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Weiße Auslegeware leuchtet im Licht, das durch die Ritzen der Jalousien quillt. Ein Sessel, tiefrot und bequem, strahlt dem Besucher entgegen. An der Wand hängen gerahmte Bilder, die Motive: Herzen, was sonst? Auf dem Tisch steht eine Schale mit Bonbons. Süßes gegen den Schmerz.
Sylvia Fauck
Sogar die Seife auf der Toilette hat Sylvia Fauck mit Bedacht ausgewählt: Sie ist rosa, mit kleinen roten Herzen darin. Die Penthouse-Wohnung im feinen Hamburger Stadtteil Eppendorf, in der die Liebeskummer-Expertin ihre Besucher empfängt, ist ein heller, freundlicher, mit Liebe gestalteter Ort. Der Besucher kommt allerdings weniger wegen des Ambientes, sondern weil er möchte, dass die Beraterin ihm dabei hilft, sein gebrochenes Herz zu kitten. Damit es wieder so prall, rot und intakt ist, wie die Herzen hinter den Glasrahmen. Und in der Seife.
Wer Liebeskummer hat, erklärt Sylvia Fauck, der fühlt sich, als habe sich der Erdboden aufgetan. Das gilt besonders, wenn der andere die Partnerschaft plötzlich beendet. Wenn es scheinbar keinen Grund gab für eine Trennung. Wenn man keine Erklärung dafür findet: "Das reißt einem förmlich den Teppich unter den Füßen weg. Man hat keinen richtigen Abschluss, nichts, was man greifen kann", sagt Sylvia Fauck, und: "Wer meine Hilfe sucht, fühlt sich belogen, betrogen, hintergangen." Einer ihrer Klienten hat so ein Ende mit einer fristlosen Kündigung verglichen. Ein guter Vergleich, findet Silvia Fauck.
Die 51-Jährige ist staatlich geprüfte Psychologische Beraterin, ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema "Familienarbeit". Seit November 2004 berät sie ihre Klienten in Sachen Herzschmerz. Vorher hat Silvia Fauck als Coach gearbeitet, aber bald festgestellt, dass ihre Klienten vor allem eines brauchen: Zuspruch in Liebesdingen. Sie beschloss, sich zu spezialisieren, und betreut mittlerweile eine große Zahl an Liebeskummer-Klienten - auch per Hotline. Eine Stunde Beratung bei Sylvia Fauck kostet 80 Euro. Für anderthalb Stunden werden 120 Euro fällig, von Männern und Frauen in Führungspositionen verlangt sie sogar 150 Euro. Da eine oder zwei Stunden Beratung nicht ausreichen, um ein gebrochenes Herz zu kurieren, kommen hier ganz hübsche Summen zusammen - die allerdings von keiner Krankenkasse übernommen werden.













