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Gran Canaria: Reise auf eine Insel, die alles hat

Wintermüde? Dann unternehmen Sie eine Reise nach Gran Canaria: zum Baden, Shoppen, Wandern - und zum Ausschlafen in herrlichen Hotels und Ferienhäusern.

Berge, die zu Fuß am schönsten sind

Wo schleppt Ulysses uns denn jetzt noch hin? Über vier Stunden sind wir schon unterwegs. Unser Ziel: der Roque Nublo, der Wolkenfels, ein großer Basaltmonolith und Wahrzeichen der Insel. Erst in einer große Runde um ihn herum. Und dann auf seinen Sockel steigen. Ein herrlicher Weg, von Anfang an. Er führt am Rande der Caldera de Tejeda entlang, einem gigantischen Riesenkrater im Zentrum der Insel, über schwarze und rote Erde, durch lichten Kiefernund Zedernwald, auf holprigem Pfl aster hinunter in ein ruhiges Dorf. Und von dort wieder hinauf. Gleich hätten wir es geschaff t. Aber Ulysses biegt ab, auf eine abschüssige Felszunge. Darunter ein tiefer Abgrund. "Komm weiter", sagt Ulysses und reicht mir die Hand. Langsam gehen wir bis fast zur Kante. Halb Gran Canaria breitet sich vor mir aus, eine bizarre vulkanische Bergwelt wie im 3-D-Kino. Greifbar nah sticht wie ein Riesendaumen der Roque Bentaiga heraus. Ein ehemaliger Vulkanschlot, 1400 Meter hoch. Dahinter ein weites Hochplateau mit weißen Dörfern. In der letzten Reihe der massive Rücken des Tamadaba, bedeckt von dichten Kiefernwäldern. Und zu ihren Füßen tief eingeschnittene Schluchten, Palmenhaine, glitzernde Stauseen, das Meer ("Samsara Tours" ab Cruz de Tejeda, 12,5 Kilometer, ca. 5 Std., mittelschwer, 41 Euro mit Picknick und Rücktransport; Tel. 928/27 30 27, www.wandernaufgrancanaria.com).

Weitsicht: auf den Roque Bentaiga.

Fernab der Zivilisation Senkrecht steigen die Felswände auf. Ich werfe noch einen Blick zurück ins liebliche Tal von Agaete im Nordwesten der Insel - hier ganz am Ende beim Weiler El Sao verengt es sich zur schmalen Schlucht. Auf einem serpentinenreichen, uralten Pfad will ich hinauf ins Höhlendorf Hornillo. Salbei duftet. Schilf raschelt. Geranien schwelgen in Rosa neben verlassenen Felswohnungen. Kein Mensch weit und breit. Immer tiefer hinein geht es in die karge Berglandschaft, am Felsgrat entlang - mit unglaublichen Aussichten! (Mit dem Auto ab Agaete den Schildern "El Valle" folgen, dann vier Kilometer hin und zurück zwei Stunden, gut allein machbar, nur anfangs steil ansteigend. Die Runde ist ein Teilstück der "Tamadaba-Rundtour" ab San Pedro, 17 Kilometer, sieben Stunden, anstrengend! Prima Infos: Wanderführer "Gran Canaria" von Dumont, 12,99 Euro.)

Wander-Zeit: Nicole Schmidt mit Guide Ulysses.

Jakobsweg zwischen Vulkanen Auf alten Pilgerpfaden durchquert der "Camino de Santiago" die Insel. Von den trubeligen Stränden im heißen Süden bis in den kühlen Norden, wo langnadelige Kiefern die Passatwolken melken. Am Leuchtturm in Maspalomas geht's los, in drei Etappen: über San Bartolomé de Tirajana - 27 Kilometer, schwierig -, den Pass Cruz de Tejeda - 19 Kilometer, mittelschwer - bis zur Kirche Santiago de los Caballeros in Gàldar - 30 Kilometer, leicht. (Etappen-Leitfaden: www.grancanaria.com gedruckte Führer beim Patronato de Turismo de Gran Canaria, C. Triana 93, Las Palmas, Tel. 0034/928/ 21 96 00.)

Tau-Stunden: Steinwurz am Morgen.

Vom Dach der Insel zum Höhlendorf Am Pass Cruz de Tejeda, mit dem Bus Nummer 18 vom Süden her leicht zu erreichen, treff en sich viele Wanderwege in der wilden Bergregion der Insel. Mein Lieblingsweg mit Panoramablicken führt von hier in drei leicht zu bewältigenden Stunden über weiche Waldpisten und alte, von den spanischen Eroberern angelegte Königswege bis hinauf nach Artenara, ins höchstgelegene Dorf Gran Canarias, wo viele Bewohner noch wie vor tausend Jahren in Höhlenwohnungen leben. Und wo man im "La Esquina" auf dem Kirchplatz wunderbar Tapas essen kann (Wer längere Touren plant: Wandern ohne Gepäck, zu buchen unter Tel. 0034/699/12 49 85, www.discoverygrancanaria.com).

Häuser, in denen man lange bleiben möchte

Entspannen mit Höhenrausch: im Hotel "Parador Cruz de Tejeda". DZ/F ab 85 Euro (Tel.0034/928/012 500, www.parador.es)

Will ich den Paradiesgarten, in dem Papayas wachsen? Frühstück auf der Terrasse unterm Drachenbaum? Oder das Himmelbett in der alten Hacienda inmitten einer Bananenplantage? Auf Gran Canaria kann ich mich immer schwer entscheiden, wo ich übernachten möchte...

Schattenplatz: in den "Villas Salobre Golf".

Roca Negra Diesen Blick vergesse ich nie: vom Balkon der Pool-Terrasse über das Meer bis hinüber zum Vulkan Teide auf der Nachbarinsel Teneriff a. In der Umgebung: Meeresbecken, der Schnorchelstrand Playa de Sardina, das weiße Dorf Agaete. Abseits vom Touristenrummel hockt dieses Hotel im Nordwesten auf schwarzen Lavafelsen. Von außen wirkt es ein wenig kühl, aber innen ist es sehr angenehm mit seinen off enen Fluren, geräumigen, modern-elegant eingerichteten Zimmern, großem Spa-Bereich (Eintritt 25 Euro) und leckerem Essen. DZ/F ab 99 Euro (Urb. El Turman, Avda. Alfredo Kraus 42, Tel. 0034/928/89 80 09, www.hotelrocanegragrancanaria.com).

Casa Rural Finca la Mareta Im Nordwesten, mitten im schönen Agaete-Tal, liegen diese drei vorbildlich sanierten, weiß getünchten, kanarisch-rustikal eingerichteten Ferienhäuschen. Zwischen Palmen, Zypressen und lila Bougainvillea-Büschen fi ndet man immer einen Platz zum Lesen, und einen Pool gibt es auch. Eine Woche ab 560 Euro (Valle de Agaete, km 1,5, Tel. 0034/928/ 48 06 58, www.lascasascanarias.com).

Hacienda del Buen Suceso Gläserne Geländer neben rauen Bruchsteinwänden, weiße Betten mit Blick auf hölzerne Dachschindeln, Polstersofas im Antik- Look, Terrassen mit Kopfsteinpfl aster und Lounge-Möbeln, aus denen ich gar nicht aufstehen möchte: So wunderschön ist die älteste Hacienda der Insel in Arucas im Norden modernisiert worden. DZ/F ab 115 Euro (von Arucas nach Banaderos, km 1, Tel. 0034/928/62 29 45, www.haciendabuensuceso.com; buchbar z. B. über www.thomascook.de).

Ferienhäuschen: die "Finca La Mareta".

Viverde las Tirajanas Wie ein Adler fühle ich mich in diesem rostroten Hotel in 900 Meter Höhe auf einem Felsplateau im Süden der Insel. Spektakulär der Blick bis zum Meer! 60 rustikale Zimmer mit warmen Farben und viel Holz, der Spa ist in einen Lavafelsen gebaut, und neben Yoga- und Aloe-vera-Workshops werden auch geführte Wanderungen angeboten. Eine Woche im DZ/HP mit Flug ab 849 Euro (C. Ofi cial Mayor José Rubio, s/n, San Bartolomé de Tirajana, Tel. 0034/928/12 30 00, www.hotelrurallastirajanas.com, buchbar über www.tui.com).

Bohemia Gartenzwerge als Tischsockel, statt Lampen leuchtende Terrassen-Sesselchen, knallgelbe Ledersofas auf Mahagoniböden: Das erste Design-Boutique- Hotel der Insel gefällt mir richtig gut. Auch wenn es in der Touristen-Hochburg Playa del Inglés liegt, schalte ich hier sofort ab - z. B. im "Siam-Spa" oder im Dachrestaurant mit Panoramablick über Strand und Dünen, wo der Schwabe Steff en Schenk Leckereien wie Loup de Mer mit Korianderkruste kocht (25 Euro). DZ/F ab 270 Euro (Av. de los Estados Unidos 28, Tel. 0034/928/76 00 58, www.bohemia-grancanaria.com, auch buchbar über www.thomascook.de).

Club de Mar Die Apartmentanlage mit den im luftig kanarischen Stil gebauten zweistöckigen Häuschen liegt in meinem Bilderbuch-Urlaubsort Puerto de Mogán im Südwesten - schön ruhig hinter dem Hafenbereich. Eine Woche mit Flug um 800 Euro (Urbanización Puerto de Mogán s/n, Playa de Mogán, Tel. 0034/928/ 56 50 66, buchbar über www.tui.com).

Villas Salobre Golf Auch Nichtgolfer wie ich fühlen sich in diesem Resort in Maspalomas' Hinterland wohl: Alle Ferienhäuser sind in Privatbesitz und schön modern. Mein Favorit: die Villa "Vista Golf 18" - hochwertige Einrichtung innen, außen Pool und Grill. Ab 115 Euro/ Tag (Tel. 0034/928/58 00 30, über www.salobregolfvillas.com).

Tipp: Weitere Infos zu Wanderungen und Unterkünften bei "GranCanaria Natural": www.grancanariafincas.com

Las Palmas, eine Stadt, die überrascht

Ausgehen nach Mitternacht: In Las Palmas geht's von Bars zu Kneipen und weiter in Discos mit Open End.

Laternenlicht schimmert auf den Fassaden der weißen Jugendstil- Palais und kolonialen Herrenhäuser. Der Froschbrunnen leuchtet. Palmen wiegen sich im lauen Wind. Rappelvoll die Terrassen der Kneipen auf der Plaza de Las Ranas, dem Treff punkt für Nachtschwärmer im Altstadtviertel Triana. "Den Puls unserer Heimatstadt spürst du am besten, wenn die Sterne strahlen", sagt Cristina, die ich erst mittags in einem Café kennen gelernt habe. Mitternacht in Las Palmas, und ich fühle mich wie in Südamerika. Nur ein paar Treppen höher, in der Open-Air-Bar La Azotea de Benito (C.C. Monopol, 2a Planta), hoch über den Dächern der Stadt, mixt der Barmann köstliche Cocktails. Junges bis mittelaltes Publikum sitzt auf weißen Sofas oder lehnt am Geländer. Alles lacht und redet, auch über die Wirtschaftskrise. "Wir haben nicht viel Geld. So viele sind arbeitslos. Trotzdem bleibt keiner am Wochenende daheim. Wenigstens für einen Drink muss es reichen", sagt Cristina und zuckt mit den Schultern. Drüben funkeln die Lichter der Vegueta, das älteste Viertel, mit seiner Ausgehgasse Calle Pelota. Unsere nächste Station: La Septima con Broadwy (C. Cano, 17). Noch bis vor Kurzem eine heruntergekommene Bücherei, jetzt eine urbane Bar mit Ziegelsteinwänden und 60er-Jahre-Möbeln. Las Palmas hat sich total herausgeputzt in den letzten Jahren. Im Tao Club Garden (Jardines Alonso Quesada, s/n), einer asiatisch angehauchten Disco-Terrasse um die Ecke des Yachthafens, sind alle in Bewegung. Der DJ legt auf: Salsa, Gute-Laune-Lieder. Als ich das nächste Mal auf die Uhr sehe, ist es vier Uhr früh. Ich muss ins Bett. Schließlich brauche ich morgen Ausdauer: zum Shoppen - das ist hier supergünstig!

Shoppen

Haupteinkaufsstraße ist die Avenida Mesa y López; die hübschere Gegend und kleinere Läden hat das Triana-Viertel, besonders nette Boutiquen in der Calle Triana und ihren Nebenstraßen wie Calle Cano. Unbedingt vorbeischauen sollten Sie bei diesen Adressen:

Showroom Trastornados. Wohn-Accessoires, Schmuck und spanische Designer-Kleider (C. Pérez Galdós,13).

Elegance. Parfümerie mit guter Beratung und Schnäppchenpreisen für Düfte und Kosmetik (C. Sagasta 11).

Calzados Gilfoso. Schuhe, Schuhe! Selbst hochhackigste sind dank guter Plateaus noch bequem (C. Triana 57).

Granat. Originelle, fröhlich-bunte Kleider für jeden Tag, aber auch glitzernde Abendroben vor allem spanischer Marken (C. Arena, 15).

Fedac-Shop. Keramik, Körbe, Gürtel, Stickereien und anderes Kunsthandwerk (C. Domingo J. Navarro 7).

Bimba & Lola. Ein weinroter Karomantel mit knallblauem Kuschelkragen, Hand schuhe mit Schlangenschließen, Sei denblusen, Taschen, Hüte. Am liebsten würde ich alles kaufen! So weiblich, kokett und humorvoll kommt das Fashion-Label zweier spanischer Designer-Schwestern daher (C. Cano 42).

Übernachten

Hotel Santa Catalina. Ein Grandhotel, wie ich es mir vorstelle: Marmor und Kronleuchter in der Empfangshalle, Fachwerkbalkone und Türmchen, Antiquitäten. Die Zimmer sind einfacher, Spa und Pool neu. DZ/F ab 96 Euro (C. León y Castillo 227, Tel. 0034/928/24 30 40, www.hotelsantacatalina.com).

Aloe Canteras.Vorm Frühstück ins Meer und dann in die Stadt! 42 einfache Zimmer - die mit den Endnummern 6 oder 7 haben die beste Aussicht! DZ/F ab 60 Euro (C. Sagasta 98, Tel. 0034/928/ 46 49 07, www.hotelaloe-canteras.com).

Playa Amadores

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Gran Canaria - die Karte

Unser Team

Fashion-Fundgrube: "Bimba & Lola" in Las Palmas.

Nicole Schmidt (rechts) und Fotografin Djamila Grossman konnten bei dem tollen Shoppingangebot in Las Palmas nicht widerstehen und kauften erst mal einen neuen Mantel - fürs nächste Frühjahr.

Text: Nicole Schmidt Fotos: Djamila Grossmann Karte: Anne Quadflieg; ein Artikel aus BRIGITTE

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Vielen Dank für den schönen Bericht. Ich bin gerade dabei eine Reise nach Gran Canaria zu planen, da kam der Artikel gerade Recht. :) Hach, Gran Canaria ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde. Besonders das Wandern ist bestimmt traumhaft! Einen sehr schönen Reisebericht habe ich hier gefunden: http://abenteuerliche-reisen.de/gran-canaria/ Da bekommt man mit vielen Bildern einen ganz guten Eindruck von der Insel.

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