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Südtirol: Ferien im Funkloch

Ein Funkloch kann herrlich sein: Endlich mal abschalten! Unsere Autorin nötigte ihre Töchter in einen Urlaub ohne Web, Handy, Wii, Playstation und Kika. Und lernte, der Stille im Funkloch ganz genau zuzuhören.

Besser als Nintendo - und der Highscore wird gleich mitgeliefert: eine Wanderung über den Schlinigpass zur Uinaschlucht.

Ganz egal, wo es hingeht, angeblich ist Kindern in den Ferien die Zeit, die sie mit den Eltern verbringen, am wichtigsten. Die jüngste Studie, die das behauptet, stammt vom online-Reisebüro Expedia. Leider wurde darin nicht erforscht, wie diese gemeinsame Zeit verbracht wird. Miteinander? Oder nur nebeneinander? Was wäre, wenn wir Ferien im Funkloch machten und nicht dauernd Handy, Blackberry, E-Mail- Account, iPod oder Nintendo Aufmerksamkeit raubte und uns vom analogen Leben und voneinander ablenken würde? Hätten wir mehr Zeit? Würden wir einander besser zuhören? Uns näherkommen? In den USA werben bereits netzfreie Hotels mit Internetsabbaticals. Wer dagegen in Europa nicht gerade die Karpaten als Ferienziel anvisiert, muss nach einem "Tal der Ahnungslosen" lange suchen. Hoch in den Südtiroler Bergen, im Schliniger Tal, werde ich schließlich fündig.

Erschöpft vom Schnupperkurs auf den Almwiesen kehren die Wandererinnen nach Schlinig zurück

Ich rufe im "Hotel Edelweiß" an: "Sie haben wirklich kein Handynetz?" - "Im ganzen Ort nicht. Wenn Sie wollen, bekommen Sie auch ein Zimmer ohne Fernseher." Ich buche sofort, ohne wie sonst immer die digitale Welt zu bemühen für Fotos, Lageplan, Wetterbericht, Holidaycheck. Die Frau am Telefon klang einfach nett. Ein erster Entwöhnungsschritt? Meine beiden Töchter halten mich für bekloppt, als ich sie bitte, sogar ihre MP3-Player zu Hause zu lassen, schließlich müssen sie schon auf die Teeniedauerserie im Vorabendprogramm verzichten.

Katharina ist 18, frisch verliebt und gewohnt, stündlich ihre Nachrichten zu checken. Lynn, 10, hat gerade entdeckt, dass man mit Freundinnen, die zwei Häuser weiter wohnen, auch chatten kann, und beklagt sich täglich darüber, dass ich ihr immer noch ein eigenes Handy verweigere. Hinter dem Reschenpass, am Rande des Obervinschgaus, schrauben wir uns nach Schlinig hinauf. Die Handys sind gezückt, wir schauen ungläubig auf die Displays. Serpentine Nummer drei, das iPhone des Fotografen versagt. Ab Nummer fünf hat Nokia keinen Empfang mehr. Katharinas Aldi-Handy hält am längsten durch. Am "Hotel Gerstl" ist Schluss. Wir rufen uns gegenseitig an. Kein Signal. Noch ein Test. Nichts.

Über Weiden und Almen führt der Weg hinauf zur Sesvennahütte ...

Wir fühlen uns ein bisschen verloren. Weiß eigentlich jemand, wo wir sind? Wie wird das Wetter morgen? Wie heißt der Berg da drüben? Keine App hilft. Zurück in die Steinzeit. Ein Zwiebelkirchturm, zwei Gasthäuser, 30 Bauernhöfe, Gemeindehaus, Feuerwehr, eine Bushaltestelle und 120 Einwohner. Hühner rennen durchs Dorf, Kuhglocken bimmeln von den Wiesen, Bäche rauschen und Mähdrescher fressen sich durch die Felder. Schilder weisen zur Sesvennahütte, Uinaschlucht und zur Sennerei "Alp Planbell", es gibt also Fluchtmöglichkeiten.

... noch knapp zwei Stunden bis zum nächsten Kaiserschmarrn

Die fernseherlosen "Edelweiß"-Zimmer liegen nicht im schicken Neubau, sondern über der Küche des Stammhauses: Siebziger- Jahre-Alpencharme mit Holzvertäfelungen, Rauchglaslampen und Gulaschgeruch. Kein Föhn, aber eine Leselampe, hell genug, um die missmutigen Gesichter der Kinder zu sehen. Wie fast immer im Familienleben rettet ein großes Eis die Stimmung. Alexandra Peer serviert Riesenbecher samt Schirmchen und Waffel. Sie ist 20 und schmeißt die Pension zusammen mit ihrer ausnehmend freundlichen Mutter. Heute gähnt sie, sie war gestern aus, mit den knapp zwanzig anderen Schlinigern zwischen 18 und 25. Das Bustaxi fährt sie jeden Freitag in die Disco nach St. Valentin. Wie sie sich denn verabreden würden? "Mit dem Telefon." - "Ach so, Festnetz", murmelt Katharina. "Und was ist das da?" Sie zeigt auf das Handy auf dem Fensterbrett. "Manchmal ist dort Empfang. Vor allem, wenn die Sonne scheint." Handyecke statt Herrgottswinkel - Schlinig ist also nicht ganz so von gestern, wie ich hoffte.

Spektakuläre Hardware der Alpen: der Felspfad durch die Uinaschlucht

Zum Glück hängen dichte Wolken über dem Tal. Trotzdem meine ich beim Abendessen immer wieder mein Handy zu hören. Phantomklingeln. "Und, was machen wir jetzt?", fragt Lynn am nächsten Morgen. Spazieren gehen. Lynn gähnt. Bach aufstauen. Lynn schaut mich an. Pilze suchen. Sie verdreht die Augen. "Darf man hier doch gar nicht ohne Sammelschein, Mama." Auf die Almen gehen und schauen, ob wir Empfang haben? Die Mädchen strahlen. Netzsuche als Aufstiegshilfe. Man sollte Ferien dieser Art nicht planen, wenn man ein Handy gewohnt ist, das einem fast alles abnimmt. Das notfalls auch durch Timbuktu navigiert, geparkte Autos wiederfindet, Wetter vorhersagt und einen 24 Stunden mit dem Internet verbindet. Wann habe ich das letzte Mal eine Landkarte benutzt? Wir brauchen eine Weile, bis wir den richtigen Weg fi nden. Lynn sammelt Grashüpfer, Katharina streichelt die Kälber, die neugierig am Zaun stehen.

Schlägt jeden HD-Fernseher: Natur in Breitwandformat. Von der Plantapatschhütte genießen Katharina, Katja und Lynn den Panoramablick auf die Ortlergruppe

Wir laufen Arm in Arm, rasen einfach los, lassen uns die Hügel hinunterkugeln. Wir reden miteinander, die Mädchen über Facebook, ich über die gute Luft, das Panorama - Ortler, Fernerkopf, Piz Rims. Der Himmel hat sich aufgehellt. Wir trinken aus Bächen, lümmeln zwischen Latschenkiefern, beobachten Murmeltiere. Wir setzen uns auf einen Felsen. "Ganz schön still hier", sagt Katharina. "Einfach nichts", flüstert Lynn. Ein Mountainbiker schnauft vorüber. "Der hat's aber eilig", sagt Katharina. Beim Kaiserschmarrn auf der Schliniger Alm "Alp Planbell" kommen wir mit dem Senner Rudolph Brunner ins Gespräch.

Der Grat markiert die Staatsgrenze zur Schweiz.

Dreimal muss er die 66 Kühe melken, bis er genug Milch für seinen 1250-Liter-Topf beisammen hat, der gerade mal 70 Kilo Käse ergibt. Jeden Tag steht er um halb vier auf, geht morgens und abends in den Stall. Anfangs wird jeden zweiten Tag "gekast", wie Rudolph sagt, müssen die Käselaiber gebürstet und gedreht werden. Am Ende des Sommers kann er dann knapp eine Tonne Käse an die Bauern in Schlinig und in den Nachbartälern liefern, deren Kühe die Milch geben. Den ganzen Sommer ist er auf dem Berg, ohne ein einziges Mal abzusteigen. Die Kinder werden neugierig. "Fünf Monate ohne Handy und Fernsehen? Wahnsinn."

Hubert Peer, Cousin der "Edelweiß"-Wirtin, hat einen Bock geschossen - die Patrone trägt er am Hut

Wir wandern weiter, hinauf zur Sesvennahütte, eine Stunde Weg, ganz schön steil. Eine Gruppe italienischer Wanderer kommt uns entgegen, die Handys mit langen Armen in den Himmel gereckt, auf der Suche nach Empfang. Sie schlagen Haken, stolpern herum. "Handytanz", sagt Lynn lakonisch. "Voll peinlich." Auf der Hütte - es gibt Frittatensuppe - fi ndet Katharina den Handy- Winkel auf Anhieb, auf dem Regal hinter dem Tresen, wo die Schokoladentafeln liegen. Klingelt eines, raunt der ganze Saal. "Wer war'n dran?" Im normalen Leben verschwindet, wer angerufen wird, aus der geselligen Runde. Hier ist jedes seltene Klingeln, jede SMS, die durchkommt, ein öffentliches Ereignis. Zwei junge Brüder bewirtschaften die Hütte, sie tragen coole T-Shirts, hören Bob Dylan statt Volksmusik.

Butter- oder Semmelpilz? Ohne Google lässt sich hier am Berg nicht klären, was genau Lynn gefunden hat

"Handys hier heroben? Wir sind ganz froh, dass unsere fast nie gehen", sagt Andreas Pobitzer. "Was sollt' ich denn auf den Berg, wenn ich gar nicht weg sein will von allem?" Katharinas Handy fällt von der Schokolade. Vibrationsalarm. Große Enttäuschung: Es war keine Freundin, die nahe Schweiz begrüßt sie im lokalen Telefonnetz. Beim Abendessen im "Edelweiß" die große Krise. Die Mädchen langweilen sich. Katharina schimpft "Endscheiße" und wirft ihr Telefon auf den Boden. Lynn hat meinen mitgeschmuggelten iPod entdeckt und leergehört: "Du. Hast. Kein. Aufladekabel. Mit. Mama?" Vor Wut bekommt sie Schnappatmung und verschwindet auf das Zimmer. "Morgen gehen wir keinen Schritt! Ich schwör's", ruft Katharina und rennt hinterher.

Katharina sucht Anschluss, aber hier ist nur die Natur fortwährend auf Empfang

Ich schlendere ins Büro der Hotelchefin, die mich ausnahmsweise an ihren furchtbar langsamen Computer lässt. Nur schnell im Internet den Wetterbericht prüfen. Nachrichten gucken. Und Mails lesen. Als ich mit schlechtem Gewissen ins Zimmer komme, freue ich mich, dass die Mädchen schlauer waren als ich. Sie haben sich eine Höhle aus Decken und Kissen gebaut, darin schläft Lynn zufrieden. Katharina genießt die Badewanne, den guten Joghurt vom "Edelweiß" im Gesicht, die Augen mit Gurkenscheiben belegt. Am nächsten Tag muss ich mein Versprechen einlösen. Keine Watles-Besteigung, kein Höhenweg, keine Klosterbesichtigung. Nur Sesselliftfahren. Zum Kaiserschmarrn. Irgendwann laufen die Mädchen doch los, ich überlasse ihnen Tempo und Richtung. Am Nebengipfel der erste Halt. Paraglider entfalten ihre Schirme, ziehen ihre Schutzkleidung an, warten auf die entscheidende Böe. Fast eine Stunde dauert es, bis alle weg sind. Es geht weiter zum Pfaffensee, ein stilles Wasser in einer Senke, Katharina legt sich in die Wiese und liest in ihrem Buch.

Ein Menü mit frischem Joghurt trägt Lynn gern auch mal im Gesicht

Lynn zieht Schuhe und Hose aus und jagt den Forellen hinterher. Wir pfeifen auf Grashalmen, suchen Blaubeeren, futtern Vinschgauer Brot und Kaminwurzen und hängen einfach nur zusammen ab. Langsam verstehe ich, dass zum Abschalten mehr gehört als der Technikentzug. Es ist das Sichtreibenlassen, In-den-Tag-hinein-Leben, das Wunder wirkt. Bei der Abfahrt im Sessellift ruft Katharina erstaunt: "Oh, ich hatte ja die ganze Zeit Empfang. Hab ich gar nicht gemerkt." Wir sind froh, wieder im "Edelweiß" zu sein, fühlen uns wie eine verschworene Gemeinschaft, unerreichbar für den Rest der Welt, spielen nach Speckknödel und Apfelstrudel stundenlang Karten.

Auf dem Fensterbrett im "Hotel Edelweiß" durchbricht höchst selten eine SMS die Funkstille

Um uns herum die anderen Gäste, die reden, lachen, Wein trinken und ebenfalls spielen. "Keiner stört", konstatiert Lynn. "Keiner telefoniert." Die Wirtin setzt sich zu uns an den Tisch. Christl Peer erzählt von Schlinig, von den alten Schmuggelwegen in die Schweiz, dem letzten Bären, der 1874 geschossen wurde, der Hafl ingerzucht ihres Schwiegervaters, dem Kirchenraub, der Schlammlawine, die einst die Felder verwüstete. Die Kinder hängen an ihren Lippen. "Das Dorf ist bestimmt 700 Jahre alt. Aber wir sind gar nicht so hinter dem Mond, wie alle meinen", sagt Frau Peer. Biogasanlage, weltmeisterschaftstauglicher Langlaufparcours, moderne Sennerei.

Klee unter der Nase statt Handy am Ohr: Katharina bei der Duftprobe

Nach der Schneeschmelze, so hat der Bürgermeister versprochen, bekommen wir auch den Handymast." Katharina sieht bestürzt aus. Man könnte sich doch als handyloses Tal vermarkten, viele Menschen würden eine Menge Geld ausgeben, um endlich mal ihre Ruhe zu haben, hake ich vorsichtig ein. Die Wirtin sieht mich erstaunt an. Auf unserer Heimreise markiert das "Hotel Gerstl" die Rückkehr in die Funkwelt. Die Telefone piepsen. "Wir könnten sie auch ausstellen", schlägt Katharina vor. "Warum bin ich darauf noch nie gekommen?" Ja, warum eigentlich nicht. "Weil ich gar keine Zeit hatte, darüber nachzudenken", sagt Katharina, der die Ruhe auf dem Berg gutgetan hat. Auch Lynn schaut entspannt aus dem Fenster. "Mama?" Lange Pause. "Wann bekomme ich mal ein eigenes Handy?" Die Antwort bin ich ihr bis heute schuldig.

Reise-Infos: Ferien im Funkloch

In den Bergtälern Südtirols gibt es viele netzfreie Zonen. Aber auch in Deutschland und Österreich haben wir Oasen der Unerreichbarkeit entdeckt. Hin - und weg!

Anreise

Von München mit dem Auto ca. 4 Stunden. Die Vinschger Bahn (ab Meran) hält in Mals, von da Hoteltransfer (ca. 15 Min.) hinauf nach Schlinig. Wanderer werden mit dem "Wandertaxi" versorgt.

Lesen

"Ohne Netz" von Alex Rühle, Klett-Cotta, 17,95 € Hut ab! Ein Internet-Junkie absolvierte eine sechsmonatige digitale Fastenzeit im normalen Arbeits- und Familienalltag.

Info

Tel. 0039-0473-620480, www.vinschgau-suedtirol.info

Übernachten/Essen und Trinken

Hotel Edelweiß. Die Zimmer im alten Hof aus dem 16. Jahrhundert sind spartanisch, im neuen Haus schick und gemütlich. Abends wird für Gäste ein Standardmenü gekocht. Am Wochenende treffen sich im Speisesaal auch viele Einheimische. Mals, Schlinig 23, Tel. 0039-0473-83 14 41, www.schlinig.it; DZ/F ab 66 €, Kind (6-12 J.) im Beistellbett 50 % Ermäßigung

Jonnen Hof. Einfache, familienfreundliche Ferienwohnungen. Große Wiese vor dem Haus mit Riesentrampolin und Schaukel. Tel. 0039-0473-83 17 63, www.schlinig.bz; FeWo/3 Pers. ab 50 €

AVS Schutzhütte Sesvenna. Nachtquartier vieler Wanderer, die Tagestouren ins Hochalpine planen. Gute Stimmung, sodass man auch mehrere Tage bleiben kann, vor allem, wenn man statt des Matratzenlagers das Vierbettzimmer bucht. Leichter Aufstieg ab Schlinig ca. 1,5 Stunden. Tel. 0039-0473-83 02 34, mobil 0039-347-211 54 76, www.sesvenna.com; Ü/HP ab 40 €, Kind ab 15 €

Unternehmen

Sommerskifahren. Den neuen Skater-Parcours kann man mit Sommerlanglaufskiern bezwingen. Allerdings trauten wir uns mit diesen rollenden Höllendingern (wie bremst man eigentlich damit?) nur auf die kleine, fl ache, sehr kurze Strecke direkt bei Schlinig. Die anderen Wege waren uns deutlich zu steil. Skiverleih bei Kristiania Sport in Schlinig. Tel. 0039-0473-83 14 35; Skiroller 10 €

Wandern

Uinaschlucht. Der alte Schmuggelweg wurde mühsam in den Felsen gefräst und führt weit in die Schweiz hinein. Von der Sesvennahütte läuft man durch ein schönes Hochtal in die Schlucht oberhalb des gischtschäumenden Wildbachs. Lynn fand die Wanderung etwas lang, die dramatische Landschaft hat sie trotzdem begeistert. Ab Schlinig ca. 6 Stunden hin und zurück, gute Einkehr- und Pausenmöglichkeiten.

Watles Höhenweg. Am schönsten war die "Aufstiegshilfe" mit dem Sessellift zur Plantapatsch - hütte. Rundwanderung ca. 3-4 Stunden je nach Route, zum Pfaffensee und auf den Watles- Gipfel mit 360-Grad-Blick.

Benediktinerabtei Marienberg. Die Mönche, die hier noch leben, sind der Moderne nicht abgeneigt. Das Museum fügt sich seit 2007 als architektonisches Juwel in die alten Mauern. Handyempfang gibt es auch. Mals, Schlinig 1, Tel. 0473-84 39 80, www.marienberg.it

Sport + Well. Freibad, Strömungskanal, Rutsche und das leckere Eis von der Diele hinter dem Hotel "Zum Hirschen" haben die Kinder deutlich mehr begeistert als die Murmeltiere in den Bergen. Mals, Glurnserstr. 7, Tel. 0039-0473- 83 15 90, www.sportwell.it; Tageskarte Erw. ab 6,50 €, Kind ab 3,50 €

Glurns. Hat weniger Einwohner als manches Dorf (871), besitzt aber seit Jahrhunderten Stadt rechte. Schöne Einkaufsstraße, intakte Stadtmauer, geschlossene, mittelalterliche Bausubstanz - die Ministadt im Obervinschgau wird gern mit Rothenburg ob der Tauber verglichen. Tipp: der große Bauernmarkt am Namenstag des heiligen Bartholomäus, am 24. August, und eine Riesentüte in der Eisdiele Riedl (Malserstr. 9).

Weitere Funklöcher

Keine Autos, keine Handys – kein Stress: Der "Alpengasthof Bad Rothenbrunnen" ist nur zu Fuß zu erreichen

In Südtirol

Weißkugelhütte. Schöne Berghütte von 1892. Kein Empfang auf der Hütte selbst, aber 100 Meter weiter. Aufstieg von Melag in ca. 2,5 Stunden. Langtaufers, Tel. 0039-0473-63 31 91, www.weiss kugel.it; Übernachtung auch im Vierbettzimmer möglich, Erw./HP ab 38 €, Kind bis 13 J. ab 20 €

Kasseler Hütte. Direkt am Fenster und an der Tür Handyempfang, sonst kaum. Wasserfälle, Seen, gute Hüttenküche. Das gesamte Reintal ist ein beliebtes Familien wander gebiet. Leichter Aufstieg von Rein, ca. 2 Stunden. Rein in Taufers, Tel. 0039-0474- 67 25 50, www.kasseler-huette.com; Ü/HP pro Person ab 40 €

Fanes Hütte. Moderne Berghütte in den Dolomiten, exzellente Küche. Wer mobil telefonieren will, muss 40 Min. Richtung Großer Fanes hinauf. St. Vigil, Tel. 0039-0474-50 10 97, www.rifugio fanes.com; DZ/HP ab 61 €, Kind (5-10 J.) im Beistellbett 46 €

Almhotel Glieshof. Im wildromantischen Matschertal im Obervinschgau. Aufgerüschter, etwas kitschiger Bauernhof mit Sauna und Dampfbad. Ausgangspunkt für hochalpine Wanderungen. Die Wildspezialitäten sind auch unter Einheimischen ein Geheimtipp. Mals, Matsch 69, Tel. 0039-0473- 84 26 22, www.glieshof.it; DZ/F ab 76 €, Kind im Beistellbett ab 19 €

Berghotel Zirmerhof. Einst beliebte Sommerfrische von Künstlern und Wissenschaftlern, heute handyfreies Refugium. Nur auf der Terrasse gelegentlich Empfang. Kaminzimmer, Wellness, gute Küche, erlesener Weinkeller - das hat leider seinen Preis. Radein, Oberradein 59 (südl. von Bozen), Tel. 0039-0471-88 72 15, www.zirmerhof.com; DZ/HP ab 200 €, Kind (5-8 J.) im Beistellbett ab 60 €

In Deutschland

Reisen mit Kindern

Tipp: Diese und noch viel mehr Reisen mit Kindern lesen Sie im BRIGITTE-SpecialReisen mit Kindern!

Reiter- und Erlebnisbauernhof Groß Briesen. Auch in Brandenburg hat das Netz Löcher. Der Hof liegt eine Stunde südwestlich von Potsdam, zwischen Kopfweiden und Seen. Islandpferde-Zucht, Kinderfreizeiten, für Familien ein günstiges Reiterwochenendprogramm. Belzig, OT Groß Briesen, Kietz 11, Tel. 033846-4 16 73, www.reiterhof-gross-briesen.de; Fr bis So inkl. 5 Reitstunden Ü/VP 130 €/ Erw., Kind (2-4 J.) 120 €

Eselwanderung durch die Uckermark. Zu Fuß, der Esel trägt Gepäck oder müde Kinder (bis 35 kg), unterwegs hat man kaum Handyempfang. Tel. mobil 0170-245 00 55, www.wanderninbrandenburg.de; Fr bis So Ü/VP Erw./178 €, Kind bis 12 J. 100 €

Campingplatz Ostrauer Mühle. Romantischer Platz direkt am Kirnitzsch- Bach, in dem man auch baden kann. Sehr gute Wander-, Ausfl ugs- und Einkehrmöglichkeiten in der Sächsischen Schweiz. Die 113 Jahre alte Kirnitzschtalbahn hält direkt neben dem Platz. Bad Schandau, Tel. 035022-4 27 42, www.ostrauer-muehle.de; Zelt für 2 Erw./1 Kind ab 13,50 €/Nacht

In Österreich

Alpengasthof Bad Rothenbrunnen. 180 Jahre alter Gasthof mit eigener Heilquelle im Biosphärenpark Großes Walsertal. Es ist so schützenswert, dass man den Hof nur zu Fuß erreichen kann. Sehr gute regionale Küche. Vorarlberg, Sonntag-Buchboden, 20 Minuten Fußweg vom Parkplatz (Gepäck wird transportiert), Tel. 0043-5554-2 01 04, www.rothenbrunnen.at; DZ/F ab 70 €, Kind bis 10 J. im Beistellbett 15 €

Hotel Liebnitzmühle. Großes Wellnesshotel zwischen den Waldviertel- Hügeln eineinhalb Stunden nördlich von Wien. Beliebtester Kinderplatz: das Schwimmbad. Raabs/Thaya, Liebnitz 38, Tel. 0043-2846-75 01, www.liebnitzmuehle.at; DZ/F ab 116 €, Kind (7-14 J.) im Beistellbett 29 €, FeWo/4 Pers. für 5 Tage ab 320 €

Text: Katja Senjor Fotos: Alexander Babic; ein Artikel aus dem BRIGITTE-Special Reisen mit Kindern

Kommentare (5)

Kommentare (5)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Urlaub in den Dolomiten eignet sich auch meiner Erfahrung nach hervorragend für einen Urlaub mit der Familie. Unsere Rabauken lieben es, wenn sie sich den ganzen Tag draußen austoben können. Wir waren in verschiedenen Hotels, aber das Hotel Corona (schaut mal hier: http://www.hotelcorona.net) hat uns am besten gefallen.



    lg Dany
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Aktueller denn je - Auszeit vom Alltag und vom Handy! Die karneralm inmitten der Lungauer Nockberge auf 1900m mitten im UNESCO-Biosphärenpark.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    @carmen Warum soll dieser Artikel schlicht sein? Es schadet doch in unserer Zeit in der wir immer und überall erreichbar sein sollen nicht, wenn man mal eine Zeitlang ohne diese Geräte ist
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich bin fassungslost ob der geistigen Schlichtheit dieses Artikels!
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich bin fassungslos, wie man um diese Geräte so ein Theater machen kann. Heißer Tip: Ausschalten. Oder gleich ausgeschaltet daheim liegen lassen. Eröffnet - wie man an diesem Artikel sieht- manchen Menschen ganz neue Horizonte. Nachdem Ihre Autorin zwei Töchter hat, dürfte sie so alt sein, dass sie selbst eigentlich wissen müsste, dass ein Handy zum Leben nicht notwendig ist.
Bild Montagsnl

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