Ein Kind - oder nicht?

In der Liebe stimmt alles. Fehlt nur noch ein Kind zum Glück. Oder nicht? 21 Fragen, die helfen, eine Antwort zu finden.

  • 7 Kommentare
  •  
  •  

1 Ist es egoistisch, als Paar einfach kein Kind zu wollen?
"Denen geht es doch nur um Selbstverwirklichung " - das bekommen kinderlose Paare tatsächlich oft zu hören, besonders wenn sie tolle Jobs haben und ihre Freiheiten genießen. Da hat sich ein unnötiger Graben zwischen Eltern und Kinderlosen gebildet. Denn: Keiner bekommt Kinder, um das Rentensystem zu stützen, auch Eltern haben egoistische Motive. Sie finden es "spannend, Kinder aufwachsen zu sehen" oder glauben, dass "Kinder das Alter schöner machen", so eine aktuelle Forsa-Studie. Andere halten Kinder für ein Anti-Aging-Mittel, und jeder Vierte meint, dass man mit Kindern niemals einsam ist.

2 Genau. Aber immer noch werden Kinder allzu häufig als Krönung der Liebe stilisiert, oder?
Im Gegenteil. Ein Kind als Quelle des Beziehungsglücks rückt immer mehr in den Hintergrund. In Zahlen: Heute sagen nur noch 35 Prozent der Frauen und Männer, dass man ein Kind für ein erfülltes Leben braucht. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele. Es hat ein Wertewandel stattgefunden. Das Leben mit Kindern ist nur noch einer von vielen Lebensentwürfen. Eine erfüllte Partnerschaft steht bei den meisten deutlich höher im Kurs.

3 Trotzdem muss man sich ab einem bestimmten Alter rechtfertigen, wenn man einen Partner, aber kein Kind hat...
Leider ja. Zwar entscheiden sich heute jede siebte Frau und jeder vierte Mann bewusst gegen Kinder. Die traditionellen Muster sind trotzdem sehr mächtig. Denn: Familie gilt immer noch als Ideal, und zwar mit exakt zwei Kindern; das wird von der Gesellschaft gestützt. Paare, die kein Kind wollen, werden da oft unbewusst als unbequeme Rebellen wahrgenommen. Und: "Gerade Mütter vertreten ihren Lebensentwurf oft militant und machen Kinderlosen mächtig Druck", sagt Psychologieprofessorin und Familientherapeutin Heike Stammer. Grundsätzlich gilt: Warum ein Paar keine Kinder hat, geht niemanden etwas an. Stammer rät, sich gut zu überlegen, mit wem man überhaupt darüber sprechen will, und dann offensiv die eigene Lebensform zu vertreten. Man kann auch tatsächlich lernen, das sportlich zu nehmen.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. ...
  7. 7
  • BRIGITTE BALANCE Heft 02/08:
    Text: Anne Otto, Tanja Reuschling
    Fotos: Ulrike Holsten, Getty Images
Letzte Kommentare
  • Herr_Rhein
    am 27.03.10 um 00:55
    Die Eltern trennen sich also wegen der Kinder? Eine interessante, wenngleich auch sehr gewagte These. Die Eltern oder vielmehr Elternteile? Und wenn Elternteile welche mögen es sein, und was ist deren Motiv? Die bloße Existenz der Kinder wird es nicht sein!
    Nein, einen kleinen aber gewichtigen Teil der Antwort findet man in den vorherigen Kommentaren. Ich, die Frau. Meine Wünsche, meine Vorstellungen, mein Unterhalt und meine Rente.
    Herzlichen Dank auch!
    Aus der Sicht eines Mannes kann ich Ihnen hierzu einen der gewichtigen Gründe der Männer nennen, sich von Frauen vermehrt zu distanzieren: Es ist genau diese ausgeprägte Egomanie, die einem Großteil jeden vierten Mannes davon abhält eine Frau zu schwängern. Sicher sind auch Männer nicht ausschließlich Altruisten, aber der Deal ist einfach zu schlecht, um ihn einzugehen. Unterhalte und Rente zahlen und selbst nur von Mutters Gnaden vom Kind zu haben.
  • ariella60
    am 07.03.10 um 17:26
    @toscanapost
    Ja, warum sollte sich die Gesellschaft so aufstellen, dass Leute mit Kindern genauso gut dastehen wie die ohne? Weil eine Gesellschaft ohne gut erzogenen und gut ausgebildeten Nachwuchs den Bach runtergeht. All das mühsam in 80 Wochenstunden erarbeitete Geld nützt nichts, wenn keiner da ist, der für die alten Leute sorgt, der das Gesundheitswesen am Laufen hält, der überhaupt arbeitet - deshalb braucht man die Kinder aus der Mittelschicht, und zwar mehr, als derzeit geboren werden! Ich meine das nicht als Angriff auf dich oder generell Leute ohne Kinder. Aber es Irrsinn, ausgerechnet die leistungsfähigste Bevölkerungsgruppe dadurch zu entmutigen, dass man Familien schlechter stellt und den Frauen ein unüberschaubares Risiko aufbürdet (kein Unterhalt im Trennungsfall, wenig Rente). Die Folgen sehen wir doch schon, wenn auch noch längst nicht in ihrer ganzen Tragweite: Das "Prekariat" wächst, die mittleren Schichten schrumpfen - wer soll die riesige Generation d
  • toscanapost
    am 07.03.10 um 15:29
    @ariella60
    Warum sollte sich die Gesellschaft so auf stellen das die mit Kinder genauso gut da stehen als die ohne Kinder? Ich arbeite 80 Studen die Woche, wenn es um Gleichstellung geht musst Du auch 80 stunden die woche arbeiten. Ausserdem Mutter sein gibt Frauen nicht das Recht das Sie etwa Besoders sind. Ein Kind in die Welt setzten fast jede Frau. Leider passiert es Muettern ja al zu oft ds Sie sie Denken die Einzige Person auf der Welt zu sein.
    Du hast selber gewaehlt um Kinder auf die Welt zu seltzen, dann muss Du selber auch die Folgen tragen.Solange die Muetter Fraktion gerne die Kinderlosen bevormundet und probiert eine Gehirnspuelung geben will passiert naemlich genau das umgekehrte. Solche Muetter geben den Kinderlosen ein Bild das Frauen so werden wenn Sie Kinder bekommen! Bitte jeder hat das Recht keine Kinder zu wollen und stoppt diese Kinderpropoganda!
mehr (7)
 
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar.
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * (Andere Zeichenfolge)
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.

BRIGITTE im ABO

Brigitte-Netzwerk
BRIGITTE-woman.de
Bfriends.de
Bym.de