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Reisen in die Stille

Die schönsten Plätze sind meistens schon vergeben? Nicht doch: Sie sind gar nicht bekannt! Hier sind zwölf Natur-Oasen, fernab von allem Trubel - mitten in Europa.

Holland: Dem Alltag davonradeln

  Radlerparadies: die kleinste Insel Nordhollands, Schiermonnikoog

Radlerparadies: die kleinste Insel Nordhollands, Schiermonnikoog

Schiermonnikoog war einst Dependance eines friesischen Klosters, daher auch der Name: "die Insel der grauen Mönche". Sie ist die kleinste Insel Nordhollands, misst nur 16 mal 4 Kilometer und hat 997 Einwohner. Dafür hat sie aber viel zu bieten: den breitesten Sandstrand in ganz Europa, Dünen, Salzwiesen, Nadel- und Birkenwälder, Wattenmeer, viele Wanderwege, keinen Autoverkehr - und an die 4000 Leihfahrräder.

Am besten schwingt man sich auf eines (ab 4 Euro pro Tag inklusive Wegekarte, z. B. über Soepboer Fahrradverleih, Paaslandweg 1, 9166 PV Schiermonnikoog, Tel. 00 31/519/53 16 36, www.fietsenverhuurschiermonnikoog.com und radelt einfach los. Ideal für einen Tagesausflug oder ein Wochenende und zum Austoben - mit Blick aufs Watt.

Anreise: Mit der Fähre ab Lauwersoog (dort in der Nähe des Hafens parken, Info über Scheepspark, Tel. 00 31/519/34 91 39) in 50 Minuten übersetzen (ganzjährig bis zu sechsmal am Tag, ab 11,75 Euro, inklusive Kurtaxe. Wagenborg Passagierdiensten, Tel. 00 31/900/455 44 55, www.wpd.nl

Türkei: Im Paradies ankommen

  Ruinen, Felsen und endlose Weite: am türkischen Bafasee

Ruinen, Felsen und endlose Weite: am türkischen Bafasee

Vor 2000 Jahren wurde hier das Meer gefangen genommen: Der Bafasee entstand, als die Bucht von Latmos versandete - sein Wasser ist heute noch leicht salzig, und die Strände sind feinsandig. Diese Region, mit dem angrenzenden Latmos- Gebirgszug und dem Dilek-Nationalpark an der Südägäis, hat, so scheint es, einen Jahrhundertschlaf hinter sich und ist ein absoluter Geheimtipp: mediterrane Wälder und Olivenhaine, ursprüngliches Bauernleben und Klosterruinen und immer wieder schroffe Felsen. Rund um den See gibt es nur kleinere Pensionen (der Bau touristischer Großanlagen ist verboten).

Der Spezialreiseveranstalter Dr. Koch bietet ganzjährig Kultur- und Wanderreisen an den Bafasee an (Am Stadtgarten 9, 76137 Karlsruhe, Tel. 07 21/ 15 11 51, Fax 15 11 52, www.drkoch-reisen.de

Anreise: Mit dem Flugzeug nach Izmir, z. B. mit Condor ab Frankfurt ab 246 Euro (Tel. 018 05/76 77 57, 0,14 Euro/Minute, www. condor.de). Dann mit dem Mietwagen (z. B. über Car del Mar ab 176 Euro pro Woche, Tel. 018 05/ 74 07 41, 0,14 Euro/Minute, www.cardelmar.com in knapp drei Stunden (170 Kilometer) nach Kapikiri.

Übernachten: Die "Agora Pensiyon" in Kapikiri ist ein beschauliches Haus mit schattigen Terrassen, beliebt bei ausländischen Gästen, DZ/HP 245 Euro/Woche; Reservierungen und Anfragen über Seb-Tours, Tel. 089/54 29 05 38, www.herakleia.com

Island: Einmal kräftig durchpusten, bitte!

Steile Felsküsten, tosende Fluten, sattgrüne Wiesen - Islands fächerförmige Halbinsel, die Westfjorde, ist ein einsames Fleckchen Erde. Mal abgesehen von der weltgrößten Kolonie der Meeresvögel Tordalken, die hier am westlichsten Punkt Europas, der Steilküste von Látrabjarg, den Sommer verbringen. Aber das ist nicht alles: Die gesamte Küste entlang lassen sich Papageientaucher, Basstölpel und andere wilde Vögel beobachten. So dicht an der Natur, oben auf den Klippen und durchgepustet vom Wind, begegnet man sich selbst. Und mit Glück auch einem arktischen Fuchs. TIPP: Mit dem Boot kann man eine schöne Tour zu der nördlich gelegenen Vogelinsel Vigur machen (z. B. mit West Tours, täglich ab Isafjodur, Dauer rund vier Stunden, ca. 40 Euro.

Über West Tours, Adalstraeti 7, 400 Isafjodur, Tel. 003 54/456/51 11, www.vesturferdir.is

Anreise: Hin- und Rückflug z. B. mit Icelandair, www.icelandair.de täglich von Frankfurt nach Reykjavik ab 370 Euro). Mit dem Mietwagen Richtung Westfjorde (Tagestour, da kurvige Strecke, ein Jeep ist empfehlenswert!, z. B. über Holidayautos, ab 712 Euro pro Woche, Tel. 018 05/17 91 91, 0,14 Euro/Min., www.holidayautos.de Oder von Reykjavik mit Air Iceland direkt nach Isafjödur fliegen (Hin- und Rückflug ab 150 Euro).

Frankreich: Ferien mit Tiefgang

  Eine der Höhlen im Languedoc- Roussillon, im Südwesten Frankreichs

Eine der Höhlen im Languedoc- Roussillon, im Südwesten Frankreichs

Sie sind wie unterirdische Kathedralen, uralt und wunderschön: Frankreichs Höhlen. In der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon gibt es 15 für Touristen begehbare Souterrains. Imposant: die Grotte de Dargilan, in der Nähe von Meyrueis. Ein Saal misst etwa 140 mal 50 Meter und ist 25 Meter hoch. Berauschend: Die Grotte de Clamouse wurde von unterirdischen Wasserläufen gebildet. Farbenprächtig: die Grotte de Trabuc, zwei Kilometer von Mialet entfernt, mit unzähligen Stalagmiten, nur wenige Zentimeter hoch. Fantastisch: Mit einer offenen Drahtseilbahn geht es hinab zur Grotte des Demoiselles mit ihren Tropfsteingebilden. Eines von ihnen ähnelt einer Madonnenfirgur. Beschreibungen von allen Höhlen unter www.frankreich-sued.de

Anreise: Mit dem Flugzeug z. B. von Frankfurt nach Marseille ab 232 Euro mit Lufthansa (Tel. 018 05/83 84 26, 0,14 Euro/Minute, www.lufthansa.com). Weiter im Mietwagen, z. B. nach Nimes (120 Kilometer) oder Montpellier (170 Kilometer), ab 195 Euro pro Woche (z. B. über Holidayautos, Tel. 018 05/ 17 91 91, 0,14 Euro/Minute, www.holidayautos.de

Info: Atout France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt, Tel. 09 00/157 00 25, Fax 09 00/159 90 61, 0,49 Euro/Min., Unterkünfte z. B. über France Hotel Reservation, Tel. 069/ 257 37 87 67, oder über www.languedoc-online.de

Österreich: Die Zeit anhalten

Im südwestlichen Kärnten, eingebettet zwischen den Lienzer Dolomiten und den Karnischen Alpen, liegt das Lesachtal - gut versteckt, das muss man sagen. Denn der Tourismus wird hier zwar seit den 50er Jahren gepflegt, aber nur ganz behutsam. Wildromantische Gebirgslandschaft, dunkle Wälder, weite Almflächen, unbebaut und abgeschieden, und im Sommer wird es nicht zu heiß. Das Leschtal liegt auf einer Höhe von 900 bis 1500 Metern - toll zum Wandern (jeweils donnerstags kostenlose geführte Tour; Routen und Kontakt über das Tourismusbüro, s. u.). Die vier Ortschaften, Birnbaum, Liesing, St. Lorenzen und der Wallfahrtsort Maria Luggau, haben nicht jede Mode mitgemacht, dafür bergen sie den Zauber alter Tage.

Anreise: Mit der Bahn z. B. über Innsbruck- Brenner-Sillian; dort vom Vermieter abholen lassen (Zugverbindungen Österreich über Tel. 00 43/ 5/17 17, www.oebb.at). Mit dem Flugzeug z. B. nach Klagenfurt mit Tuifly ab 85 Euro (Tel. 018 05/75 75 10, www.tuifly.com). Weiter mit dem Mietwagen in knapp zwei Stunden ins Lesachtal (z. B. über Weekrent ab 149 Euro/Woche, Tel. 00 43/676/915 91 78, www.weekrent.com ).

Italien: Natur pur an der Adria

Silberreiher stelzen durch Seerosen, Stockenten balzen umeinander. Schwarz befrackte Kavaliervögel suchen nach Fischen. Die Riserva della Foce dell'Isonzo in der Mündung des Flusses Isonzo ist Insel, Naturschutzgebiet und Vogelparadies. Als mich Fabio Perco, Wildhüter und Direktor auf der Insel, herumführte, war die Luft so klar, dass ich sowohl den Golf von Triest als auch das Karstgebirge im Hinterland sehen konnte. Die Klematis blühte lila, das Schilfrohr stach kerzengerade aus den Gräben. Ich spazierte umher, lauschte, guckte. Im Observatorium unter Wasser stand ich Auge in Auge mit Fröschen und Lurchen. Ich sah die weißen Camargue-Pferde über das Schilfgras toben. Ich folgte den Spuren der Rehe. Ein Fuchs guckte aus seinem Bau. Fabio Perco spitzte die Lippen und flötete wie ein Brachvogel: das Symbol des Naturschutzzentrums.

Ein Tipp von BRIGITTE-Mitarbeiterin Inge Ahrens

Naturreservat Isola della Cona, Tel. 04 32/ 99 81 33, www.isoladellacona.it; geöffnet täglich 9-17 Uhr.

Irland: Wandern in der Einsamkeit

Schon die Fahrt von Galway ins County Connemara war ein Erlebnis. Während der Bus über die holprigen Straßen jagte, bestaunten wir durch die beschlagenen Scheiben die Landschaft: wild, hügelig und quietschgrün. Als wir schließlich das Hostel "Sleepzone" erreichten, versperrte dichter Nebel den versprochenen Ausblick auf den Killary-Fjord. Aber wir hatten uns trotzdem schon verliebt. Tropfnass und strahlend verkündeten wir dem Mädchen an der Rezeption, dass wir gleich noch eine weitere Nacht buchen würden. "Trotz des Wetters?" - "Ja, trotz des Wetters." Es war eine gute Entscheidung. Am nächsten Morgen riss die Wolkendecke auf, und wir blickten von unserem Zimmer aus direkt auf den atemberaubenden Fjord. Die nächsten Tage sollten zu den schönsten und erholsamsten unseres Irland-Urlaubs werden: Tagsüber wanderten wir stundenlang durch die Natur und genossen die Einsamkeit. Abends spielten wir Billard im herbergseigenen Pub und trafen Leute aus der ganzen Welt. Übrigens auch aus Irland. Und die wissen ja wohl am besten, wo es in ihrem Land schön ist.

Ein Tipp von BRIGITTE.de-Redakteurin Michèle Rothenberg

"Sleepzone Hostel", Leenane, Connemara, Tel. 003 53/91/56 69 99, www.sleepzone.com. Outdoor-Aktivitäten wie Kajakfahren, Reiten, Fahrradfahren und Tauchen vor Ort möglich.

Lappland: Bären und Beeren

Nirgendwo sonst in Europa gibt es noch so viel unzerstörte Natur, unendliche Wälder, herrliche Berge, saubere Luft, spiegelblanke Seen und so viele Tiere in freier Natur: Elche, Rentiere, Füchse, Rehe, Wölfe, Vögel, Bären. Die nordschwedische Natur ist auch eine reiche Schatzkammer, es gibt Blaubeeren, Preiselbeeren, Moltebeeren, Fische... Die Menschen dort sind die freundlichsten ganz Schwedens und großartige Geschichtenerzähler.

Ich empfehle einen Urlaub auf dem Campingplatz oder im sogenannten Pensionat des Ortes Harads (zwischen Lulea und Jokkmokk). Der breite Lule-Strom fließt vorbei, drumherum unerhörte Naturromantik - und alles noch ein echter Geheimtipp! Es gibt auch noch richtige Sommer (heiß, duftend und unvergleichlich) und richtige Winter mit ordentlich Schnee, sternenfunkelndem Himmel und Nordlichtern. Man kann auch Rentier- und Hundeschlittenfahrten unternehmen. Und köstliches Essen gibt es auch, z.B. geräuchertes Rentierfleisch oder frische Fische aus den Bergseen.

Ein Leser-Tipp von nordlicht

www.harads.se

Spessart: Ab in die Wildnis

2440 Quadratkilometer mit dichten Eichen- und Buchenwäldern, unterbrochen nur von kleinen Wiesentälern und Bächen: echte Wildnis mitten in Deutschland. In den paar Wirtshäusern im Spessart haben früher die Räuber gehaust. Tourenführer begleiten Urlauber in diese Abenteuerlandschaft: Trekking und Mountainbiken oder Kanutouren auf der Fränkischen Saale, ein- oder mehrtägig, Übernachtung im Wirtshaus oder Indianer-Tipi am Lagerfeuer. Wer lieber ohne Guide unterwegs ist, wird mit Karten und Tourbeschreibung losgeschickt; und am Rastplatz wartet abends das fertig aufgebaute Zelt.

Ein Tipp von BRIGITTE-Mitarbeiterin Anja Haegele

Outdoor Company NatUrlaub, Bozerei 5, 63875 Mespelbrunn, Telefon/Fax 060 92/54 79. www.naturlaub-reisen.de

Rumänien: Durch Draculas Reich

Mit einem selbst gebauten Floß geht es vier Tage auf dem Alt durchs transsilvanische Kernland, von Augustin bis Halmeag. Anschließend Transfer zum Gebirgskurort Hohe Rinne (1450 m): Hier dient eine Hütte als Basislager für Tageswanderungen in die Umgebung, in den Naturpark Iezerele Cindrelului und über das Hirtendorf Rasinari nach Sibiu. Von der Europäischen Kulturhauptstadt 2007 geht es dann weiter mit dem Rad, zum Beispiel zu den nahen Salzwasserseen, zur Kirchenburg von Cisnadie oder zum Ikonen-Museum in Sibiel. Übernachtungen während der Floß- und Rad-Etappen im Zelt oder auch im Heulager.

13 Tage inkl. Flug ab München, Transfer, Ausrüstung, Reiseleitung und Ü/VP 1225 Euro. Hauser Exkursionen

Österreich: Unterwegs mit dem Förster und der Raben-Gerti

Grünau im Almtal ist vielleicht noch nicht so bekannt, dafür hat das Feriengebiet im oberösterreichischen Salzkammergut Außergewöhnliches zu bieten: wunderschöne Seen, unberührte Natur, Wanderwege ohne Ende und besonders viel Spaß für neugierige Kinder. Die können zusammen mit ihren Eltern die "Raben-Gerti" im Cumberland- Natur-Wildpark besuchen und Braunbären, Luchse und Fische kennen lernen, die Konrad-Lorenz-Forschungsstelle besichtigen, wo das Verhalten der Graugänse untersucht wird, oder mit einem Förster Bäume interviewen und den Waldboden mit nackten Füßen erkunden. Geeignet für jedes Alter. Naturerlebnis All Inklusiv inkl. sieben Übernachtungen/ HP im DZ bzw. in einer Ferienwohnung ab 222 Euro/ Person bzw. ab 304 Euro für zwei Personen.

Tourismusverband Grünau im Almtal, Im Dorf 17, A-4645 Grünau im Almtal, Tel. 00 43/7616/82 68, Fax 88 95, www.gruenau-almtal.at

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