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Wohnen mit mehr Farben

Wohnen mit Farben kann anregend sein, ausgleichend oder aufhellend - je nachdem, wie man sie verwendet. Plus: Experten-Tipps rund ums Wohnen mit Farben!

Sonnig:

Die gelb gestrichene Schiebetür ist ein wunderbar warmer Hintergrund für moderne weiße Möbel. Aber das Bild verträgt noch ein paar bunte Akzente: mit dem grünen Kinderstuhl und dem orangefarbenen "Panton Chair" im Hintergrund wohnen Sie mit bunten Farben zusammen!

Kinderstuhl "Tripp Trapp": Stokke, ab 159 Euro; Tisch "Dining Table": Knoll International, 1675 Euro; Stühle: "Eames Plastic Side Chair" und "Eames Plastic Armchair", ab 195 Euro, "Panton Chair Classic", ca. 870 Euro, alle von Vitra; Leuchte: Flos; Gläser: Habitat; Krug: Jet Mous.

Wie lackiert und bezogen wird

Besonders vor gedeckten Grau-Weiß-Tönen kommen bunte Einzelstücke schön zur Geltung. Vieles lässt sich selber machen. Die gute Vorbereitung des Untergrundes ist schon die halbe Miete: alte Farbreste entfernen oder gründlich anrauen. Dellen mit spezieller Spachtelmasse ausgleichen. Dann mit Schleifpapier glätten. Ob Holz oder Metall: Vorstreichfarbe lässt das Ergebnis immer besser aussehen. Noch mal schleifen, Lack auftragen, gut durchtrocknen lassen und einen zweiten Anstrich vornehmen. Für die schnelle Variante: Sprühlack verwenden. Alte Möbel zu beziehen erfordert Fingerspitzengefühl. Wenn es um ein loses Sitzpolster geht: Polster lösen, Stoff straff darüberlegen und auf der Unterseite festtackern.

Für kompliziertere Fälle wenden Sie sich am besten an einen Profi: Adressen unter www.fachpolstereien.de

Farbenfroh:

Alte Vasen, dekorativ besprüht.

Tisch "Flip": Richard Lampert, ab 220 Euro; gelbe Vase: Jet Mous.

Wohldosiert:

Rot, ein wenig Lila und die gelb gefärbte Stehleuchte.

Sessel "Smock": Moroso, 3061 Euro; rotes Tischchen "Boy": FrauMaier.com, 85 Euro; Teppiche "Nästved": Ikea, je 17 Euro; blaues Kästchen, Tablett: Leise, 99 Euro; gestreiftes Kissen: Lisbeth Friis; Buchstaben, Lederball: Freundts Wohnaccessoires.

Bunt:

Tagesdecke mit selbst genähten Kissen und bezogenem Hocker.

Tagesdecke "Astrakan": Ikea, ab 50 Euro; Stoffe: Kvadrat; Nachttisch: Kartell; Lampe: Tobias Grau; Bett: Habit.

Aufgepeppt:

Alte Stühle im neuen Breitcord-Kleid.

Couchtisch "Power Purple": Montana, 1763 Euro. Alles andere: privat

Vielfältig:

Eine muntere Runde gruppiert sich um den Esstisch. Alte Stühle einfach bunt streichen, neue in schönen Farben dazukaufen.

Stühle "Norvald", rot, und "Urban", grün: Ikea, 50 Euro und 30 Euro; Lampe "Slim Sophie": FrauMaier.com, 199 Euro; Rest: privat.

Lebhaft:

Grün wirkt harmonisch und soll die ideale Farbe für Kreative sein. Einen knalligen Kontrast setzt die rote Schreibtischleuchte.

Schreibtisch "Monterey": Montana, 586 Euro; Leuchte "Poised": Habitat, 159 Euro; Regal: Montana; Stuhl: Knoll International; Rest: privat.

Interview: Bunt ist individuell

  Birgit Gebhardt, Jahrgang 1969, ist Geschäftsführerin des Hamburger Trendbüros

Birgit Gebhardt, Jahrgang 1969, ist Geschäftsführerin des Hamburger Trendbüros

BRIGITTE: Mode und Möbel sind in diesem Sommer knallbunt. Woher kommt der Trend?

Birgit Gebhardt: Im Grunde zeigt sich dieses Phänomen jedes Frühjahr, denn nach den gedeckten Wintertönen sehnen sich die Menschen nach Farbe als Zeichen von Lebensfreude. In diesem Jahr war die Farbfolge sehr stark am jahreszeitlichen Rhythmus zu beobachten: Wir hatten zum Maigrün sogar wieder Pastelltöne, und jetzt im Sommer wird es sehr kräftig.

BRIGITTE: In der Wirtschaftswunderzeit und während des Plastikbooms waren starke Farben auch schon angesagt. Das hat doch was mit Optimismus zu tun, oder?

Birgit Gebhardt: Kräftige Farben drücken Mut und Selbstvertrauen aus, aber man sollte sie eher als Ausdruck in einer immer individuelleren Gesellschaft sehen. Möbel folgen Moden. Aber wenn man beobachtet, was die Kunden kaufen, wird klar: Knallfarben sind in den Räumen eher ein Akzent, kein Gesamtkonzept.

Interview: Uta Abendroth

Poppig:

Die Kunststoffstühle gibt es in neun kräftigen Farben.

Stuhl "Easy Chair": Magis, ca. 80 Euro; Teppich: Ikea; Buchstaben: Freundts Wohnaccessoires.

Alles über Farben in der Wohnung

Rot, Blau und Gelb sind die so genannten Grund- oder Primärfarben. Zusammen mit Schwarz und Weiß lassen sich daraus theoretisch alle anderen Farbtöne mischen. Schon Johann Wolfgang von Goethe hat sich bei seinen Naturbetrachtungen wissenschaftlich mit Farben befasst und sie in einem Kreis angeordnet (1809).

Die Gliederung zeigt, wie durch die allmähliche Zugabe der nächsten Primärfarbe aus Rot erst Orange und dann Gelb wird, Gelb über Grün zu Blau und schließlich über Violett wieder zu Rot.

Komplementärfarben nennt man die Paare, die sich gegenüberliegen und besonders spannende Kontraste bilden: Rot - Grün, Blau - Orange, Gelb - Violett. Sie können sich so ziemlich jede Farbe anmischen lassen, z. B. von Sikkens.

Ton in Ton:

Die Lampe und das Sideboard in Rot ziehen in jedem Ambiente alle Blicke auf sich.

Sideboard "Ikea PS" und Lampe "Kulla": Ikea, 69 und 50 Euro; Garderobe "Hang it all": Vitra, 208 Euro. Rest privat

Jede Farbe im Handel hat eine Nummer.

Hier Beispiele der Firma Sikkens:

Grün K2.60.40

Gelb F8.60.80

Rot C4.60.40

Orange D8.65.50

Blau S4.50.35

Lila W0.30.40

Interview: Farben sind eine Charakterfrage

  Harald Braem, Jahrgang 1944, ist Farbpsychologe und Professor für Kommunikation und Design an der Fachhochschule Wiesbaden. 2006 gründete er das Institut für Farbpsychologie in Bettendorf.

Harald Braem, Jahrgang 1944, ist Farbpsychologe und Professor für Kommunikation und Design an der Fachhochschule Wiesbaden. 2006 gründete er das Institut für Farbpsychologie in Bettendorf.

BRIGITTE: Herr Professor Braem, Farben prägen unser Denken, Fühlen und Handeln. Was passiert, wenn wir Knallfarben in unsere Wohnung lassen?

Harald Braem: Knallfarben sind wie ein Frühjahrsputz. Sie sind frisch, lebendig und jung. Und sie stimulieren: Sie geben Kraft und heitern auf.

BRIGITTE: Passen Knallfarben zu jedem Menschen?

Harald Braem: Nein. In der Farbpsychologie unterscheiden wir introvertierte und extrovertierte Typen. Wer extrovertiert ist, für den sind Knallfarben wunderbar. Schüchterne und zurückhaltende Menschen aber fühlen sich von Signalfarben schnell gestresst - die brauchen ihre Wohnung als sicheren Rückzugsort und können nicht mehr entspannen, wenn eine Wand froschgrün leuchtet. Was sie eigentlich stimulieren sollte, schlägt ihnen aufs Gemüt. Diese Menschen sollten zurückhaltend mit Knallfarben sein, also nicht gleich eine Wand streichen, ein gelbes Sofakissen reicht da schon aus.

BRIGITTE: Und kein blaues Kissen, weil Blau zu kalt und zu schwer ist?

Harald Braem: Blau ist die Lieblingsfarbe der Deutschen. Damit kann man nichts falsch machen. Und gerade der introvertierte Typ mag kühle Farben wie Türkis und Blau, weil er sie als leise und unaufdringlich empfindet. Blau ginge also sehr gut - es wäre aber keine Überraschung.

BRIGITTE: Unsere Wohnung ist immer auch Spiegel unserer Seele. Was erzählt eine knallfarbene Wohnung denn nun über uns?

Harald Braem: Dass wir Farbe bekennen, mutig sind, uns etwas trauen. Wer mit Knallfarben spielt, muss mit Kritik rechnen. Ein pinkfarbener Stuhl beispielsweise wird sicher nicht jedem Besucher gefallen. Wer einen hat, muss es ertragen, dafür belächelt zu werden. Ihm ist also die Außenwirkung nicht so wichtig...

BRIGITTE: Oder er möchte seinen Gästen ein bestimmtes Selbstbild vermitteln.

Harald Braem: Das natürlich auch. Wobei wir da nicht wirklich über unseren Schatten springen können, zumindest nicht für längere Zeit. Schließlich wollen wir uns in unserer Wohnung wohl fühlen, sie soll uns auffangen und stark machen für das, was da draußen auf uns wartet. Morgenmüde Menschen ertragen im Bad keine grellen Farben. Die Helligkeit und geballte Lebendigkeit macht sie noch müder. Für Frühaufsteher sind Knallfarben stimulierend - weil sie genau ihre Stimmung spiegeln. Und genau darum geht es: Farben müssen zu unserem Charakter passen. Egal, ob wir sie als Kleidung auf dem Körper tragen oder uns in unserer Wohnung damit umgeben.

Interview: Madlen Ottenschläger

Herstellernachweise

ARCO:KölnTel. 02 21/69 06 52 21www.arcomeubel.nl

CAPPELLINI:I-Arosio (CO)Tel. 00 39/031/75 91 11www.cappellini.it

CLASSICON:MünchenTel. 089/748 13 30www.classicn.com

COR:Rheda-WiedenbrückTel. 052 42/410 20www.cor.de

ESTABLISHED & SONS:GB-LondonTel. 00 44/207/608 09 90www.establishedandsons.com

FLOS:LangenfeldTel. 021 73/10 93 70www.flos.net

FRAUMAIER.COM:EsslingenTel. 01 62/634 44 44www.fraumaier.com

FREUNDTS WOHNACCESSOIRES:HamburgTel. 040/68 99 61 40www.freundts.de

HABIT:Kürten-EngelkdorfTel. 022 07/811 34www.habit.de

HABITAT:DüsseldorfTel. 02 11/86 63 40www.habitat.de

IKEA:Hofheim/WallauHotline 018 05/35 34 35www.ikea.com

JET MOUS:über Craft2eu: HamburgTel. 040/48 09 28 22www.craft2eu.net

KARTELL:BerlinTel. 030/36 50 94 40www.kartell.it

KNOLL INTERNATIONAL:KölnTel. 02 21/ 13 05 64 50www.knoll-int.com

KVADRAT:Bad HomburgTel. 061 72/94 39 20www.kvadrat.dk

LEISE:Frankfurt am MainTel. 069/21 99 98 01www.leise-leise.com

LIGNE ROSET:Gundelfingen/FreiburgTel. 07 61/59 20 90www.ligne-roset.de

LISBETH FRIIS:über Craft2eu: HamburgTel. 040/48 09 28 22www.craft2eu.net

MAGIS SPA:I-Motta di Livenza (TV)Tel. 00 39/04 22/86 26 00www.magisdesign.com

MONTANA:DK-HaarbyTel. 00 45/64 73 32 11www.montana.dk

MOROSO über Rooms Interior:BerlinTel. 030/20 67 38 33www.moroso.it

RICHARD LAMPERT:StuttgartTel. 07 11/860 20 70www.richard-lampert.de

SCP:GB-LondonTel. 00 44/20/77 39 18 69www.scp.co.uk

STOKKE:SindelfingenTel. 070 31/61 15 80www.stokke.de

TOBIAS GRAU:RellingenTel. 041 01/37 00www.tobias-grau.com

VITRA:Weil am RheinTel. 076 21/70 20www.vitra.com

Fotostrecke

Ganz neu und ganz schön bunt - in der Fotoshow sehen Sie weitere farbenfrohe Wohnakzente.

BRIGITTE 17/08 Fotos: Jonas von der Hude; Hersteller Produktion: Irina Graewe Interview: Madlen Ottenschläger

Wer hier schreibt:

Madlen Ottenschläger

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