Die große Liebe: Liebesgeschichten

Das ist die große Liebe: Ein kleiner Augenblick, ein ganz besonderer Satz, eine flüchtige Berührung, und plötzlich weiß man es. Drei Paare erzählen, woran sie gemerkt haben, dass sie die Liebe fürs Leben gefunden haben.

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Drei Paare erzählen, woran sie gemerkt haben, dass sie die Liebe fürs Leben gefunden haben.

Ernst Kühnel, 78, Rentner, und Melitta Stemmler, 76, Rentnerin

Ernst Kühnel: Melitta habe ich durch eine Kontaktanzeige gefunden. "Jung gebliebener Witwer sucht gleichaltrige Partnerin mit Tatkraft und Gefühl, Hobbys: Tanzen, Schwimmen und zu jedem Streich bereit", stand drin. 95 Antworten habe ich bekommen, die 40 schönsten habe ich rausgesucht und diese Frauen dann getroffen.

Melitta war die Neununddreißigste, und wir haben uns im Kurhaus in Wiesbaden verabredet. In der Drehtür vom Kurhaus ist sie mir dann entgegengekommen. Wir kannten uns ja noch nicht, aber in dem Moment haben wir uns angesehen und gelächelt, und ich wusste: Das ist sie! Ihre blauen Augen, die blonden Locken, ihre schlanke Figur - wie eine Filmschauspielerin.

Ich wollte gern eine Frau, mit der ich etwas erleben kann, keine, die mir die Wäsche und die Betten macht. Das kann ich selber. Melitta ist meine große Liebe, weil wir zusammen lachen und ich mit ihr nachholen kann, was ich verpasst habe. Ich traue mich viel mehr, habe zum Beispiel mein Haus rosa angestrichen - das macht die Liebe. Und mir einen Ohrring stechen lassen. Das wollte ich schon immer. Als ich Melitta von diesem Wunsch erzählt habe, hat sie gesagt: "Ja, warum nicht?" Und dann sind wir gemeinsam zum Juwelier gegangen. Jetzt haben wir beide einen Ohrstecker.

Einmal ist Melitta nachts um drei ein Tanzschritt eingefallen, den hat sie dann im Nachthemd in unserem dunklen Wohnzimmer geübt. Ich bin aufgewacht und wir haben zusammen weitergetanzt. Ganz ohne Musik. Aus Spaß an uns, weil wir uns lieben.

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  • Protokolle: Martina Behm, Marianne Mösle
    BRIGITTE 01/05
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