheit, für die im internationalen Reiseverkehr noch ein Impfnachweis gefordert wird. Allerdings nur, wenn man aus Risikoländern anreist. Wer sich infiziert hat, bekommt nach drei bis sechs Tagen Fieber, Rückenschmerzen und Erbrechen. Die Funktionen von Leber, Herz und Nieren sind gestört, jeder fünfte stirbt. Das Gelbfieber tritt hauptsächlich in Afrika und Südamerika auf.Cholera-Bakterien stecken in verseuchtem Wasser, Milch oder anderen Lebensmitteln. Starker Durchfall mit Erbrechen und Kreislaufstörungen sind die alarmierenden Symptome dieser gefährlichen Infektionskrankheit. Cholera-Epidemien werden durch katastrophale hygienische Zustände verursacht und treten fast ausschließlich unter Einheimischen auf. Für Pauschalreisende besteht daher wenig Risiko, sich anzustecken. Trekking-Touristen sollten allerdings sorgfältig prüfen, wo und was sie essen und trinken und sich eventuell impfen lassen. Die Impfung bietet allerdings keinen vollständigen Schutz gegen die Krankheit.

Von verseuchten Speisen und Trinkwasser geht auch die Gefahr aus, sich mit Typhus zu infizieren, einer weiteren gefährlichen Durchfallerkrankung. Die Zahl der Typhus-Patienten in Deutschland ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Reisende in Risikogebiete (Afrika, Südamerika, Zentralasien) können sich aber vorsichtshalber impfen lassen - und sind dann gut geschützt.

Impfungen gegen Japanische Enzephalitis (Südostasien) und Meningokokken-Meningitis, (Südamerika, Afrika, Nordindien, Nepal), zwei schwere Formen der Hirnhautentzündung, oder auch gegen Tollwut empfehlen Tropenmediziner nur für Trekking-Reisende.

Selten gefährlich, immer lästig: Durchfall und Erkältungen

Magenprobleme und Durchfall erwischen jeden zweiten Urlauber, 30 Prozent der Erkrankten müssen sogar das Bett hüten. Ungewohntes Essen, die fremde Umgebung und der Reisestress tragen ebenso dazu bei wie Krankheitserreger, die im tropischen Klima bestens gedeihen. Viele Touristen leiden außerdem unter Erkältungen, weil sie aus der Hitze ins klimatisierte Hotel oder in den Supermarkt gehen.

Vorbeugung: Lassen Sie das große Abenteuer möglichst ohne Stress und mit viel Zeit beginnen. Nicht mehr als zwei Stunden der Zeitverschiebung kann der Körper pro Tag ausgleichen. Also nicht gleich nach der Landung ins schweißtreibende Getümmel von Bangkok stürzen, nicht stundenlang in der Sonne braten und den ersten Tauchgang ins türkisfarbene Wasser der Malediven lieber auf übermorgen verschieben. Klingt langweilig, garantiert aber die bessere Erholung.

Impfen lassen oder nicht?

Wer zu Spontantrips in Risikoländer neigt, sollte vorbeugend seine Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie und Polio auffrischen. Eine Impfung alle zehn Jahre genügt. Die Kosten übernimmt übrigens die Krankenkasse, während man Impfungen speziell für den Urlaub selbst bezahlen muss.Welche Impfungen im Einzelfall notwendig sind, hängt auch davon ab, was man sich für den Urlaub vorgenommen hat. Wer 14 Tage Hotelurlaub in Indien oder Sri Lanka geplant hat, braucht sich nicht gegen sechs bis acht Krankheiten impfen zu lassen. Eine individuelle Beratung in einem Tropeninstitut oder beim Facharzt hilft bei der Entscheidung. Gegen alle Gesundheitsgefahren kann man ohnehin nicht vorbeugen. So gibt es zum Beispiel keinen Impfschutz gegen das Dengue-Fieber, das weltweit auf dem Vormarsch ist. Die Krankheit, die u.a. starke Kopf- und Gliederschmerzen verursacht, wird ebenso wie Malaria in allen tropischen Regionen durch Mücken übertragen.Oft sind gute Ortskenntnis und Vorsicht der beste Schutz vor Krankheiten. Dass man in Süßwasser weder baden, tauchen noch herumwaten soll, muss man einfach wissen. Auch wenn der See noch so sauber aussieht: In allen stehenden oder langsam fließenden Gewässern können Larven leben, die Bilharziose übertragen. Die Würmer nisten sich im Unterleib ein und verursachen Verdauungs- und Blasenbeschwerden mit Blut im Stuhl und Urin.

Auf Fernreisen besonders gefährdet sind Kinder. Deshalb raten Experten mit Kindern möglichst nicht in Risikogebiete zu fahren. Erkältungen, die ein Erwachsener lediglich als lästig empfindet, steigern sich bei Kindern leicht zu Mittelohrentzündungen oder Bronchitis. Sonne und ungewohntes Essen verursachen Durchfälle, die schnell zu Flüssigkeitsmangel und Austrocknung führen. Kommen Keime oder parasitäre Durchfallerreger wie Amöben hinzu, kann das Kind lebensgefährlich erkranken.Wer dennoch mit Kindern in die Tropen reist, sollte sich streng an die Verhaltensregeln für Essen und Mückenschutz halten und auf jeden Fall den Rat des Kinderarztes einholen. Für Erwachsene gilt ebenfalls: Ein gesundheitlicher Checkup - inklusive Zahnarztbesuch - kann einem böse Überraschungen während der Reise ersparen. Außerdem wichtig: Wer nach dem Urlaub erkrankt und eine tropische Krankheit vermutet, sollte einen Facharzt oder ein Tropeninstitut aufsuchen.

Die wichtigsten Tipps für unterwegs

  • An Insektenschutz denken, eventuell Moskitonetz oder Räucherspiralen einpacken.
  • Trinken Sie kein Leitungswasser, verzichten Sie auf Eiswürfel. Besser sind gekühlte Getränke aus verschlossenen Flaschen oder Dosen, Kaffee oder Tee. Rucksack-Reisende brauchen Wasserkocher und Tabletten zur Wasserdesinfektion.
  • Für Obst und Gemüse gilt die alte Kolonial-Weisheit: Cook it, peel it or forget it. Durch Schälen, Kochen oder Braten vermeiden Sie Magen- und Darminfektionen. Salat, rohen Fisch, Austern und Mayonnaise (rohe Eier!) sollten Sie ebenso von der Speisekarte streichen wie ungekochte Milch und Eiscreme.
  • Wenn Sie in heiße Länder reisen und sich extrem müde und erschöpft fühlen: Nehmen Sie reichlich Flüssigkeit und gesalzene Speisen zu sich, um Verluste durch Schwitzen auszugleichen.
  • Gehen Sie nicht barfuß durch Wälder oder über Wiesen, baden Sie nicht in Binnengewässern und streicheln oder füttern Sie keine Tiere (Tollwutgefahr).

Impfplan für Kurzentschlossene

Selbst wenn Sie zu einer Last-minute-Reise starten, sind Schutzmaßnahmen noch möglich und sinnvoll:So schnell wie möglich, zur Not noch am Abreisetag, Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio auffrischen lassen, falls nötig Hepatitis-A-Impfung oder Immunglobulin-Impfung geben lassen und mit der Malaria-Prophylaxe beginnen.Eine Gelbfieberimpfung bietet zwar erst nach zehn Tagen Schutz, ist aber bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten trotzdem sinnvoll.

Wichtige Adressen

Tipps zum richtigen Mückenschutz und Informationen zu Malaria und über Reisekrankheiten finden Reisende beim Service des Münchner Tropeninstituts.

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