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Welches Schulsystem brauchen unsere Kinder?
Uschi Schall, Künstlerin, 2 Kinder:
"Das G8 ist völlig übereilt eingeführt worden, den Stoff können die Kinder nicht bewältigen, da klappt ohne Nachhilfe gar nichts. Das System geht außerdem nicht auf die Individualität der Kinder ein, Kinder, die etwas langsamer in der Entwicklung sind, gehen da unter."
Nicole Jenkins, Englischlehrerin, 1 Kind:
"Den Kindern bleibt keine Zeit mehr zum Leben, es geht nur noch um Schule und Leistung, da bleibt keine Möglichkeit für eine normale Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen, Pubertät darf nicht mehr statt finden."
Jagoda Marinić, Schriftstellerin:
"Die Schulen sind die Keimzellen des Eigenen und Gemeinsamen in der Gesellschaft, der Nährboden jeder möglichen Zukunft. Ich wünsche mir mehr Bewusstsein dafür, dass all das, was wir in den Schulen an Potenzial ersticken, explosive Mischungen ergibt - sowohl für den Einzelnen als auch die Gemeinschaft. Ich plädiere für eine intensive Auseinandersetzung mit allen Mitgliedern unserer Gesellschaft, was einschließt, die Kinder nicht schon nach vier Jahren Schule zu klassifizieren, intellektuell, sozial und letztlich auch biographisch. Zudem sollte man das Denken, das der Realität nur mit Klassifikationen beizukommen weiß, aus den Schulen verbannen, denn für die Zukunft brauchen wir Kinder, die Neues zu denken wissen, damit wir anfangen zu lernen."
Claudia Bokemüller, Dipl.-Betriebswirtin, 2 Kinder:
"Ich habe bei meinem Kind festgestellt, dass die neue deutsche Rechtschreibung, auf die ja so gepocht wurde, in der Schule gar nicht unbedingt angewandt wird - zum großen Teil wird mit alten Büchern und alten Arbeitsblättern gearbeitet. Wie sollen die Kinder sich da denn noch zurechtfinden? Wenn eine Reform schon beschlossene Sache ist, muss sie auch einheitlich umgesetzt werden."
Antje Knoblich, Haufrau, 3 Kinder:
"Die geringe pädagogische Ausbildung der Lehrer an den weiterführenden Schulen stört mich sehr, Fortbildungen finden da kaum statt. Und die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind untragbar: wir sind von Mecklenburg-Vorpommern nach Hessen gezogen - das ging; umgekehrt wäre das eine Katastrophe gewesen."



