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13 tolle Tipps für Kurzreisen

Wochenendtrips sind kurz, wirken dafür aber lange nach: Mit unseren 13 Tipps für Kurztrips könnt ihr 1A aus dem Alltag ausbrechen und auftanken.

Wochenendtrips wirken Wunder - warum eigentlich?

Wir brauchen keinen langen Strandurlaub, um uns zu erholen. Mal raus, was anderes sehen, den Aktionsradius vergrößern: Schon ein Wochenendtrip öffnet uns die Augen neu, bringt das Hirn in Schwung, inspiriert und reißt uns aus dem Trott des Alltagseinerleis. Und das alles, ohne dass wir kostbaren Urlaub dafür opfern müssen, den wir doch so dringend für den Sommer oder die Skiferien brauchen.

Ihr sucht noch Inspiration für schicke Wochenendreisen? Wie wär's mit ein, zwei Nächten in Paris? Mit einem Wochenende in der Schweiz? Oder mit einer Nacht tief im Wald?

Wir haben 13 besondere Ideen in Deutschland und Europa für euch ausprobiert und für gut befunden. Ob ihr nun Lust auf Urlaub in der Stadt, in der Natur oder im Kloster habt - ein toller Kurztrip ist bestimmt für jede dabei!

1) Couchsurfing: Bei fremden Menschen unterkommen

Donnerstagnacht kommt mir am Bahnhof in München eine Frau in einem roten Mantel entgegen. "Soll ich dich abholen?", hatte sie auf meine Frage gemailt, ob ich bei ihr übernachten könne. Sie lacht, weil ich so müde aussehe, und ich muss auch lachen, da sie mir kein bisschen fremd vorkommt in ihrer offenen Art. "Ich bin die Katharina", sagt sie. Außerdem erfahre ich, dass meine erste Couchsurfing-Gastgeberin zwei Kinder hat und Strafverteidigerin ist. Neben dem Gästebett stehen Wein und Obst auf einem Tischchen.

In fremde Häuser gehen, in fremden Betten schlafen - Couchsurfing ist ein Abenteuer. Das Prinzip der Gastfreundschaft: Ich biete dir eine Übernachtungsmöglichkeit an. Koche für dich oder zeige dir meine Stadt. Ein andermal bin ich selbst unterwegs und schlafe bei einem anderen Mitglied der Community mit zigtausend kostenlosen Schlafplätzen.

Am nächsten Wochenende bin ich die Gastgeberin: Jiao und ihr Freund Cheng sind ein junges chinesisches Paar. Abends stehen sie schüchtern vor meiner Tür. Teilen sich eines der angebotenen Handtücher und trinken heißes Wasser. Am nächsten Tag schlendern wir durch Hamburg, das für chinesische Verhältnisse recht klein ist. Aber es gibt überall Schokolade, das begeistert Jiao. Sie erzählt, wie rasant sich das Leben in China verändert hat: Früher teilte die Familie ihrer Großmutter sich sonntags ein Ei. Heute reist die Enkelin durch Europa.

Info: www.couchsurfing.org ist mit über zwei Millionen Mitgliedern das größte Portal (Schwerpunkt USA). - www.hospitalityclub.org hat etwa 600 000 Mitglieder.

Paula Roosen

2) Bon appétit! In Paris schlemmen

"Wie kann man ein Land regieren, in dem es 246 verschiedene Käsesorten gibt?", hat Charles de Gaulle gefragt. Franzosen lieben gutes Essen. Ich auch. Und deshalb bin ich hergekommen: nur um zu schwelgen. Kein Museum, kein Shopping, nur wunderbar essen gehen und in Läden nach Küchenutensilien stöbern. Erster Gang: das In-Restaurant "Le Temps des Cerises", wo es die zartesten Schweinebäckchen meines Lebens gibt. Zweiter Gang: das herrliche Fischgericht "Mille feuilles de thon" im seit Jahren angesagten Restaurant "Hôtel du Nord". In Paris, habe ich das Gefühl, gibt es so viele Restaurants wie Straßenlaternen, und wahrscheinlich braucht man ein ganzes Leben, um sie alle zu testen. Das Schöne in Paris ist aber auch, dass es zig Adressen gibt, um wunderbare Zutaten zu kaufen: Gewürze, Öle, Soßen, japanisch, französisch, italienisch... Die Lebensmittelabteilung im Nobel-Kaufhaus "Bon Marché" bietet gleich mehrere dutzend Senfsorten, Theken mit 1001 Kaffeesorten aus aller Welt und eine Käseauswahl, die so prächtig dargeboten ist, als handele es sich um eine Kunstausstellung. Essen ist für die Franzosen nicht nur Genuss, sondern ebenfalls Kunst. Das zeigt sich auch in den Läden und Abteilungen, die im Deutschen schnöde "Haushaltswaren" heißen. Neben den "Mini-Cocottes", den hübschen kleinen Auflaufformen, sind im "Bon Marché" gleich die passenden Rezepte aufgebaut - bon appétit! Paris hat eine Vielzahl von Geschäften mit schönstem Porzellan, dekorativen Tischdecken, Bestecken und Servietten. Der Tisch als Kunstwerk. Der Laden als kulinarischer Tempel. Man muss aber nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern darf auch kaufen. Allez!

Unterkommen: Hôtel Saint Jacques. Schön gelegen im Quartier Latin, Zimmer sympathisch- plüschig. (35, rue des Ecoles, Tel. 00 33/1/44 07 45 45, Fax 43 25 65 50, www.hotel-saintjacques.com). Genießen: Le Temps des Cerises (18-20, rue de la Butte-aux-Cailles, 13. Arr., Tel. 45 89 69 48). - Hôtel du Nord (102, quai de Jemmapes, 10. Arr., Tel. 40 40 78 78, www. hoteldunord.org). - Jeanne A. Charmantes Lokal im 11. Arr., typische französische Küche (42, rue Jean-Pierre Timbaud, Tel. 43 55 09 49). Einkaufen: La Bovida. Kupfertöpfe fürs ganze Leben (36, rue Montmartre, 1. Arr.). - Argenterie. Nostalgische Silberbestecke und Tischschmuck (19, rue de Turenne, 4. Arr.). - Fromage... ou Desserts. Großartige Käseauswahl und Desserts (13, rue Rambuteau, 4. Arr.). - La Pâtisserie Des Rêves. Traumhaftes Gebäck und Süßspeisen (93, rue du Bac, 7. Arr.).

Marie-Louise Barchfeld

3) Adrenalin eiskalt: Im Wildwasser paddeln

Das wild tosende, aquamarinblaue Wasser oder das Blut in meinem Kopf - ich weiß nicht, was mehr rauscht. Ich stürze mich mit dem Kajak die ersten Stromschnellen meines Lebens hinunter. "Du musst schneller paddeln, als das Wasser dich mitreißt, wenn du es beherrschen willst!", hat mein Trainer gesagt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Die Soca, dieser 140 Kilometer lange Wildwasserfluss, der sich in Slowenien durch das zerklüftete Tal der Julischen Alpen schlängelt, ist etwas ganz anderes als die ruhigen Gewässer rund um Berlin. Ich habe mich von meinem Freund zu einem Einsteigerkurs überreden lassen. Zunächst haben wir an unterschiedlich schweren Flussstellen geübt, auch das überlebenswichtige "sichere Kentern". Als Anfänge- rin lande ich zuerst ständig im Wasser - bei acht Grad! Doch dann finde ich meinen Rhythmus und rausche davon, durchs wilde Wasser.

Kurse: Der Einsteigerkurs in Slowenien kostet 349 Euro/Woche. Alles Weitere von der Anreise bis zur Ausrüstung muss extra gebucht werden. Der Veranstalter organisiert Fahrgemeinschaften von Deutschland oder ab Villach/Kärnten und vermittelt Unterkünfte. Oder: zweitägige Wochenend-Kurse in Nordrhein-Westfalen (Fühlinger See/Sieg/Ruhr) für 149 Euro. Alle Kurse über www.outdoordirekt.de

Inken Brenner

4) Entschleunigung im Kloster: Mit Mönchen schweigen

Irgendwann ist es zur Endlosschleife geworden: das ewige Klagen über mein zu voll gestopftes Leben. Dann habe ich in einem Reiseführer gelesen, dass ein Kloster am Gardasee Gäste aufnimmt. Sofern sie Ruhe suchen und sich dem Klosterrhythmus anpassen. Genau das will ich. Das Eremo di San Giorgio liegt am Ostufer auf einem Berg, umgeben von Zypressen und Oliven. Ein wenig be- klommen ist mir, als das Taxi wieder abfährt. Ein schweigsamer Mönch führt mich zu meinem Zimmer. Es ist komplett schmucklos, mit einem Kruzifix an der Wand. Ich gehe nach draußen, sehe mich um, es duftet nach wilden Kräutern. Ich möchte jemandem sagen, dass ich diesen Duft liebe. Aber die Mönche, denen ich im Innenhof begegne, nicken freundlich und schweigen. Die Stille nagt an mir wie eine hungrige Maus. Am Anfang zumindest. Aber dann, ganz allmählich, lasse ich mich ein: stehe früh auf, um halb sechs, lausche den Predigten, den wunderschönen Gesängen der Mönche. Meditiere in meinem Zimmer, atme immer gelöster, bleibe bei mir, ohne dass tausend Gedanken wie eine verrückte Affenhorde durch meinen Kopf lärmen. Mein Leben ist langsamer geworden, jeden Tag ein Stückchen mehr. Ich schaue auf den Gardasee hinunter und bin überwältigt von dem Blick. Ich lerne, solche Momente auszukosten. Ohne mir überlegen zu müssen, wo ich heute Abend essen gehe, ob ich morgen eine Tour nach Verona, Vicenza oder Padua machen möchte. Wenig zu denken kann sehr entspannend sein.

Eremo di San Giorgio. Übernachtung mit Vollpension, keine festen Tarife, jeder gibt so viel er kann und will (I-37011 Bardolino/­ Verona, Tel. 00 39/045/721 13 90, Fax 622 86 44, www.eremosangiorgio.it). Info: Allgemeine Tipps für Klosteraufenthalte unter www.kloster-aktuell.de Lesen: "Der Klosterurlaubsführer" von Hanspeter Oschwald, mit Tipps und Adressen für ganz Europa (Herder Verlag, 12 Euro).

Franziska Wolffheim

5) Hallo, Murmeltiere! Den Sonnenaufgang sehen

Um 4.30 Uhr bringt uns die Luftseilbahn aufs Brienzer Rothorn (2350 Meter hoch) in der Schweiz, wo es Steinböcke, Murmeltiere und Kaffee geben soll. "Jedes halbwegs vernünftige Tier schläft um diese Zeit", murmele ich in die Vorfreude der anderen hinein. Während wir wie in einem Heißluftballon nach oben schweben, schälen sich gewaltige Berg-Umrisse wie wilde Tiere aus der Dunkelheit. Als wir oben ankommen, lässt die Sonne erste Strahlen über die Gipfel der Berner und Zentralschweizer Alpen blitzen. Das Licht ist atemberaubend. Wie können Steinböcke dabei schlafen?

Hinkommen: Anreise über Luzern. Die Luftseilbahn startet in Sörenberg. Termine für die Sonnenaufgangsfahrt 2012: 8., 15., 22., 29. Juli, 5., 12. und 19. August. Einfache Fahrt 15 Euro, mit Rückfahrt 22 Euro (Tel. 0041/41/ 488 21 21, www.soerenberg.ch). Unterkommen: Skihütte und Alphotel Schwand. Mitten in der Unesco-Biosphäre Entlebuch. Im Restaurant unbedingt die Älplermagronen mit Apfelmus probieren! (CH-6174 Sörenberg, Tel. 488 11 39, www.schwand.ch). Info: Schweiz Tourismus (60311 Frankfurt, Rossmarkt 23, Tel. 008 00/ 10 02 00 30, gratis, www.myswitzerland.com).

Lisa Schönemann

6) Nilgans im Stimmbruch: Naturparks entdecken

Seit mir im Herbst beim Waldspaziergang ein Hirsch über den Weg lief und mich einen magischen Moment lang ansah, bin ich angefixt: Ich will mehr Tiere in freier Wildbahn sehen! Deshalb bin ich in den dschungelartigen Rheinauen nördlich von Freiburg mit Ranger Alexander Schindler unterwegs. Seine Gruppenführung "Tiere im Visier" hält ihr Versprechen: Auf einer Insel steht ein Graureiher, starr wie eine Statue. "Da sind noch mehr Vögel", sagt Schindler, "schaut euch das Schilf mal genauer an." Hm. "Ich hab's", ruft ein Mädchen. "Da sind Vögel, die chillen!" Grünfüßige Teichhühner. Leicht zu merken. Ob wir durch Auwald oder blühende Wiesen gehen, laufend lernen wir dazu: dass Wildschweine nach Maggi-Würze riechen; dass es Orchideen gibt, deren Blüten Hummeln gleichen; dass Kormorane stundenlang auf Baumskeletten sitzen, um ihr Gefieder zu trocknen. Wir entdecken Fasane, die im Sand ein Bad nehmen. Zuletzt hören wir vom Rand einer Feuchtwiese komische Geräusche, was ist das bloß? Ach so. Eine aufgeregte Nilgans. Sie klingt heiser, fast wie im Stimmbruch.

Touren: Das Naturzentrum Rheinauen in Rust (Allmendweg 5, Tel. 078 22/86 45 36, www.naturzentrum-rheinauen.de) organisiert Führungen und Bootstouren im Naturschutzgebiet Taubergießen. Anmelden! Unterkommen: Gasthof Löwen. Familienfreundlicher Betrieb mit Restaurant. Radverleih im Ort. (Löwenstr. 6, 77966 Kappel Grafenhausen, Tel. 078 22/86 59 16, Fax 86 59 17, www.loewen-kappel.de). Info: Eine Übersicht aller National- und Naturparks in Deutschland unter www.europarc-deutschland.de

Daniela Sommer

7) Das schnellste Zelt der Welt: Mit dem Falt-Caravan auf Tour

Jahrelang haben wir gefühlt einen halben Tag gebraucht, bis unser Familienzelt stand. Zogen dunkle Wolken auf, blieb uns nichts anderes übrig, als im Regen auszuharren. Hätte ja Stunden gedauert, das Zelt wieder abzubauen und zu fliehen. Jetzt ist alles anders: Wir sind das erste Mal entspannt unterwegs. Und das mit vier Kindern. Wir haben einen Falt- Caravan entdeckt, aus dem man in kürzester Zeit eine Schlafstatt für uns alle zaubern kann. Einen flachen Pkw-Anhänger, aus dem ein Zelt gezaubert wird. Der "Kyte" mit seinem schwebenden Dach gehört jetzt uns: Freitagmittag entscheiden, nachmittags losfahren, abends in Holland bei Camping de Roos zwischen Enschede und Groningen ankommen. Reißverschluss vom Kyte auf und Deckplane ab. Die größeren Kinder Luca, 11, und Fanny, 8, helfen mit. Sascha, meine Frau, und ich ziehen das Zelt vom Hänger zur Seite und klappen das Gestänge für Schlafkabine und Innenzelt aus. Nun noch das Kinderzelt mit Reißverschlüssen festmachen und den Mast aufrichten. Nach knapp einer halben Stunde steht unser Zeltpalast mit Küche und einer Fläche von rund 33 Quadratmetern. Nudeln dampfen auf dem Herd. Felix, unser Vierjähriger, meldet uns jede Wolke am Himmel.

Ausstattung: Alle Infos zum Falt-Caravan "Holtkamper Kyte" unter www.holtkamper.de. Natur-Camping: Camping de Roos. Liegt an einem Fluss, bietet Bademöglichkeit. (Beerzerweg 10, NL-7736 PJ Beerze-Ommen, Tel. 00 31/523/25 12 34, www.camping-de-roos.nl). Mehr Natur-Campingplätze in Holland: www.natuurkampeerterreinen.nl, in Deutschland: www.eco-ferien.de. Der Führer Cool Camping Europa stellt kleine Plätze in toller Lage vor (19,90 Euro, Tolkemitt Verlag bei 2001).

Henrik Lehmann

8) Von Kopenhagen nach Hollywood: Nach Legoland fahren

Tom war anfangs ein bisschen enttäuscht. Ein Lego-Zug, Lego-Autoscooter, eine seltsame Piratenwelt - es war fast so wie in anderen Freizeitparks, bloß weniger spektakulär. Aber irgendwann erkannte mein Zwerg, was mich von der ersten Sekunde an umgehauen hatte: dass die Sensation von Legoland in Billund im Kleinen und noch viel Kleineren liegt. Dass aus Mini-Plastikteilen etwas ganz Großes wird. Tom war gerade neun geworden, ich noch nicht ganz 35, aber unser beider Leidenschaft für Lego war eigentlich schon vorbei. Trotzdem sind wir nach Billund abgebogen, auf dem Weg zurück nach Hause von unserem Dänemark-Urlaub.

Das Beste an Legoland ist die Abteilung "Miniland", eine Welt ganz aus Lego. "Guck mal, da waren wir gestern", sagte Tom und zeigte auf die Nachbildung von Nyhavn in Kopenhagen. Er hatte recht. Wir konnten kleine Schiffe durch den Hafen von Bergen in Norwegen lenken, sahen Mini-Plastikautos über Grachtenbrücken durch Amsterdam fahren, besichtigten Japan und Los Angeles. Es war toll, Stunden verbrachten wir mit wachsender Begeisterung für das Detail auf ein paar hundert Quadratmetern Welt. Gefragt, wo er denn in den Ferien gewesen sei, sagte Tom: "Erst Kopenhagen, dann Hollywood."

Legoland: Aktuelle Infos unter www.legoland.dk. Neu: das Star-Wars-Universum mit rund 2000 Modellen. Legoland Deutschland in Günzburg/Bayern (www.legoland.de) eröffnet sein Star Wars im Juni. Unterkommen: Park Hotel Vejle. Kleines gemütliches Hotel in Vejle, außerhalb vom Legoland-Rummel. (7100 Vejle, Orla Lehmannsgade 5, Tel. 00 45/75 82 24 66).

Stephan Bartels

9) Der Angst davonfliegen: Paragliding über Gipfeln

Der riesige Aletschgletscher wirkt mit seinen dunklen Streifen fast wie eine Carrera-Rennbahn, um mich herum türmen sich die Viertausender der Walliser Alpen. Oder sind sie schon unter mir? Wie oft habe ich in den Himmel geschaut und den bunten Gleitschirmfliegern zugeschaut. Habe sie ein bisschen bewundert für ihren Mut. Ich wollte fliegen wie sie. Den Rausch zwischen Himmel und Erde erleben. Deshalb habe ich einen Tandemflug gebucht, in den Schweizer Alpen. Wir schrauben uns höher, immer höher. Plötzlich wird mir klar: Ich habe nur einen Fetzen Stoff unterm Po. Meine Hände umklammern die Seile. "Alles gut", kommt von hinten. Offenbar kann mein Tandem- Pilot Gedanken lesen. Er lacht und zeigt eine kleine Wiese zwischen lauter Bäumen, ganz unten in Fieschertal. "Da landen wir nachher - sicher!" Wir gleiten dahin, der Schirm knattert, ich genieße und will nirgendwo anders sein als genau jetzt hier: "Yeah!" War ich das etwa? Ja! Fliegen ist gigantisch - ein Rausch durch den Himmel.

Schweiz: Passagierflüge beim Flying Center Oberwallis ab 130 Euro (Hansi Zeiter, Am Dorfplatz, CH 3984 Fiesch-Fieschertal, Tel. 00 41/27/971 25 51, www.flyingcenter.ch). Unterkommen: Art Furrer Resort. Vom Hotel wandert man ca. 2 Stunden zum Start in Fiesch. (CH-3987 Riederalp, Tel. 00 41/27/928 44 88, Fax 928 44 99, www.artfurrer.ch). Deutschland: Im Münsterland bietet die Flugschule Active Zone Tandemflüge ab 95 Euro (Tel. 025 86/88 13 13, www.active-zone.eu).

Silke Baumgarten

10) Eine Nacht mit Mäusen: Im Wald schlafen

Wenn ich an Wochenendtrips denke, träume ich diesen Trapper-Traum: draußen sein, in der Natur, und mich nachts einfach irgendwo hinlegen. Ohne Zelt, ohne Hütte. Ich habe mir den nördlichen Schwarzwald ausgesucht, wo der Forstwirt Thomas Faißt Gäste querwaldein führt und mit ihnen übernachtet, irgendwo. Faißt kennt den Wald wie seine Wamstasche, er ist traditionell gekleidet, mit Zimmermannshose und Leinenhemd.

Die letzten Häuser von Baiersbronn verschwinden, wir spazieren über Waldboden und Moospolster, die sich anfühlen wie ein Daunenbett. Nach dem Abendessen gehen wir in den dämmrigen Wald. Hier soll ich nun meinen Schlafsack ausrollen. Irgendwo.

Wir rupfen Adlerfarn, ganze Armbüschel voll. Auf denen schläft man weich. Ich suche mir einen Platz mit Weitsicht, will mich nicht so in den Wald ducken. Ich rolle den Schlafsack aus, lege mich hinein und ziehe ihn bis zur Nasenspitze zu. Es dunkelt, es munkelt, es trippeltrappelt überall. Sind das Käfer? Mäuse, die um mich herum knuspern?

Als ich aufwache, tröpfelt leichter Regen auf meinen Schlafsack, es wird schon Tag. Und ich merke, dass ich ganz vergessen habe, mich zu fürchten.

Barbara Schaefer

Info: Thomas Faißt veranstaltet Waldspaziergänge mit Verpflegung bei mind. fünf, max. zehn Teilnehmern (Tel. 074 49/281, www.wald-kohle-kultur.de).

11) Himmelbett mit Aussicht: Im Schloss schlafen

Im Schloss wohnen, sich nur mit schönen Dingen umgeben, einen ganzen Park zur Verfügung haben statt eines schmalen Grünstreifens: Wie fühlt sich das an? Das probiere ich jetzt aus, in einem der vielen Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern, die ein Wochenende im Luxus erschwinglich machen.

Ich stehe vor Schloss Marihn, lege den Kopf in den Nacken und messe das Eingangsportal mit den Augen aus: Mensch, hier würde mein kompletter Hausstand durchpassen - auf einen Rutsch! Als ich eintrete, beginnen meine Absätze feierlich zu hallen; statt eines Hotelaufzugs lockt eine ausladende Treppe, das champagnerfarbene Schloss zu erkunden. Hausherrin Sonja Forytta kommt mir zuvor, begrüßt mich herzlich und führt mich in meine Suite im ersten Stock. Parkett knarzt nobel, Brokatvorhänge rahmen meinen Blick auf den "Garten von Marihn" voller Rosen, barocker Fluchten und kleiner Bäche.

Ich sinke aufs Himmelbett, blicke in wogende Wipfel, lausche den Vögeln. Als ich am Morgen nach einem feinen Rosengeleefrühstück durch den Schlosspark streife, ahne ich: Reich sein ist herrlich. Aber noch herrlicher ist es, die ganze Pracht zu genießen, ohne irgendwie dafür verantwortlich zu sein. Ich nehme mir vor: Reich bin ich von jetzt an am Wochenende öfter mal!

Unterkommen: Schloss Marihn. Sieben Gästezimmer und Suiten im Stil französischer Chambres d'Hôtes. (Flotower Straße 1, 17219 Marihn, Tel. 03 962/22 19 30, http://schlosshotel-marihn.de). Eine große Auswahl an Schlössern in Mecklenburg-Vorpommern unter www.schloesser-gaerten-mv.de

Susanne Arndt

12) Martini wie Audrey Hepburn: Allein unterwegs

Ich hatte spontan Lust wegzufahren, aber niemand hatte Zeit - also habe ich mich allein auf den Weg gemacht. Nach Bozen, das ist immerhin Italien und trotzdem nicht so weit von zu Hause. Das Wetter ist frühlingshaft, ich schlendere über den Waltherplatz und durch die gotischen Arkaden in der Laubengasse, und plötzlich ist es da, das wunderbare Gefühl: Ich kann ganz meinem eigenen Tempo nachgehen. Keiner schaut genervt, als ich den fünften Schuhladen betrete und dafür Ötzi im Archäologiemuseum ignoriere. Niemand mault gelangweilt, weil ich nicht die Kohlerer Seilbahn nehme, um auf 1250 Meter Höhe herumzukraxeln, sondern lediglich einen Spaziergang auf der Oswaldpromenade mache.

Nur beim Abendessen fühle ich mich etwas einsam mit meinem Knödelteller zwischen all den Paaren im rustikalen "Batzenhäusl". Sehr gut allein sein hingegen lässt es sich an der Jugendstil-Hotelbar des "Laurin". Am Flügel spielt ein schwarzer Jazzpianist mit Sonnenbrille "Moon River". Ich nippe an meinem Martini und fühle mich so wie in einem Audrey-Hepburn-Film.

Unterkommen: Parkhotel Laurin. Elegantes Jugendstil-Hotel im Zentrum. (Laurinstraße 4, Tel. 00 39/ 04 71/31 10 00, www.laurin.it). Genießen: Wirtshaus Batzenhäusl. Traditionelle Südtiroler Küche (Andreas-Hofer-Straße 30, Tel. 04 71/05 09 50, www.batzen.it).

Judith Liere

13) Los jetzt! - Last Minute buchen

Die Wände der Last-Minute-Schalter im Flughafengebäude sind mit Angeboten zugepflastert. Meine Frau und ich haben kurzfristig zur selben Zeit Urlaub bekommen, wir wollen ganz schnell weg. Gestern saßen wir vor dem Computer, und nach drei Stunden flimmerten uns die Online-Offerten nur noch vor den Augen. Wir brauchen Beratung!

Am Flughafen empfiehlt uns die Verkäuferin von "5 vor Flug" Istanbul: drei Nächte inklusive Flug für 347 Euro pro Person im Doppelzimmer. "Das Hotel ist ein schön restauriertes Haus aus der Zeit des osmanischen Reiches", schwärmt sie und zeigt Fotos. Schon träumen wir: von der Blauen Moschee und vom Blick auf den Bosporus.

Und sonst? Der Kollege von "Discount Travel" schlägt eine Ferienanlage an der portugiesischen Algarve vor. Flug und drei Übernachtungen: 365 Euro. Hört sich auch nicht schlecht an. Dann kommen noch Korfu und die Balearen ins Spiel. Wir entscheiden uns für Istanbul. Und für ein neues Lebensgefühl: jederzeit reisen zu können, ohne dass es die Welt kostet!

Bernhard Lill

Was bedeutet Last Minute? Eigentlich ist Last Minute ein Angebot, dessen Anreisetermin innerhalb der nächsten 14 Tage liegt. Aber es gibt auch längerfristige Offerten.

Wo soll man buchen? Kommt drauf an, was man will. Vorteile des Flughafens/Reisebüros: die Beratungskompetenz der Verkäufer; man erfährt sofort, welche Reisen noch verfügbar sind. Im Netz muss man sich oft durch viele Seiten klicken, nur um dann zu erfahren, dass es das Angebot gar nicht mehr gibt. Vorteile des Internets: Man hat keine Anfahrt und kann in Ruhe und zu jeder Zeit Angebote vergleichen; man kann nachlesen, welche Erfahrungen andere Urlauber mit dem Hotel, dem Strand etc. gemacht haben (z. B. bei holiday-check.de oder tripadvisor.de).

Wer bietet Last Minute und Preisvergleiche im Netz an? Zum Beispiel diese www-Seiten: ltur.com, expedia.de, opodo.de, weg.de, lastminute.de, reisen.de, billiger-reisen.de, travelzoo.com

Texte: Barbara Schaefer, Susanne Arndt, Juditz Liere, Paula Roosen, Bernhard Lill

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