Wie lieben, wenn der Partner Probleme hat?
BRIGITTE: Oft weiß man aber doch gar nicht, was in so einer Beziehung auf einen zukommt.
Guy Bodemann: Gerade bei Krankheiten kann der Punkt kommen, an dem man merkt: Das übersteigt jetzt meine Kräfte. Die erste Frage ist dann: Grenze ich mich genug ab? Die Frau muss ein Leben außerhalb der Partnerschaft führen, sie muss Zeit für sich selbst haben. Und sie muss sich sagen: Ich darf fröhlich sein, ich darf tanzen gehen, auch wenn mein Partner das vielleicht nicht mehr kann, weil er im Rollstuhl sitzt. Sie darf das nicht nur, sie muss es sogar, denn sie braucht Energie für die schwere Aufgabe. Wir müssen uns klarmachen: Wir können nur so gut unterstützen, wie es uns selbst gutgeht. Wer nicht mehr kann, ist auch kein guter Unterstützer. Nehmen Sie eine Mutter: Morgens ist es hektisch, sie ist spät dran, das Kind muss zur Kita, sie hat einen wichtigen Termin. Wenn dann das Kind hinfällt, wird sie nicht unglaublich liebevoll und entspannt auf das Kind eingehen können. Jetzt stellen Sie sich das in einer Partnerschaft vor, und zwar nicht einmal und für einen Augenblick, sondern anhaltend. So eine Situation schadet beiden. Dem Kranken, weil er merkt, dass er eine Belastung ist, sein Selbstwertgefühl wird permanent geschädigt. Und der Gesunden, weil sie permanent überfordert ist und denkt, nicht zu genügen. Studien zeigen, dass ein depressiver Mensch, der in einer unglücklichen Partnerschaft lebt, ein sechsmal höheres Rückfallrisiko hat. Da nützt eine Paartherapie, manchmal kann auch eine Trennung der bessere Weg sein.
BRIGITTE: Wie trenne ich mich würdig?
Guy Bodemann: Wichtig ist, sich keine Schuldgefühle aufladen zu lassen, weder vom Partner noch vom Freundeskreis oder der Familie. Etwas nicht zu können - oder nicht mehr zu können - das hat überhaupt nichts mit Schuld zu tun, den Schuh darf man sich nicht anziehen.
BRIGITTE: Gibt es zu schweres Gepäck?
Guy Bodemann: Es gibt Gepäck, das zu schwer ist, um es allein zu tragen. Eine Partnerschaft ist ein tragfähiges Gefäß, aber es gibt Dinge, die strapazieren es über, dazu zählen etwa sexueller Missbrauch, auch Kriegserfahrung und eine schwere Traumatisierung. Da braucht das Paar professionelle Unterstützung.
Im Mai ist Guy Bodemanns Buch "Depression und Partnerschaft. Hintergründe und Hilfen" (14,95 Euro, Huber Verlag) erschienen. Seine DVD "Paarlife - Glücklich zu zweit trotz Alltagsstress" ist ein Coaching- Programm zur Stressbewältigung in Partnerschaften, zu bestellen über www.paarlife.com.














sonst würden sie nicht in div. Communitys und SB nach einem neuen Partner Ausschau halten!
In 8 Jahren Internet habe ich zum Großteil nur Ehefrauen oder in Partnerschaft lebende Frauen kennengelernt.
Ich bin aber der Meinung,man/frau sollte zuerstmal die alte Beziehung beenden,
bevor man/frau sich an Neues wagt.