Ulrich Clement: "Einen Seitensprung nicht persönlich nehmen"
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Ulrich Clement, 58, ist einer der führenden deutschen und international renommierten Paar- und Sexualtherapeuten. Er ist Mitbegründer und Leiter des Instituts für Sexualtherapie Aachen/Heidelberg, Professor für medizinische Psychologie in Heidelberg und arbeitet als Dozent, Coach und Psychotherapeut.
BRIGITTE.de: Herr Professor Clement, hat Ehrlichkeit in Liebesbeziehungen ausgedient?
Ulrich Clement: Nein.
BRIGITTE.de: In Ihrem neuen Buch "Wenn Liebe fremdgeht" geht es ums Fremdgehen. Sie schreiben: "Man muss nicht lügen. Aber wenn schon, dann richtig". Klingt nicht besonders ehrlich.
Ulrich Clement: Wer sich auf eine Affäre einlässt, muss abwägen: Einerseits ist da die Ehrlichkeit, zweifellos ein wertvolles Gut: Soll ich meinem Partner von der Affäre erzählen, weil ich ihn nicht belügen möchte? Auf der anderen Seite steht der Schutz des Partners: Soll ich meinem Partner die Affäre verschweigen, weil die Wahrheit ihm wehtun wird? Wer lügt, schützt auch sich selbst, weil man vielleicht noch gar nicht weiß, wohin die Affäre führt.
BRIGITTE.de: Ein sehr bequemes Hintertürchen: Klappt's nicht mit dem Geliebten, bleibe ich bei meinem Partner.
Ulrich Clement: Aus einer Affäre kann natürlich eine Beziehung werden. Das aber ist nicht der Kick. Weitaus häufiger passiert da was, von dem die oder der Untreue auch irgendwie überrollt wird: Sie fühlt sich von einem anderen Menschen fasziniert und angezogen, ist wie im Rausch. Wo die Affäre hinführt, ist ihr erst selber nicht klar. Legt sie nun die Affäre offen, ist diese so nicht weiterführbar. Die Affäre zu schützen halte ich deshalb für legitim. Ich weiß, moralisch kriegt man das nicht ganz sauber hin, schließlich hat man sich meist direkt oder indirekt auf Treue festgelegt.











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am um
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smilla
am 26.03.13 um 16:50
Als Ex-Betrogene kann ich Herrn Clement in den meisten Dingen nur zu stimmen.
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Jacqueline
am 23.03.13 um 19:01
Ein Leben außerhalb der Beziehung? Also Sex, Affären, Fremdgehen, Liebchen und so weiter ist ein Leben außerhalb der Beziehung? Wenn der Autor das darunter versteht, sollte er solche Artikel lieber unterlassen. Wahrscheinlich wurde er selbst noch nie wirklich verletzt, was das angeht. Man kann meiner Meinung auch nur verletzt werden, wenn man wirklich "liebt".
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Carla Brass
am 03.03.13 um 09:47
In diesem Bereich gibt es soviele unterschiedliche Biographien und Beweggründe für "Fremdgehen" und jeder für sich ist persönlich. Ich maße mir nicht an, Fremdgeher zu verurteilen. Es gibt auch Affären, die gar nicht wollen, dass die feste Beziehung aufgegeben wird, sondern die dem Gebundenen die Möglichkeit bieten, Bedürfnisse zu befriedigen, die in der festen Beziehung, aus welchen Gründen auch immer, nicht (mehr) möglich sind und trotzdem wünschen, dass die Familie erhalten bleibt, dass keine Kinder zu Trennungswaisen werden und alles, was in der und für die Familie zu tun ist, Vorrang hat, auch der Respekt und die Fürsorge für den Ehepartner. Der Fremdgeher wird dabei trotzdem lügen müssen, aber ich glaube nicht, dass dessen Ehepartner mit einem solchen Arrangement unzufrieden sein muss, außer, er wüsste es. Wenn der Andere weiterhin so funtioniert in der Beziehung, dass man keine Nachteile und auch keine Ahnung davon hat und man außerdem nicht mal weiß, dass er
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Birgit K.
am 03.02.13 um 18:06
Die Aussage: " (...)Allein durch den Betrug ist die Loyalität in Frage gestellt. Sie ist aber nicht negiert." stellt für mich nicht nur einen Widerspruch in sich, sondern eine enorme Schönfärberei da. Dass Männer evolutionsbedingt nunmal Jäger und Sammler sind und einen größeren Sexualtrieb haben als Frauen ist einen Sache; eine andere, dass Fremdgehen in der Partnerschaft nicht nur schwach, sondern der Nährboden für Misstrauen ist.
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juno81
am 17.11.12 um 02:04
oder es passiert wieder.
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juno81
am 17.11.12 um 02:02
Als Betrogene müsste ich mich angegriffen fühlen von der enormen Entlastung der Schuldgefühle. Aber dass auch beim Sprechen darüber der Respekt nicht untergehen sollte, kann ich nur zustimmen.
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Partner
am 10.10.12 um 14:49
Was Herr C. den Betrogenen zumutet, grenzt an Selbstaufgabe. Ob seine gewählten Beispiele wirklich repräsentativ sind - ich habe Zweifel.
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hlfeauibfliuwf
am 27.06.12 um 22:52
Und der Sicherheitsaspekt ( Aids usw.) wird im Interview völlig ausser acht gelassen?
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Fortschritt
am 08.03.12 um 09:01
Gut, dass den Menschen so langsam die Augen aufgehen. Es kann alles viel schöner sein, wenn man nicht irgendwelche Hollywood Märchen als Wegweiser für eine perfekte Beziehung heranzieht. Hoffentlich hört das Gerede von wegen "Betrug!" dann auch mal auf und wird durch das in diesem Zusammenhang passende Wort "Bedürfnis" ersetzt...
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Katja
am 19.10.11 um 15:07
Das Thema ist extrem emotional. Das Buch habe ich zweimal gelesen, beim ersten Mal hatte ich Wut im Bauch, beim zweiten Mal habe ich es beser verstanden. Wenn Paare Herr Clements Sprechstunde aufsuchen, dann nicht, weil sie über "gut" und "böse" diskutieren möchten, sondern offenbar mit dem Ziel, die Ehe/Partnerbeziehung trotz einer Affäre zu retten. Wenn man sich nicht Gedanken darüber machen dürfte, was dafür vielleicht noch im Toleranzbereich liegen und akzeptabel sein kann, wäre die Sprechstunde bei Herrn C. sinnlos. Dennoch: Einige Argumente von Herrn C. kann ich auch aus diesem Blickwinkel nur schwer verstehen. Falls er sie deshalb bringt, um durch gegenseitiges Verstehen aller Beteiligten Reparaturversuche zu ermöglichen, hätte er dies mehrfach deutlicher von einer scheinbaren (oder doch gewollten???) Affären-Befürwortung abgrenzen sollen. Der hohe Preis, der für Affären zu zahlen ist (extremer Kummer und viel Leid), wird ihm eine stets volle Praxis sichern.
mehr (43)- Nicht persönlich nehmen,
ja, das habe ich auch unter Mühen gelernt zu verstehen, denn alles was mir damals zur Verfügung stand war die Wahnsinns- Annahme, wenn so etwas passiert stimmt`s in der Ursprungsbeziehung nicht, was wiederum so viel hieß wie, dass ich indirekt daran beteiligt war, mein Verhalten das mitverursacht hat. Ganz toll und wenig hilfreich, geschweige denn sinnvoll.
Und das mit dem Vertrauen am Ende des Interviews, auch da finde ich trifft Herr Clement den Nagel auf den Kopf. Vertrauen ist Vorschuss, immer. Natürlich gehört nach solch einer Geschichte viel vertrauenerweckendes Handeln Seitens des ehemals Betrügenden dazu, um wieder eine Basis für, ich will das mal „zu verschenkendes Vertrauen“ nennen, zu erzeugen. Danach aber ist es wieder in die Hand des anderen gelegt. Nicht ich bin für dieses Vertrauen verantwortlich, sondern mein Partner. Und umgekehrt ebenso. Jeder ha
Unter einem Leben außerhalb der Beziehung verstehe ich, andere Freunde, Hobbys etc. Vieles ergibt sich so im Leben. Dazu gehören für mich nicht Fremdgehereien und Affären, um den Kick zu erhalten. Denn den Partner bewusst zu verletzen gehört nicht zum normalen Leben udn der Verletzte hat sicherlich nicht den "Kick". Oft reicht ein einfaches Gespräch....aber die Menschen werden irgendiwe immer feiger und rücksichtsloser.
Schade, dass so einfache Dinge wie miteinander reden und ehrlich sein einfach aussterben, kein Wunder bei den Suggestionen, die sich manche anmaßen, unter die Leute bringen zu müssen.
Als jemand, die nicht betrogen wurde, sondern über 18 Monate lang Geliebte eines Mannes war, der "seine Frau über alles liebte", aber keine Gelegenheit ausließ, sich über ihre Vorliebe für Blümchensex zu belustigen, muss ich mir einfach eingestehen, dass es der größte Fehler meines Lebens und das schweriwegendste Vergehen ist, was man seinem Partner antun kann. Ich will mich selber nicht freisprechen, immerhin haben ich mich wissentlich auf diese pikante Angelegenheit eingelassen. Dabei gibt es eine einfache Regel: "Was du nicht willst,
Ich habe immer gesagt, so wie Freunde auch immer sagen, ich würde nie einen Fremdgeher verzeihen. Und obwohl ich das ihm verziehen habe, quälen mich immer noch Vergleiche in meinem Kopf, Unvertrauen. Er hatte Schuldgefühle und gab seine Affäre auf, nicht weil das aufflog, sondern wie er sagte, ich schon immer seine beste Freundin war. Kann man das in jede Affäre wiederfinden? Ja, das Selbstwertgefühl leidet, aber den Fremdgeher zu verlassen, obwohl man ihn liebt, weil die anderen es so moralischer finden? Es ist leicht zu verurteilen und zu hassen, auch wenn Männer aus weit niedrigeren sex. Gründen fremdgehen als Frauen, es kann auch wieder passieren. Aber wenn man versteht wo sein Problem ist,ist es nicht mehr so persönlich. Entweder löst er dann das Problem selbst oder es wiede
Herr C. wird sicher nicht zu Unrecht als Anwalt und Coach der Fremdgeher angegriffen und verspottet. Aber insoweit ist er cleverer Unternehmer, der seine Marktlücke gefunden hat. Wer Affären lebt, wird ihm dankbar für die Entlastung des schlechten Gewissens und die moralische Unterstützung sein. Geht einfach in den Beziehungssupermarkt und holt Euch bei anderen, was Euch in der (Haupt-)Beziehung fehlt, Ihr überlastet Euch doch mit all den unterschiedlichen Anforderungen! Treue im Sinne von Vertrauen und Verbindlichkeit ist ja soooo unmodern..... ("Sarkasmus aus")