Eifersucht: Du gehörst mir!

Gesundes Misstrauen oder pathologischer Beziehungswahn: Ab wann schadet Eifersucht der Liebe und der Beziehung?

  • 0 Kommentare
  •  
  •  
In diesem Artikel:

Ein halbes Jahr erst waren die Frau und der Mann zusammen. Da schien sich etwas zu verändern: Hatten die beiden frisch Verliebten in den ersten Monaten fast jede freie Minute miteinander verbracht, traf er sich nun wieder häufiger mit seinen Freunden. Kein Grund zur Beunruhigung, völlig normal, sagte die Frau sich. Doch dann kam dieser Abend, an dem sie zusammen im Kino verabredet waren - und er nicht auftauchte. Sie versuchte ihn auf dem Handy zu erreichen, doch das war ausgestellt. Sie sprach ihm mehrfach auf die Mailbox, zunächst irritiert, dann besorgt, schließlich sauer. Gegen elf rief der Mann zurück, überrascht: Er habe gedacht, sie seien erst am Tag darauf verabredet gewesen. Das Handy habe er ausgestellt, weil er mit einem Freund Squash gespielt habe. Er war verständnisvoll, es tat ihm leid - doch sie hörte ihm gar nicht mehr zu. Sie wusste Bescheid.

Wechselbad der Gefühle

Von da an war nichts mehr wie zuvor. Für die Frau schien es nur eine logische Erklärung zu geben: Der Typ betrügt mich! Zunächst war ihr der Verdacht fast peinlich; sie sprach mit niemandem darüber, auch nicht mit ihrem Freund. Doch wenn er sich jetzt auf ein Bier mit Kollegen traf oder bei einem ihrer Anrufe nicht gleich ranging, begann sie zu zweifeln: Was, wenn er gerade bei einer anderen ist?

Sie fing an, sein Verhalten zu deuten: Erschien er abwesend, war das der Beweis, dass er sie nicht mehr liebte. War er besonders liebenswürdig, zeigte sich nur sein schlechtes Gewissen. Dazu gab sie sich Phantasien hin, in denen sie sich immer wieder das Schlimmste ausmalte. Ein Teufelskreis, der die Frau immer wahnhafter agieren ließ. Nun sprach sie auch ihre Verdächtigungen offen aus. Musste sich immer häufiger bei ihm vergewissern: Liebst du mich noch? Der Mann versuchte, seiner Freundin glaubhaft zu machen, dass es für ihn nur sie gebe. Sie war dann für kurze Zeit versöhnt, bereute ihre Verdächtigungen - um bei nächster Gelegenheit noch heftiger zu reagieren. Ein Wechselbad der Gefühle.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  • Photo: Clipart.com
Letzte Kommentare
  • Noch kein Kommentar vorhanden. Möchten Sie einen Kommentar schreiben? Das können Sie im Eingabefeld unten.
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * Andere Zeichenfolge
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.
BRIGITTE im ABO