Muttertag
Muttertag feiern: "Ich liebe den Muttertag!"
Am Morgen erwache ich durch das Singen einer Blaumeise und die Familie ist sofort in der Bringschuld: Man bringt mir Maiglöckchen, Blütenreigen-Tee und während ich langsam ein Auge öffne, trägt man mir ein blumiges Gedicht vor. Mein einziger Sohn überreicht mir ein künstlerisch anspruchsvolles Aquarell, auf dem steht, dass ich die beste Mutter der Welt bin. Auch dann, wenn ich ihm vorgestern noch mit überschlagender Stimme verboten habe, vor dem Frühstück Gambeboy zu spielen, und er sich sicher ist, bei mir müsse mal dringend die Supernanny vorbeikommen.
Muttertag feiern
Ach, ich liebe den Muttertag! Die meisten Mütter sagen ja, ach, der Muttertag ist mir nicht so wichtig, ist doch alles eine Erfindung von der Fleurop-Maffia und den Nazis. Aber nein! Es geht hier um den einzig offiziellen Tag im Jahr, an dem man endlich mal angemessen beklatscht wird für all die Einkaufstüten, die man das ganze Jahr mit krummem Mutterkreuz heimgeschleppt hat. Der einzige Sonntag im Jahr, an dem man weiß, wofür man diese zarte Furche zwischen den Augenbrauen hat. Und wenn man besonders emsig war, bekommt man auch, ehret die Mutter, ein Frühstücksei ans Bett serviert. Mein Sohn trübte meine Vorfreude allerdings etwas mit der Ankündigung, er werde rauskriegen, wann Kindertag sei, und dann: Payday. Auf solche Flausen im Kopf reagierte meine Mutter stets mit dem Standardsatz: "Kindertag ist 365 Tage im Jahr!"













