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Sein Computer und ihre Monster-Kommode
Maike Balk, 25, Physiotherapeutin, und Simon Balk, 26, Referendar
Sie sagt:
Eigentlich sollte dort meine Nähmaschine stehen, aber seit über einem Jahr blockiert Simons Computerbildschirm unseren Schreibtisch. Seit über einem Jahr erzählt mir Simon auch, dass er den dazugehörigen Rechner nun wirklich kaufen wird. Simon macht Musik. Und mit dem Rechner will er seine Lieder aufnehmen. Dabei hat er bereits mehrere Aufnahmegeräte, aber die sind ihm zu unprofessionell. Ein Profi hat allerdings einen Flachbildschirm, der kaum Platz wegnimmt. Überhaupt haben alle unsere Freunde inzwischen so ein modernes Teil.
Sogar Simons Vater - der sich sichtlich freute, als er seinem Sohn das hässliche Riesending überließ. Da sieht ja unser Kühlschrank noch besser aus - der wiegt allerdings viel weniger und erledigt immerhin jeden Tag einen sinnvollen Job. Simons Bildschirm hingegen dient nur als Ablage für seine Gehaltsabrechnungen - und die Beträge darauf sind jetzt auch nicht so üppig, dass man sie ständig herumliegen sehen will.
Er sagt:
Es ist, als lebten wir mit einem Monster in der Wohnung: Aus der Schublade schlängeln sich Schals und Taschen wie Eingeweide, aus den Türen darunter Massen von Schuhen. Noch nie habe ich das Monster geschlossen gesehen.
Und: Es hat eine Art Mundgeruch. Das könnte natürlich auch an den vielen Schuhen in seinem Bauch liegen. Zumindest müffelt es, wenn ich daran vorbeigehe. Maike will trotzdem nicht auf ihre olle Kommode verzichten. Sie ist ein Familienerbstück, zuletzt gehörte sie ihrer Mutter, und Maike hängt sehr daran. Ich habe, entgegen dem gängigen Klischee, überhaupt nichts gegen meine Schwiegermutter - im Gegenteil.
Aber die Kommode gibt mir manchmal das Gefühl, als würden wir mit ihr unter einem Dach wohnen. Dabei sind wir längst eine eigene Familie. Und so ein antikes Ding passt überhaupt nicht zu unserem sonstigen Ikea-Look. Außerdem wiegt das Monster gefühlte 200 Kilo, auch wenn es gar nicht danach aussieht. Also: Entweder wir ziehen nie wieder um, oder Maike beauftragt dann ein Umzugsunternehmen.












Ich bevorzuge nur getrennte Wohnungen.