"Heimspiel" von Lisa Ortgies: Schatz, mach Du doch mal!

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BRIGITTE.de: Was kann das Buch bewirken, wenn man es vor dem ersten Kind liest? Entspannung? Weniger Selbstzweifel?

Lisa Ortgies: Das wäre wünschenswert. Ich habe mich bei meinem ersten Kind zunächst anstecken lassen von diesem Frühförderungswahn, von den Erziehungsratgebern und all dem Quatsch. Ich frage mich, wie wir alle zu einigermaßen verstandesbegabten Menschen herangewachsen sind ohne diese Kurse. Heute kann ich selbstbewusst sagen: Ich weiß nicht, welche die beste Vorschule ist oder warum die rote Kinderzahnpasta beim Test weniger gut abgeschnitten hat, aber ich lasse es mir gerne erzählen. Das war aber ein langer Prozess bis dahin.

BRIGITTE.de: Würden Sie sagen, die zwei Monate Elternzeit für Väter reichen aus, um die Einsicht der Männer zu verändern und dort auch einen Wandel anzustoßen?

Lisa Ortgies: Es ist ein goldrichtiger Anfang. So können sie überhaupt nur verstehen, was es heißt, ein Kleinkind den ganzen Tag zu betreuen. Nur so kann sich etwas verändern. Aber sicher ist es noch zu früh, in die Jubelchöre über neue Väter einzusteigen. So weit sind die meisten noch nicht.

BRIGITTE.de: Sie schreiben, dass bei Männern, die sich länger um ihre Kinder kümmerten, eine neue Krankheit entdeckt worden ist: Das Atlas Syndrom. Es äußere sich durch Erschöpfung, schlechter Laune und Lustlosigkeit.

Lisa Ortgies: Sobald Männer auch mal müde von den Kindern sind, liegt eine ernst zu nehmende Krankheit vor. Das ist doch der Hammer, oder?

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  • Artikel vom 20.08.2009
  • Interview: Andrea Hacke
Letzte Kommentare
  • Vibs
    am 14.11.09 um 14:27
    Ein sehr gutes Interview! Sie beschreibt die vielen Problemstellungen innerhalb einer Familie ganz gut. Um gleichberechtigt zusammen zu leben muss man die Wünsche der anderen Person berücksichtigen - von beiden Seiten.
  • Herr_Rhein
    am 07.09.09 um 21:07
    Ob Männer sich hierzulande nun zu "Grasfressern" entwickeln werden oder zu massenfeministisch domestizierten "neuen Vätern" wird die Zeit zeigen.
    Wenn Frau Ortgies heute sagt "Bevor das erste Kind kommt, gibt es unter den wenigsten Paaren Absprachen für die Zeit als Familie. Das wird als spießig empfunden, dabei ist das total wichtig." dann könnte man geneigt sein zu glauben, diese Frau hat dazugelernt, nur "vergessen" dies öffentlich in ein angemessenes Verhältnis zu einer ihrer früheren Aussagen zu setzen, die da lautete:"...ich stehe aber zu der Äußerung, ob man da vielleicht die Männer so´n bischen in ihr Glück schubst ...".
    Es muss ja nicht gleich eine Bitte um Entschuldigung folgen, welche schlicht nicht von ihr zu erwarten ist.
    Fehlt noch die Erkenntnis, dass Männer und Frauen unterschiedlichen Geschlechtes sind.
    Frauen lernen mit zunehmendem Alter angeblich besser, mal abwarten was noch von ihr kommt ...
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