Ahnenforschung: Uroma im Internet
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Interview mit einer Profi-Ahnenforscherin
BRIGITTE.de: Was genau bedeutet Genealogie?
Andrea Bentschneider: Es gibt zwei Ansätze: Einmal die Ahnenforschung: die klassische Suche nach den Vorfahren. Zum Zweiten gibt es die Familienforschung. Dabei handelt es sich um eine Suche, die sich von der Vergangenheit hin zur Gegenwart bewegt und die Geschwister und Kinder der Vorfahren einschließt.
Andrea Bentschneider
BRIGITTE.de: Weshalb sind Sie Ahnenforscherin geworden? Gab es da persönliche Berührungspunkte?
Andrea Bentschneider: Ja, unbedingt. Mit 19 Jahren fiel mir ein Foto meiner Großmutter in die Hände, das sie im selben Alter zeigte. Die Ähnlichkeit mit mir war derart frappierend, dass meine Neugier geweckt war. Es war der Auslöser, meine Familiengeschichte zu erforschen. Seitdem bin ich nicht mehr zu bremsen…
BRIGITTE.de: Wie muss man sich Ihre Recherchen vorstellen? Quälen Sie sich noch durch verstaubte Folianten?
Andrea Bentschneider: Das gehört natürlich auch dazu. Das geht gar nicht anders. Da sich leider oft Informationen der Kunden als falsche Familiengerüchte erweisen, traue ich grundsätzlich nur dem, was ich selber gesehen habe. Also forsche ich in Archiven, Kirchen und Bibliotheken bevorzugt in Originalquellen. Ich transkribiere in Altdeutsch und Sütterlin geschriebene Dokumente. Außerdem nutze ich einige spezifische Genealogie-Websites als Anhaltspunke.
BRIGITTE.de: Die Suche nach den Vorfahren im Internet wird zunehmend beliebter. Woran liegt das?
Andrea Bentschneider: Durch das Internet wird alles leichter, Stichworte: Globalisierung und Suchmaschinen. Da gibt es viel weniger Berührungsängste als vor ein paar Jahren noch. Damals musste man noch direkt in die Stadtarchive oder Kirchen gehen, um etwas in Erfahrung zu bringen. Außerdem verschwindet speziell in Deutschland das Negativ-Image der Ahnenforschung im Zusammenhang mit den Nazis so langsam aus den Köpfen.
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