Scheidung und Geld - die wichtigsten Infos

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Unterhalt, Rentenansprüche, Aufteilung von Vermögen und Hausrat - darum geht es bei jeder Scheidung. Die wichtigsten Fragen und aktuellen Änderungen.

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Gütliche Trennung: Worauf muss man achten?

Sie können vor einer Scheidung eine Scheidungsfolgenvereinbarung mit Ihrem Mann schließen, die notariell beglaubigt werden muss. Das erspart lange Streitigkeiten vor dem Familiengericht, und die Anwaltskosten fallen deutlich niedriger aus, weil sie nach dem Aufwand berechnet werden. So können Sie neben dem Sorge- und Umgangsrecht für die Kinder auch den Großteil der finanziellen Folgen regeln wie den Kindes- und Ehegattenunterhalt oder die Aufteilung des Hausrats. Den Versorgungsausgleich (Regelung der Rentenansprüche) bestimmt das Gericht.

Neues Unterhaltsrecht: Was ändert sich?

Künftig wird Geschiedenen mehr Eigenverantwortung bei der Sicherung des Lebensunterhalts abverlangt, Kinder dagegen sollen stärker gefördert werden. Konkret: Der Unterhaltspflichtige, meist der Mann, muss zunächst für seine Kinder aufkommen. Dabei werden alle Kinder gleich behandelt (sofern sie minderjährig oder unter 21 Jahre alt sind und noch die Schule besuchen), auch Kinder aus einer zweiten Ehe oder einer nichtehelichen Beziehung. Nur, wenn nach Abzug des Kindesunterhalts (und unter Berücksichtigung des Selbstbehalts) etwas übrig bleibt, sind die derzeitige Partnerin und die Ex-Partnerin an der Reihe. Dabei soll von den Familienrichtern der Einzelfall viel stärker als bisher geprüft werden. Entscheidend wird sein: Betreut die Ex-Frau kleine Kinder? War von Anfang an eine klassische Rollenverteilung - er verdient, sie bleibt zu Hause - zwischen den Eheleuten vereinbart? Welche Ausbildung hat sie und welche Chancen am Arbeitsmarkt? Gibt es Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder Ganztagsschulen in der Nähe, so dass sie zumindest einen Teilzeitjob aufnehmen könnte? Es ist zu erwarten, dass Richter/innen häufiger als bislang die Ex-Frauen verpflichten werden, wieder eigenes Geld zu verdienen. Häufig leer ausgehen werden in Zukunft vermutlich volljährige Kinder aus erster Ehe, die noch studieren oder eine Ausbildung machen. Und Partner, die nur kurze Zeit verheiratet waren und keine Kinder erziehen.

Unterhalt für die Kinder: Was steht wem zu?

Auch nach dem neuen Recht ergibt sich der Kindesunterhalt gestaffelt nach dem Alter des Kindes und dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Den Unterhalt bekommt derjenige, bei dem das Kind überwiegend lebt. Teilen sich Vater und Mutter die Kinderbetreuung und haben ein nahezu gleiches Einkommen, bekommt keiner Unterhalt vom anderen. Neu definiert ist der gesetzliche Mindestunterhalt, der um rund 25 Prozent höher liegt als nach der alten Regelung. Kinder bis sechs Jahre bekommen dann monatlich mindestens 265 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 304 Euro, und Kinder ab zwölf erhalten 356 Euro. Allerdings kann die Hälfte des Kindergeldes von der Unterhaltspflicht abgezogen werden. Beispiel: Für ein zehnjähriges Kind müssen statt 304 Euro nur 227 Euro (also minus 77 Euro) gezahlt werden.

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  • Text: Ina Kirsch; Beratung: Katharina Mosel, Fachanwältin für Familienrecht in Köln
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