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Stadt oder Land - wo wollen Sie wohnen?

Die eine geht gern shoppen und Cocktails trinken, die andere liebt die Beschaulichkeit des Landlebens: BRIGITTE-Redakteurin Nina Grygoriew und Lehrerin Sarah Behrend erzählen, warum sie leben wo sie leben.

Warum ich in der Stadt lebe

Die Leute in meinem Freundeskreis kriegen plötzlich alle Kinder. Okay, das ist wohl normal in unserem Alter und ich freue mich auch jedes Mal aufs Neue über die Nachricht "Wir sind schwanger!" Diese Leute in meinem Freundeskreis reden jetzt aber plötzlich auch dauernd davon, aufs Land ziehen zu wollen. Das sei schöner für die Kinder. Und für die Erwachsenen irgendwie auch. Da freue ich mich nicht mehr ganz so sehr.

Denn: Was bitte ist daran schön? Was ist schön an einem Umzug in eine Neubausiedlung im Speckgürtel einer Großstadt oder gar in ein 500-Einwohner-Dorf weit weg von allem? Ich finde: gar nichts. Die Vorstellung an einem dieser Orte leben zu müssen, ist mir ein Graus, macht mir ehrlich gesagt sogar Angst.

Da ist einmal diese unvermeidbare Nähe zu den Nachbarn. Die gleiche Lebenssituation - junge Kleinfamilie mit erstem Kind, erstem Hund und erstem Eigenheim - das vereint sofort. Ob man will oder nicht. Da die Kinder in den gleichen Kindergarten gehen, das Brot beim gleichen, weil einzigen Bäcker gekauft wird, es leider nur den einen Sportclub gibt und eine Mitgliedschaft im ortseigenen Schützenverein sowieso Pflicht ist, ist zeitweiliger Rückzug unmöglich. Da stehen vielmehr gemeinsame Grillabende, regelmäßige Straßenfeste und ein Engagement in der Elternpflegschaft auf dem Plan. Wer da nicht mitmacht hat schon verloren.

Des Weiteren wäre da das Nichtvorhandensein jeglicher Unterhaltung. Wenn man Glück hat, gibt es ein Kino und eine Laientheatergruppe. Popstars und Ausstellungen verirren sich niemals in diese Gegenden, das kulinarische Angebot erschöpft sich meist in einem Griechen und einem Italiener. Es gibt eine Eckkneipe, garantiert aber keine Bars oder Clubs. Ich gebe ja zu, dass ich das in der Großstadt auch nicht alles dauernd und immer nutze. Aber allein das Wissen, dass ich könnte, wenn ich wollte, beruhigt mich ungemein. Außerdem wäre da meine ausgeprägte Neigung zum Shoppen. Jedes Mal mindestens eine Stunde Auto- oder Zugfahrt in Kauf nehmen, bevor ich das erste halbwegs vernünftige Schuhgeschäft betreten kann? Nein Danke!

Und, wenn ich noch mal ehrlich sein darf, mir ist das auch zu viel Natur da draußen. Ich will auf mehrstöckige Häuser gucken, die U-Bahn sehen, ab und zu im Stau stecken und vor Weihnachten durch eine gnadenlos überfüllte Innenstadt laufen. Es ist mir zu still auf dem Land, ich brauche einfach ein paar Autos, die ab und zu an meinem Schlafzimmerfenster vorbei fahren.

  Nina Grygoriew

Nina Grygoriew

Die werdenden Eltern in meiner Umgebung sagen gern: "Warte erst mal, bis du das erste Kind kriegst, dann siehst du das auch anders." Ich weiß genau, dass sie sich irren. Ich werde niemals aufs Land ziehen.

Warum es für mich auf dem Land am schönsten ist

  Sarah Behrend

Sarah Behrend

Ich lebe auf dem Land. In einem Dorf, sechs Kilometer sind es in die benachbarte Kleinstadt und eine knappe Stunde in die Hamburger Innenstadt.

Es ist also der Schongang des Landlebens. Hinter meinem Haus beginnen Wiesen und Weiden. Wenn ich morgens laufen gehe, dann treffe ich Kühe, die mich über den Bodennebel hinweg verwundert anstarren. Der Deich ist ganz nah, ebenso die Elbe. Dicke Pötte, halbverschwunden im wabernden Dunst, tuten von Zeit zu Zeit mit ihrem Nebelhorn.

Dann laufe ich durch den Wald, sehe Rehe und atme die herrliche Luft, die feuchte Nadeln verströmen. Am Sonntagmorgen laufe ich beim Bauern vorbei und hole Eier, Milch und Brötchen. Beim Kaffeekochen gucke ich aus dem Fenster in unseren Garten, schaue in die jetzt kahlen Obstbäume und träume vom Sommer, wenn der Großteil des Lebens sich wieder dort abspielt.

Dann wird im Schatten vor dem Haus gefrühstückt und die Ponys vom Nachbarn stecken ihre Köpfe durch den Zaun, zu Mittag wird unter dem Apfelbaum gegessen, und die Kinder flitzen los und lassen Wasser in die Bütt um zu planschen und wenn man in die Tenne (Flur, d. Red.) kommt, dann kann man erst mal nichts mehr sehen, so dunkel ist es im Haus. Und schön kühl, denn in einem Reetdachhaus ist es im Sommer zum Glück immer angenehm.

Zurzeit haben wir zugegebener Maßen aber noch Winter, und draußen ist es ziemlich kalt. Deswegen muss ich jetzt auch dringend aufhören zu schreiben und mich gemütlich ans Feuer kuscheln. Ach, schön ist es auf dem Land.

Bilder: PixelQuelle.de (1), Lars Schmidt, privat

Bild Montagsnl

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