Long Island: Abstecher von New York

Im Sommer flieht halb New York nach Osten, an die herrlichen Strände der Hamptons auf Long Island. Am besten, man kommt ihnen zuvor.

Wie man Ralph Lauren eins auswischen kann

In den Hamptons liegt das Geld auf der Straße. Genauer gesagt: auf dem Highway 27, zwischen East Hampton und Montauk. Mein Geld. Meine Brieftasche. Und der Fotoapparat. Und das Handy. Ich habe alles auf dem Autodach liegen lassen, als ich mir auf dem Parkplatz eine kurze Hose angezogen habe. Denn hier auf diesem schmalen Streifen Land im Atlantik, dem südlichen Finger von Long Island, schlägt das Wetter schnell um, und plötzlich ist Hochsommer, obwohl die Saison noch gar nicht angefangen hat. Ein paar hundert Meter nach Verlassen des Parkplatzes hat der Mietwagen genug Geschwindigkeit aufgenommen, um meine Habseligkeiten auf dem Asphalt zu verteilen.

Es ist einer dieser Momente, die eine Reise in eine Katastrophe verwandeln können. Aber nicht in den Hamptons. Die Autos auf der Hauptverkehrsader der Insel halten, Männer in Shorts und Polohemden und Frauen in Vintage-Kleidern mit großen Blumendrucken steigen aus und bücken sich. "Wie hält Ihre Frau es aus mit Ihnen!", spottet eine ältere Dame, die einen von der Sonne ausgeblichenen Hillary-Clinton-Aufkleber auf ihrem Landrover hat. Niemand hupt. Und innerhalb von drei Minuten habe ich alles wieder, die Kreditkarten und jeden einzelnen der zehn druckfrischen 20-Dollar-Scheine, die ich heute morgen in East Hampton aus der Wand gezogen habe.

Die meisten Leute in den Hamptons sind so reich, dass es ihnen kaum in den Sinn käme, einen gefundenen Geldschein in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen. Außerdem sind sie freundlich und entspannt, weil sie da sind, wo acht Millionen andere New Yorker jetzt in diesem Augenblick gern wären: am südöstlichen Ende von Long Island, bei schönstem Wetter.

Long Island ist die große Nachbarinsel von Manhattan. Wenn man Queens hinter sich gelassen hat, kommen noch einige dutzend Meilen industrieller Wüste, und dann wird Long Island plötzlich richtig schön, wie eine etwas weltläufigere große Schwester unserer Nordseeinseln. Und wenn Long Island schön wird, ist man in den Hamptons. Die umfassen unter anderem die Orte Bridgehampton, Southampton, East Hampton und Amagansett, vier sehr hübsche alte Kleinstädte am Atlantik, die in den letzten dreißig Jahren Promi-Hotspots geworden sind, ein bisschen wie Kampen, Keitum und Morsum auf Sylt, nur ohne Reetdachhäuser, dafür mit weißen viktorianischen Villen. Das etwas bodenständigere Surferparadies Montauk gehört im weitesten Sinne auch zu den Hamptons, ebenso der elegante Yacht- und Fischereihafen Sag Harbor. Die Hamptons sind ein New-York-Mythos wie das Empire State Building und die Brooklyn Bridge, mit dem großen Unterschied, dass sie 150 Kilometer von diesen Sehenswürdigkeiten entfernt sind. Und weil New York im Sommer unerträglich ist, rettet sich, wer kann, in die Hamptons.

Eigentlich sind die Hamptons kein Ort für einen deutschen Touristen wie mich: zu exklusiv, und in Manhattan gibt es genug zu sehen. Aber ich habe zehn Tage New York gebucht und möchte außer Großstadt-Adrenalin etwas Seeluft tanken, einige der schönsten Strände und viele der reichsten Menschen der Ostküste sehen, und deshalb sind die Hamptons der ideale Wochenend-Ausflug. Vorausgesetzt, es ist nicht Saison. Die Saison geht vom letzten Montag im Mai (Memorial Day) bis zum ersten Montag im September (Labor Day).

Ich habe es einmal versucht, im Sommer in die Hamptons zu fahren. Der Verkehr staute praktisch vom Midtown Tunnel in Manhattan bis zur Main Street von East Hampton, die Autofahrt hätte leicht sechs, acht, zehn Stunden dauern können, und ich wusste: Wenn man ankommt, darf man nirgendwo parken. Eine Parkerlaubnis in Strandnähe bekommt man im Sommer nur, wenn man eine Unterkunft nachweisen kann; auch dann muss man 500 Dollar Kaution dafür hinterlegen.

Die durchschnittliche Miete eines Ferienhauses mit vier Schlafzimmern von Mai bis September beträgt 180 000 Dollar, kürzere Mietzeiten gibt es nicht, und die wenigen Motels und Bed & Breakfasts auf Long Island sind Monate im Voraus belegt. Alle Tische in Restaurants sind längst reserviert, und wegen der Verkehrsstaus kommt es hin und wieder zu Versorgungsengpässen, so dass die Reichen und Schönen sich beim Edel-Supermarkt Citarella in East Hampton um das letzte Stück japanischen Kobe-Beefs schlagen (die wirklich Reichen und die wirklich Schönen hingegen haben Leute, die sich für sie schlagen).

Damals bin ich umgekehrt, aber jetzt ist Vorsaison, und ich bin hier, um Ralph Lauren eins auszuwischen. Dem Modeschöpfer und Hamptons-Anwohner wird das Zitat zugeschrieben: "Es ist zu schön hier für hässliche, arme Menschen." Da beide Merkmale aus Sicht eines Ralph Lauren auf mich zutreffen müssen, möchte ich beweisen, dass es hier genau richtig schön für mich ist. Im 19. Jahrhundert gab es auf Long Island nur Kartoffelfelder und Geflügelhöfe, und die Landschaft hat noch immer eine rustikale Lieblichkeit, wie sie an der zersiedelten Ostküste ganz selten zu finden ist. Es gibt noch eine Handvoll alteingesessener Bauern, deren Familien am Straßenrand Obst, Gemüse und selbst gemachte Marmelade verkaufen. Die Atmosphäre ist lässig, zivilisiert und liberal: Jeder zweite Geländewagen hat einen Raus-aus-dem-Irak-Aufkleber, und wenn man ins Kino geht, wird man an der Kasse gefragt, ob man zusätzlich zum Eintrittspreis einen Dollar für einen guten Zweck spenden möchte; niemand lehnt ab.

Wo Martha Stewart und Billy Joel Heckenkrieg führen

Es gibt zwei Arten von schönen Dingen, die ich in den Hamptons vorhabe: die offensichtlichen und die weniger offensichtlichen. Lobster essen mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Sund; an den Boutiquen in East Hampton und Southampton entlangflanieren und mich angenehm gruseln angesichts der vier- bis fünfstelligen Preisschilder; beim Immobilienmakler das Exposé eines Strandhauses für 35 Millionen Dollar studieren; durch die Lily Pond Lane in East Hampton fahren, wo ich kaum was sehe als die Hecken der Anwohner, und mir ausmalen, wie Billy Joel sich freut, dass seine Hecke fünf Meter hoch ist, und dann lässt Martha Stewart ihre auf sechs Meter wachsen, und was macht Billy Joel dann?

Um die Lifestyle-Päpstin Martha Stewart rankt sich so manche Hamptons-Legende, angeblich hat sie hier in der Nähe von Georgica Beach, dem Epizentrum des Superreichtums, einmal ein Multimillionen-Haus gekauft und es verfallen lassen, nur um ein paar missliebigen Nachbarn den Blick zu versauen. Erzählt jedenfalls Mike, dem das Bed & Breakfast gehört, in dem ich untergekommen bin, und der mich beim Frühstück mit Anekdoten über schlechtes Promi-Benehmen versorgt.

Wie gesagt, das sind die offensichtlichen Dinge. Schöner ist es, frühmorgens nach Ditch Plains, an den schönsten Strand von Montauk, zu fahren und dort bei der "Ditch Witch", einem schnuckeligen Imbisswagen aus den fünfziger Jahren, einen Kaffee und eine klebrige warme Cinnamon Roll zu bestellen und den Surfern zuzuschauen. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum "East Deck Motel", und Alice Houseknecht, deren Vater vor über fünfzig Jahren den ersten Teil des Motels aus Treibholz baute, erzählt, dass sie gerade noch ein paar Zimmer frei hat, für unter 100 Dollar die Nacht. Wenn das Ralph Lauren wüsste. Alice, eine liebenswürdige, lebhafte Mittfünfzigerin, muss nicht lange überlegen, als ich sie frage, was das Schönste ist, das man in den Hamptons machen kann: "Wandern. Es gibt herrliche Trails im Shadmoor State Park und am Montauk Point, da trifft man das ganze Jahr über kaum eine Menschenseele."

Mir ist aber gar nicht nach Einsamkeit. Ich laufe barfuß am Strand Richtung Westen und lächle ein bisschen vor mich hin. Das reicht schon, um mit anderen Strandmenschen ins Gespräch zu kommen (versuchen Sie das mal auf Amrum). Ein Franzose, der in Manhattan lebt, schlendert mit einem Müllbeutel in der Hand durch den Sand und hebt auf, was er an Pappbechern und Eisstielen findet. Es ist wenig genug. "So eine Art Hobby von mir", sagt er, "es ist doch so schön hier." Ich sehe ein paar Kindern beim Surfen auf den großen, wunderbar gleichmäßigen Wellen zu, bis sie mich einladen, auch mal aufs Brett zu steigen. Ich weise sie darauf hin, dass ich 40 bin und noch nie gesurft habe. "Na und?", sagt einer, "wenn du jetzt damit anfängst, hast du's mit 50 raus, dann kannst du noch 20 Jahre ein Surf-Opa sein." Klingt verlockend; vielleicht fange ich morgen damit an.

Auf andere Art anregend ist das Haus des Maler-Ehepaares Jackson Pollock (der Mann mit den überdimensionalen "drip paintings", 1912-1956) und Lee Krasner. Es liegt nordöstlich von East Hampton mit Blick auf den Three Mile Harbor. Der Fußboden des Ateliers ist über und über mit Farbklecksen bedeckt, denn Pollock schuf seine Bilder, indem er Leinwände auf den Boden legte und dann die Farbe daraufschleuderte. Nach seinem und bis zu ihrem Tod 1984 arbeitete seine Frau Lee in diesem Atelier, und ihre Technik wiederum war, an der Wand befestigte Leinwand großzügig mit Farbe zu füllen. So dass jetzt, wo beide nebenan auf dem Friedhof unter einem gemeinsamen Stein liegen, ihre und seine Farbspuren in diesem Raum vereint sind. In Filzlatschen stehe ich mittendrin und denke: Genau, man müsste überhaupt viel mehr Spuren hinterlassen im Leben.

Wo New Yorker Modediktate lässig ignoriert werden

Die Gelegenheit dazu hätte ich in der "Art Barge". Wenn man von East Hampton Richtung Montauk fährt, sieht man kurz hinter Amagansett plötzlich ein großes weißes Schiff, das mitten in der Landschaft zu stehen scheint; ein Navy-Frachtschiff aus dem Ersten Weltkrieg, das 1960 von einem Mitarbeiter des New Yorker Museum of Modern Art hierhergebracht wurde und seitdem eine freie Kunstschule ist. Auf zwei von Licht und Seeluft durchströmten Etagen kann man hier Mal- und Skulpturkurse belegen. Unangemeldet überraschen wir Christopher Kohan, den Schulleiter, wie er sich, nur mit einer abgeschnittenen Jeans bekleidet, Rühreier brät. In den Hamptons tragen die Männer noch abgeschnittene Jeans, so kurz, dass die Taschen unten rausgucken. Obwohl diesen Monat im New Yorker Magazin "Esquire" steht: "Unterziehen Sie Ihre abgeschnittenen Jeans folgender Vorbehandlung, bevor Sie sie waschen: Schmeißen Sie sie weg." Zum Stil der Hamptons gehört, die New Yorker Modediktate nicht zu beachten.

Die Räume und der Ankerplatz des Kunst-Schiffes im Napeague Harbor sind so schön, dass man sofort Künstler werden möchte, um genau dieses Gefühl schleunigst wiederzugeben. Sicher sind die Kurse also sehr überlaufen? "Nein", sagt Christopher, "die Leute aus New York haben keine Zeit mehr für Kunst. Sie verbringen ihre Zeit lieber damit, im Stau zu stehen."

Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen von weiter weg, zum Beispiel aus Europa. Als wir gehen, entschuldige ich mich, dass wir ihn unangemeldet überfallen und beim Frühstück gestört haben. "Kein Problem", sagt er, "wenn du die Dinge nicht erzwingen willst, musst du sie einfach geschehen lassen." Und vielleicht ist das das Geheimnis der Hamptons: Während der Saison gehören sie jenen, die die Dinge erzwingen. Und außerhalb, im Mai oder September, jenen, die Dinge geschehen lassen.

Long Island - Till Raethers Lieblingstipps

Mein Lieblings-Motel: East Deck Motel In den Vorzeigeorten East Hampton und Southampton wimmelt es von "Bed & Breakfast"-Unterkünften und gepflegten Pensionen ("Inns"). Sie sind auch außerhalb der Saison nicht billig und schnell ausgebucht. Schöne, oft strandnahe und preiswerte Alternative: die Motels im bodenständigeren Ort Montauk. Mit das älteste, größte und freundlichste ist das "East Deck Motel" direkt am Ditch-Plains-Strand. Vor Ende Mai gibt es das Doppelzimmer bereits ab ca. 80 Euro die Nacht, man muss aber mindestens zwei Nächte buchen. Vor dem 3. Mai sind nur schriftliche Reservierungen möglich, Näheres unter www.eastdeckmotel.com (Ditch Plains Rd., Montauk, Tel. 668 23 34).

Mein Lieblings-Frühstück: Ditch Witch Scheinbar nur ein Imbisswagen, der auf dem Parkplatz am Ditch- Plains-Strand in Montauk steht. Seit etwa 16 Jahren. Aber Lili, ihr Mann und ihre beiden Kinder sind nicht nur wahnsinnig nett, sie servieren auch guten Kaffee und spektakuläre "cinnamon rolls" (zusammen ca. 5 Euro). Und es gibt nichts Schöneres, als am frühen Morgen mit einer heißen Zimtschnecke am Strand zu stehen und zuzuschauen, wie die Surfer sich in den eiskalten Atlantik stürzen (Ditch Plains Beach, 40 Deforest Road, Strand-Parkplatz, Montauk).

Mein Lieblings-Restaurant: Sam's Restaurant Sam's Restaurant. Eigentlich geht's auf Long Island vor allem um Hummer, aber zur Abwechslung kann es ja auch mal Pizza sein. Zumal "Sam's" (seit 1947 kaum verändert) keine Reservierungen annimmt und deshalb von den Anwohnern und vor allem von Familien geschätzt wird. Das heißt, der Laden ist laut, lebhaft, unkompliziert, und die Pizza ist hervorragend, für zwei Personen ca. 20 Euro (36 Newtown Lane, East Hampton, Tel. 324 59 00).

Reise-Infos Long Island

Manhattans Nachbar-Insel Long Island erstreckt sich nordöstlich von New York City. "Die Hamptons", darunter verseht man die Orte Bridgehampton, Southampton und East Hampton, außerdem Amagansett und Montauk am östlichen Ende der Insel - dort, wo sie sich in einen Süd- und einen Nordteil gabelt - , sowie Sag Harbor; die Insel Shelter Island liegt zwischen den beiden Gabelenden.

Die besten Tipps: preiswerte Motel, prächtige Villen, Hummer bei Sonnenuntergang

Anreise Long Island und die Hamptons sind am besten von New York City aus zu erreichen. Flüge im Mai ab Frankfurt z. B. mit Lufthansa ab ca. 350 Euro (www.lufthansa.de) oder mit United Airlines ab ca. 340 Euro (www.unitedairlines.de).

Mit dem Mietwagen: Vom Midtown-Tunnel in Manhattan fährt man über den Long Island Expressway (ausgeschildert) bis zum Abzweig Highway 27, dem Montauk Highway, an dem die Orte der Hamptons liegen. Fahrtzeit außerhalb der Rushhour bis East Hampton: ca. zwei Stunden. In der Vor- und Nachsaison ist das Auto gut geeignet, um die Hamptons zu erkunden. Für die Strandparkplätze braucht man in der Hauptsaison eine Parkerlaubnis, die man nur bekommt, wenn man in den Hamptons übernachtet (Ausnahme: Main Beach in East Hampton).

Mit der Bahn: Von der Penn Station in Manhattan fährt die Long Island Rail Road alle Orte in den Hamptons an (Fahrtzeit bis East Hampton: ca. 2 Stunden 40 Minuten). Einfache Fahrt: um 16 Euro von Penn Station bis East Hampton, Preise variieren je nach Tageszeit und danach, ob man am Bahnhof, im Zug oder übers Internet bucht (www.mta.info/lirr). Mit dem Bus: Der "Hampton Jitney" fährt von verschiedenen Haltepunkten in Manhattan, braucht ca. drei Stunden bis East Hampton und kostet außerhalb der Saison ca. 24 Euro, einfache Fahrt. Unbedingt reservieren (www.hamptonjitney.com).

Beste Reisezeit Am schönsten sind die Hamptons unmittelbar vor und nach der Saison. Die geht vom Memorial Day (letzter Montag im Mai) bis zum Labor Day (erster Montag im September). Während dieser Zeit sind die Hamptons fest in der Hand der Sommer- und Wochenend-Urlauber aus New York City. Das bedeutet: volle Strände, hohe Preise, permanenter Verkehrsstau.

Telefon Vorwahl in die USA 001, Ortsvorwahl der Hamptons 631.

Unterkommen Culloden House Motels. Einfaches, einladendes und besonders preiswertes Motel, in der Nähe des malerischen alten Hafens von Montauk. DZ ab ca. 80 Euro (540 West Lake Drive, Montauk, NY 11954, Tel. 668 92 93, Fax 668 32 28).

Lido Resort Motel. Hübsche Anlage, verschlafener 50er-Jahre- Charme. DZ ab ca. 100 Euro (5 S Emery Street, Montauk, NY 11954, Tel. 668 32 33, Fax 668 31 81, www.lidoresort.com).

East Hampton Village Bed & Breakfast. Klassisches, mit Antiquitäten eingerichtetes Bed & Breakfast in East Hampton, nahe der Einkaufsstraßen. Die Besitzer kümmern sich rührend, es gibt Selbstgebackenes zum Frühstück. DZ ca. 200 Euro (172 Newtown Lane, East Hampton, NY 11937, Tel. 324 18 58, Fax 329 07 62, www.easthamptonvillagebandb.com).

The Bridgehampton Inn. Schönes Haus von 1795, gediegen und gemütlich: Zimmer 3 hat einen Kamin, zum Frühstück gibt's selbst gemachte Pancakes mit Blaubeeren. DZ wochentags ab ca. 180 Euro (2226 Montauk Highway, Bridgehampton, NY 11932, Tel. 537 36 60, www.bridgehamptoninn.com).

The Chequit Inn. Beschauliche viktorianische Pension im Herzen von Shelter Island, direkt am Fährhafen. Übernachtungen je nach Art der Unterkunft (verschiedene Gebäude) zwischen ca. 50 und 200 Euro (23 Grand Avenue, Shelter Island Heights, Tel. 749 00 18, www.shelterislandinns.com).

Genießen Duryea's. Praktisch nur Hummer (je nach Fang ca. 25 Euro), nur draußen, Selbstbedienung, Bier oder Wein bringt man selbst mit. Eine Legende im historischen Kern von Montauk, wegen der spektakulären Sonnenuntergänge und der entspannten Atmosphäre (65 Tuthill Road, Tel. 668 24 10).

Lobster Roll. Keine Reservierungen, direkt an der Landstraße, lange Schlangen - aber das Hummerbrötchen (ca. 12 Euro) ist zu Recht berühmt, und die Fischsuppen sind die Wartezeit wert (1980 Montauk Highway, Tel. 267 37 40).

Spinnakers. Tolle Burger (ca. 10 Euro), einfallsreiche Salate, gehobene amerikanische Küche im ruhigeren Sag Harbor: vor allem abends schön (63 Main Street, unbedingt reservieren, Tel. 725 93 53). Anschließend auf einen Drink in die altmodische Bar des "American Hotel", direkt nebenan (Tel. 725 35 35).

Citarella. Dieser Ableger des New Yorker Gourmet-Supermarkts hat erstklassige Sandwiches (ca. 7 Euro) und kalte und warme Küche zum Mitnehmen an den Strand (2 Pantigo Road/ Ecke Main Street, East Hampton, Tel. 324 91 90, täglich ab 10 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr).

Osprey Café. Sehr ursprünglicher amerikanischer Diner mit Kiosk, Kramladen und zwölf Sitzplätzen direkt an der Theke, wo einem die Bedienung das klassische amerikanische Frühstück für unter 10 Euro bereitet: mit Eiern, Speck und Bratkartoffeln (34 North Ferry Road, Shelter Island, Tel. 749 27 32).

Einkaufen Toll zum Bummeln: Main Street und Newtown Lane in East Hampton, Main Street und Jobs Lane in Southampton. Filialen von Edel-Läden wie Coach, Ralph Lauren oder Tiffany & Co (East Hampton) und Miniaturausgaben der New Yorker Kaufhäuser wie Saks Fifth Avenue (1 Hampton Road, Southampton) oder Macy's (190 W. Montauk Highway, Hampton Bays).

Calypso. Die erste Adresse für hochpreisige, betont lässige Strandmode, die in den Hamptons auch in Bars und Restaurants getragen wird (17 Newtown Lane, East Hampton).

Intermix. Filiale einer der populärsten New Yorker Trend- Boutiquen, minimalistisch, puristisch, mit Mode von kleinen Designern (64 Main Street, Southampton).

Ausflüge Fahrradverleih. Schöne Alternative zum Mietwagen: Fahrräder mieten, zum Beispiel in Amagansett (Amagansett Beach & Bicycle, 624 Montauk Highway, Tel. 267 63 25).

Wanderungen. Wenn die Einheimischen Ruhe suchen, wandern sie in einem der vielen Naturschutzgebiete, zum Beispiel am Montauk Point (am Ende des Montauk Highway, den Schildern zum historischen Leuchtturm folgen) oder im Shadmoor State Park (zwischen Montauk Highway und Ditch Plains), mit herrlichen Ausblicken von den Klippen aufs Meer. Infos bei der Parkverwaltung des Landkreises, Tel. 854 49 49.

Die schönsten Häuser. Den besten Eindruck von den prächtigen Villen und Landsitzen und den Hecken, hinter denen sie sich verbergen, bekommt man in der Lily Pond Lane, die in East Hampton von Main Beach bis Georgica Beach verläuft.

Kunst zum Staunen. Nördlich von East Hampton liegt das Örtchen Springs, wo der Maler Jackson Pollock mit seiner Frau Lee Krasner wohnte und arbeitete. Ihr Haus und das Studio kann man von Mai bis Oktober besichtigen, nach Voranmeldung, mit geführter Tour für ca. 8 Euro (Pollock-Krasner House, 830 Fireplace Road, East Hampton, Tel. 324 49 29).

Kunst zum Selbermachen. Zwischen Amagansett und Montauk liegt die "Art Barge", ein auf Land gezogenes Schiff, in dem ein Museumspädagoge des New Yorker Museum of Modern Art eine freie Kunstschule gegründet hat. Tages-, Wochenend- oder Wochenkurse im Sommer, Vorsaison auf Anfrage (Napeague Meadow Road, Amagansett, www.theartbarge.com).

Info "Jodi's Shortcuts". Dieses jährlich im Eigenverlag erscheinende Nachschlagewerk versammelt nützliche Tipps (Babysitter? Waschsalons?) und sehr viele Adressen von Hotels und Restaurants. Die Ausgabe 2009 erscheint im Mai, in New York im Buchhandel erhältlich, z. B. bei Barnes & Noble (ca. 15 Euro).

"Dan's Paper". Die größte und beste von mehreren Wochenzeitungen, die in den Hamptons kostenlos ausliegen. Veranstaltungstipps, Gerüchte über Promi-Sichtungen sowie Klatsch über Einheimische, von denen man noch nie gehört hat.

"Montauk" von Max Frisch. Eine meditative Ehe- und Beziehungsgeschichte, nicht ohne Selbstzerfleischung, aber mit prägnanten, poetischen Beschreibungen der Landschaften und Stimmungen im östlichen Long Island: die klassische Einstimmungslektüre seit 1975 (224 S., 8 Euro, Suhrkamp).

"The Hamptons Dictionary" von Miles Jaffe. Ein lustiges Wörterbuch für den Hamptons-Slang. Unter einer "tourist bomb" verstehen die Einheimischen einen vollbesetzten "Hampton Jitney"-Bus. "Tourrorist": Urlauber mit schlechtem Benehmen. "Yuppie Porn":Architekturzeitschriften für teure Sommerhäuser (188 S., 15 Euro, Complete Fabrications, oder direkt unter www.hamptonsdictionary.com).

Reise-Tipps für New York

Wer jetzt nach New York fährt, kommt garantiert in einen Kaufrausch. Hier die neuesten Tipps

Einkaufen Century 21. Einer der berühmten Discount-Läden für günstige Designer-Kleidung (22 Cortland Street). Ebenso Filene's Basement (4 Union Square South; im gleichen Haus: DSW - eine prima Adresse für preiswerte Designer-Schuhe und -Handtaschen!). Derzeit ist aber überall in der Stadt Dauerausverkauf, die Geschäfte kämpfen mit Umsatzrückgängen und locken mit gewaltigen Sonderangeboten: "70 % off!!")

Armani/5th Avenue. Der nagelneue "Flagship Store" des italienischen Modemachers: Auf vier Etagen, die mit einer ellipsenförmigen Treppe (schick!) verbunden sind, gibt es alles, was Giorgio Armani unter seinem Namen vertreibt - ob Jeans, Sessel oder Pralinen. Hinzu kommt ein nettes Restaurant mit Ausblick auf die Fifth Avenue (717 Fifth Avenue).

The Shops at Columbus Circle. Einkaufspassage im Time Warner Center mit Ausblick auf den Columbus Circle und Central Park - und mit Geschäften von Aveda, Boss, Cole Haan oder Stuart Weitzman. Falls es mal regnet, kann man hier bestens im Trockenen bummeln (10 Columbus Circle).

Uniqlo. Japans Antwort auf GAP, in Deutschland nicht zu haben: Uniqlo führt alles, was man an Basics braucht, ob Hosen, T-Shirts, Mäntel, Röcke - oder Kaschmirpullover, die keine 100 Dollar kosten. Der Laden in SoHo ist 3300 Quadratmeter groß und die Auswahl dementsprechend riesig (546 Broadway).

Jil Sander. Klassisch elegante Mode in neuer Umgebung: Im vergangenen Sommer eröffnete eine Dependance in SoHo, die als "Must-See Store" gilt - muss man gesehen haben! Allein wegen des puristisch unterkühlten, aber sehr raffinierten Designs des Geschäfts (30 Howard Street). Arche. Nichts für die vier Highheels-stöckelnden Damen aus "Sex and the City": Die Schuhe von Arche sind schön schlicht und superbequem - und in Dollar etwas günstiger als in Euro. Außerdem findet man in den vier Filialen in der Stadt (z. B. 10 Astor Place) häufig herabgesetzte Modelle der Vorsaison.

Genießen Es wird Frühling in der Stadt - ein Vergnügen, einfach nur dazusitzen und das Treiben auf den Straßen zu beobachten.

Café Angelique. Hier sitzt man sehr gemütlich, dazu gibt's wunderbaren Strawberry Cheesecake, an einer belebten Ecke im West Village (49 Grove Street).

Bryant Park. Kleiner Park hinter der Public Library in Midtown Manhattan (zwischen 40. und 42. Straße & Fifth und Sixth Avenue), in dem die New Yorker gern ihre Mittagspause verbringen. Hier stehen Tische und Stühle - und im Sommer eine Leinwand: Dann ist Open-Air-Kino angesagt (Programm unter www.bryantpark.org

Momofuku Ssäm Bar. Die New Yorker lieben, was David Chang ihnen serviert: koreanisch-amerikanische Küche, jung und originell. Der Sohn koreanischer Einwanderer besitzt inzwischen vier "Momofuku"-Läden im East Village, die regelmäßig in den Stadtmagazinen gefeiert werden. Dieser ist berühmt für "Ssäms", koreanische Burritos: ein paar Scheibchen Steak, die mit Kimchi, einem speziellen Gemüse, in einem Salatblatt eingerollt und mit den Fingern gegessen werden. Hauptspeisen um 16 Dollar (207 Second Avenue, Tel. 212/ 254 35 00, www.momofuku.com).

Irving Mill. Relativ neu und sehr beliebt, zum Brunch, Lunch oder Dinner: viel helles und dunkles Holz und warmes Licht, die Atmosphäre kuschelig wie in einem alten Bauernhof. Amerikanische Küche, französisch-italienisch angehaucht; Hauptspeisen (z. B. Snapper in Pistazienkruste) ab 28 Dollar (116 East 16th Street, Tel. 212/254 16 00, www.irvingmill.com).

Unterkommen The Standard. Der neueste Hit des bekannten Hoteliers Andre Balazs (einst der Boyfriend von Uma Thurman): Das Hotel steht auf mächtigen Stelzen, es wurde über die "High Line" hinweg gebaut, eine still gelegte Eisenbahnlinie. Alle Zimmer haben eine Glasfront vom Fußboden bis zur Decke und eine Traumaussicht auf den Hudson River. Im Meatpacking District; ab 195 Dollar (848 Washington Street, New York, NY 10014, Tel. 212/645 46 46, www.standardhotels.com/new-york-city/).

The Bowery Hotel. Das 2007 eröffnete Hotel erinnert mit seinem braunen Backstein an die New Yorker Vorkriegsgebäude. In dem Haus ist alles auf alt gemacht, mit viel dunklem Holz und Hirschgeweihen an der Wand. Die Zimmer sind gemütlich - und für Manhattan-Verhältnisse groß. Sehr angesagt, daher nicht ganz billig. Im East Village; ab 400 Dollar (335 Bowery, New York, NY 10003, Tel. 212/505 91 00, Fax 212/ 505 97 00, www.theboweryhotel.com).

Bed & Coffee. Wie ein Bed & Breakfast, nur ohne Frühstück: elf liebevoll eingerichtete Zimmer in einem kleinen Stadthaus, teils mit zwei Doppelbetten, also auch wunderbar für Familien geeignet. Im Osten des East Village; ab 115 Dollar (110 Avenue C, New York, NY 10009, Tel. 917/816 00 71, Fax 212/979 97 43, www.bedandcoffee.com).

Info Aktueller Reiseführer "New York" mit Stadtplan, Hintergrundgeschichten, vielen Adressen (14,95 Euro, Dumont).

Text: Till Raether, Ulrike von Bülow Fotos: Naomi Harris, Corbis, AP Images Illustration: Katja Spitzer Ein Artikel aus der BRIGITTE 09/09

Kommentare (4)

Kommentare (4)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Am Ende des Artikels wird das Cafe Angelique angepriesen.

    Leider stand ich mit meiner Familie vor einem leeren Ladenlokal. das Cafe gibt es nicht mehr

    und damit auch nicht den heiß ersehnten Cheesecake!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    mit "Irving Mill" ist wohl "Irving Farm" gemeint... (der richtige link wäre: http://www.irvingfarm.com/). Der Stammsitz der Kaffeerösterei ist in Millerton, NY im Hudson Valley)
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Aha, jetzt wurde die Ueberschrift geaendert. Gestern stand da naemlich "Die Straende von New York". Da mutete es doch recht komisch an, dass die Straende z. B. in Brooklyn (Brighton Beach, Coney Island) gar nicht erst eine Erwaehnung wert waren. Wenn da keiner hin geht, wo kommen dann die ganzen Menschenmassen her, die sich dort regelmaessig tummeln im Sommer?? Und nicht jeder hat Lust, den halben Tag auf Anreise (von der City aus) zu verplempern. Aber wenn man die Ueberschrift gleich "Long Island" gemacht haette, haette ich mir den Kommentar von gestern gespart.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Och nee, gibt's noch einen Ort wo man sich vor Touristen fluechten kann??? Jetzt sollen sie sogar noch an die Straende gelockt werden? Geht's noch? Na ja, die staedtischen Straende sind wohl sicher. Die werden gar nicht erst angepriesen, wohl zu gewoehnlich fuer die Herrschaften. Gut so.
Bild Montagsnl

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Long Island: Abstecher von New York

Im Sommer flieht halb New York nach Osten, an die herrlichen Strände der Hamptons auf Long Island. Am besten, man kommt ihnen zuvor.

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