"Die große Liebe gibt es wirklich"

Der Paartherapeut Wolfgang Hantel-Quitmann über Partnersuche, die Psychologie der Partnerwahl, Männer- und Frauenklischees und die große Liebe.

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BRIGITTE.de: Herr Hantel-Quitmann, stimmt es, dass Männer sich vor allem in lange Beine verlieben und Frauen in ein dickes Portemonnaie?

Wolfgang Hantel-Quitmann: Das Klischee trifft auf Männer eher zu als auf Frauen. Befragt man Männer, was ihnen an Frauen wichtig ist, kommen oft Antworten wie: Sie soll sexy sein, eine gute Figur haben. Für viele Frauen hingegen ist der berufliche Erfolg des Mannes heute kein zentrales Thema mehr. Männer der Güteklasse A sind für sie diejenigen, die Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit mitbringen.

BRIGITTE.de: Die berühmten inneren Werte also. Und die sind Männern egal?

Hantel-Quitmann: Natürlich nicht! So blöd sind Männer nun auch wieder nicht. Aber intelligente Frauen jagen vielen Männern Angst ein. Besonders die Karrierefrau der Altersklasse 35+ ist daher in einer Notsituation: Die guten Männer sind abgefischt, und der Rest hat Angst vor ihnen.

BRIGITTE.de: Möglicherweise einer der Gründe dafür, dass es so viele Singles gibt?

Hantel-Quitmann: Die meisten Singles sind nicht allein - sie sind mit ihrem Idealpartner verheiratet, haben ein idealisiertes Bild von einem Partner, von Partnerschaften und auch von sich selbst. Sie sehen sich selbst als Prinzessin, warten auf den Traumprinzen, stellen sich Partnerschaft als kleines Königreich vor - und werden dann natürlich enttäuscht.

BRIGITTE.de: Wie schafft man es, sich von diesen überzogenen Ansprüchen zu trennen?

Hantel-Quitmann: Reflektieren Sie Ihre Ideale! Ja, ich habe Macken, Prinzen sind verdammt selten, und Paarbeziehungen bestehen vor allem daraus, dass man sich zusammen rauft. Viele denken auch zu stark in Einzelaspekten. Es gibt immer einen intelligenteren, einen schöneren Menschen als den eigenen Partner. Aber am Ende ist es die Mischung, die zählt!

BRIGITTE.de: Die perfekte Mischung, der Partner, der zu mir passt - Online-Partnerbörsen versprechen Hilfe bei der Suche nach ihm. Was halten Sie davon?

Hantel-Quitmann: Online-Partnerbörsen funktionieren nach dem Ähnlichkeitsprinzip: Beide spielen Golf, beide lieben Impressionisten - also werden sie "gematcht". Dabei erzeugt gerade Unterschiedlichkeit den Reiz, die Herausforderung, die Spannung in Beziehungen.

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  • Interview: Angelika Unger
    Foto: privat, Getty Images
Letzte Kommentare
  • reitter S.
    am 13.09.11 um 12:18
    Es gibt verschiedene Männer, es gibt Männer die möchten eine Vorzeigdame, beobachte mal die nichtdeutschen, ich muss immer grinsen, es soll sich jeder nehmen was er möchte, für mich sind innere Werte sehr wichtig.
  • Marloway
    am 28.12.09 um 08:25
    Klassische Projektionen einen psychologisierenden Faselhänschens mit Doppelnamen, der den feministischen Zeitgeist und die vermeintl. Erwartungen einer weibl. Leserschaft der BRIGITTE widerspiegelt, aber mit SICHERHEIT nicht das Gedanken- und Gefühlsgut aufrichtiger und erwachsener Männer. Zu deutsch: blödes Gewäsch!
  • Manfred
    am 02.09.09 um 08:34
    Schon mal etwas gehört von :"Auf gleicher Wellenlänge"?
    Das Buch von Bruno Giebat sollte der "Paartherapeut" mal lesen!
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