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Charlotte Roche (29) hat in ihrem ersten Roman "Feuchtgebiete" keine Körperöffnung ausgelassen: Es trieft und schleimt, prickelt und pickelt auf fast jeder Seite. Die 18-jährige Protagonistin Helen Memel hat ziemlich viel für Sex und ziemlich wenig für Hygiene übrig. Eine Leseprobe finden Sie hier. Eklig? Amüsant? Feministisch? BRIGITTE.de hat nachgefragt: Was will uns die Autorin eigentlich damit sagen?
BRIGITTE.de: Auf den ersten Seiten von "Feuchtgebiete" wischt die Protagonistin Helen mit ihrer Muschi die Autobahntoilette sauber. Beim Lesen hat sich eine BRIGITTE-Kollegin beinahe übergeben...
Charlotte Roche: Ja, es fängt schon gut an.
BRIGITTE.de: Sollten die Buchhändler zu "Feuchtgebiete" nicht gleich auch Kotztüten verkaufen?
Charlotte Roche: Ich verstehe, dass manche Leser sich ekeln, aber ich habe beim Schreiben viel unschuldiger gedacht. Die sexuellen Sachen oder alleine die Smegma-, also Scheidensekret-Geschichten, die in "Feuchtgebiete" vorkommen, sind für manche Leute vollkommen widerlich - aber alle Frauen haben das!
Es wird ja niemand brutal über Seiten abgeschlachtet oder abgemetzelt, es gibt keine Massenvergewaltigungen. Sondern Helen befriedigt sich selber, hat Sex und erforscht ihren eigenen Körper. Das sind eigentlich sehr menschliche Sachen, auch die Toilettenthemen. Aber die Leute flippen alle aus.
BRIGITTE.de: Es ist ja auch sehr ungewohnt, solche intimen Schilderungen zu lesen.
Charlotte Roche: Ich glaube, dass das Buch den Leuten sehr nah kommt - zu nah vielleicht an manchen Stellen. Ich versteh das total, ich bin auch verklemmt, wenn andere dabei sind. Aber für mich ist das auch ein Spaß, dass ich Ekel oder rote Ohren bewirken kann.




