Konflikte in der Partnerschaft

Beziehung: Wie kehrt die Liebe in den Alltag zurück?

Erst wollten wir Nähe, dann hat sich der Alltag in die Beziehung geschlichen - 21 Fragen und Antworten, wie die Verbundenheit zurückkehrt.

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Wir haben beide viel um die Ohren. Trotzdem läuft in unserer Beziehung eigentlich alles rund. Warum ist Zeit zu zweit so wichtig?

Foto: designritter/photocase.com

Weil Zeitstress einer der größten Liebeskiller für eine Beziehung ist - auch wenn sich die tödliche Wirkung eher schleichend offenbart. In einer Umfrage der GfK Marktforschung gab rund ein Viertel der Befragten, die schon einmal ernsthaft eine Trennung von ihrem aktuellen Lebenspartner erwogen hatten, "zu wenig Zeit füreinander" als Grund dafür an. 42 Prozent nannten "häufigen Streit" als potenziellen Trennungsgrund. Beides hängt zusammen: Wer wenig Zeit füreinander hat, streitet mehr.

Dabei könnte man meinen: Wer weniger Zeit miteinander verbringt, hat auch weniger Zeit zum Streiten, oder?

Leider ist es nicht so, dass wir die kostbare Zeit zu zweit dann auch dafür nutzen, es uns miteinander gut gehen zu lassen. Wenn es nie die Gelegenheit gibt, Probleme zu besprechen oder Missverständnisse zu klären, dann muss man die wenige Zeit, die man miteinander hat, ständig nutzen, um aktuelle Brandherde zu löschen. Also: Öfter mal ins Gespräch kommen, dann staut sich auch kein Ärger an, der später in einem Monsterkrach eskaliert.

Das klingt, als wäre Zeit zu zweit immer damit verbunden, Probleme zu wälzen. Aber ständige Beziehungsgespräche können doch auch nicht gut für uns sein. Müssen wir ständig reden?

Nein, natürlich nicht. Aber wenigstens ein Mal am Tag eine echte Verbindung zueinander herstellen. Das kann ein Gespräch sein, das kann aber auch eine Fußmassage auf der Couch sein oder morgens ein nicht nur flüchtig hingehauchter Abschiedskuss. "Selbst wenn Sie jede Nacht miteinander schlafen würden, könnte eine unerwartete liebevolle Umarmung in der Küche Ihnen viel mehr das Gefühl echter Verbundenheit geben. Und solch einen Moment brauchen Sie täglich", rät die Paartherapeutin Mira Kirshenbaum. Müsste man täglich eine bestimmte medizinische Prozedur durchführen, zum Beispiel Insulin spritzen, würde man das ja auch tun. Warum also nicht ein Mal am Tag eine echte Verbindung zum Partner herstellen? "Für die Gesundheit Ihrer Beziehung ist das mindestens genauso wichtig", erklärt die Paartherapeutin.

Eine Frischzellenkur für die Liebe also. Klingt ein bisschen nach Küchenpsychologie.

Lässt sich aber wissenschaftlich beweisen. Denn Liebe und Partnerschaft haben auch viel mit biochemischen Prozessen zu tun. Beim Sex und besonders beim Orgasmus schütten wir das Bindungshormon Oxytocin aus, das eine Partnerschaft festigt und dafür sorgt, dass wir uns zueinander hingezogen fühlen. Aber auch wenn wir uns im Alltag flüchtig anfassen, uns umarmen oder küssen, schütten wir Oxytocin aus. Deswegen kann man sich auch im Alltag gar nicht oft genug liebevoll berühren.

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  • Text: Alena Schröder