Nach der Trennung

Erinnerungsstücke: Was von der Liebe übrig bleibt

Wenn eine Liebe endet, bleiben neben den Erinnerungen oft auch ganz konkrete Dinge zurück, die uns durch unser weiteres Leben begleiten. Sieben Frauen zeigen ihre Erinnerungsstücke.

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Erinnerungsstücke: Der Vogel im Regal

Wir waren nie miteinander in Prag. Obwohl Ondrej Tscheche ist. Die letzte Chance verpasst haben wir vor zweieinhalb Jahren - was Prag und die Liebe betrifft. Ich war sechs Jahre zu alt für ihn, er sechs zu jung für mich. Worauf wir uns immer einigen konnten: "Ptáčku!" - du Vogel. Vom Flohmarkt hatte mir Ondrej diesen hier mitgebracht. Weil die Klemme abgebrochen, die Farbe abgeblättert ist, wollte ihn niemand haben. Er wohnt noch immer in meinem Bücherregal. Einfach nur, weil ich ihn schön finde. Mein Mann sagt übrigens immer voller Liebe, ich hätte einen Vogel...
Inga Leister

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  • Fotos: Miriam Yousif-Kabota
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/11
Letzte Kommentare
  • Frank
    am 11.10.11 um 19:30
    Das Interview mit Herrn Schmidbauer finde ich widersprüchlich: Einerseits lese ich heraus, dass es sehr gut sein kann, den ehemaligen Partner auch in positiver Erinnerung zu behalten. Andererseits heißt es, dass gemeinsame Erinnerungen in der Gegenwart eigentlich gar keine Bedeutung mehr hätten und höchstens noch verwertet werden könnten, um bestimmte Probleme mit neuen Partnern zu verhindern. Verwirrend!
    Ich jedenfalls möchte nicht dem Trend der Wegwerfgesellschaft folgen und meinen ehemaligen Partner einfach abhaken. Statt dessen wünsche ich mir dass wir es schaffen, unsere gemeinsame Zeit als Teile von uns anzunehmen und sie als wichtige, oft schöne, aktive Erinnerung zu behalten. Ich glaube, es würde sehr viel Schmerz verhindern, wenn Herr Schmidbauer und seine KollegInnen den Menschen nach einer Trennung vor Allem auf dem Weg des ausgewogenen, auch emotionalen, Erinnerns helfen. 'Auslöschen' der Vergangenheit oder Berührungsängste damit sind für beide Seiten fast im
  • Anita Strzoda
    am 10.10.11 um 20:11
    Ich kann gute Erinnerungen noch nicht zulassen. Mein Exmann hat mich in eine finanzielle Krise gebracht. Ich musste stark kämpfen, um den Schuldenberg zu reduzieren und ich muss mich nach wie vor damit beschäftigen. Jedesmal wenn ich ihn sehe, steht das zwischen uns. Obwohl ich mich manchmal freue ihn zu sehen, er ist nett, aber ich kann ihm nie mehr vertrauen. Ich will wieder lernen anderen Menschen bedingt zu vertrauen, das gelingt mir nicht besonders gut. Alles hat sich in meinem Leben verändert, ich muss auf mich aufpassen, sodass ich wieder an meine eigene gute und gesunde Kraft glauben kann. Ihr Dossier über das was übrig bleibt ist besonders gut. Auch das Interview mit Herrn Schmidbauer. Vielen Dank hierfür.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anita Strzoda
  • Nika Bocaj
    am 10.10.11 um 18:50
    Bewusst behalten, aber nie wieder gehört ist das Miniband des Anrufbeantworters mit der Stimme meines Partners. Wenige Tage nach seinem Tod vor fast 20 Jahren klingelte das Telefon. Bevor ich den Hörer abnehmen konnte, sprang der Anrufbeantworter an - mit seiner Stimme. Einen Moment lang schoss in mir eine wahnwitzige Hoffnung hoch. Eine Sekunde später hatte ich realisiert, dass es nur die konservierte Stimme war. Noch heute beginnt mein Herz zu rasen, wenn ich daran denke, trotzt der vergangenen Zeit und dem besseren Wissen.

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