60 Jahre Schnuller: Fluch oder Segen?

Stöpsel rein, Baby ruhig: 1949 entwickelten zwei deutsche Zahnärzte den ersten Latex-Schnuller. Ein Fluch oder ein Segen? Zwei BRIGITTE.de-Redakteurinnen, zwei Meinungen.

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Susanne Arndt findet: Schnuller? Her damit!

Ist Schnuller-Fan: Susanne Arndt

Mütter neigen heutzutage ja zur Selbstzerfleischung. Als mein Sohn noch ein Baby war, grübelte ich immerzu: Ist der Schnuller schädlich für ihn? Bekommt er Hasenzähne? Karies? Wird er später süchtig nach Zigaretten, weil er lernt, schlechte Laune durch orale Befriedigung zu bekämpfen? Nach dem Motto: Plop! Man steckt sich was in den Mund und schon sieht die Welt ein bisschen rosiger aus? Quatsch, sagte meine Hebamme, Kinder wollen und müssen saugen.

Rückblickend kann ich nur sagen: Der Schnuller hat uns viele glückliche Stunden geschenkt. Stunden der Ruhe, der Harmonie und der Zufriedenheit. Wenn Fred schrie, steckte ich ihm den Schnuller in den Mund und alles war gut. Sein Adrenalinspiegel sank auf einen moderaten Level - und meiner auch. Wir blickten uns an und waren verliebt wie am ersten Tag.

Außerdem bescherte der Schnuller Fred eines seiner schönsten Erlebnisse: An seinem dritten Geburtstag warf er ihn eigenhändig in die Elbe. Wir hatten ihn an einen Luftballon gebunden, so dass wir beobachten konnten, wie er Richtung Afrika zu den Krokodilbabys schwamm, die sich heute noch darüber freuen. Fred übrigens auch. Anderthalb Jahre später spricht er immer noch von den Krokos, die er als Dreijähriger glücklich gemacht hat. Ach ja, Hasenzähne hat er nicht bekommen und er raucht - toitoitoi - auch nicht. Ich kann allen Eltern nur raten: Macht euch locker. Kein Mensch hat ein schlechtes Leben, nur weil er als Baby geschnullert hat.

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  • Texte: Susanne Arndt, Antje Heidböhmer
    Foto: iStockphoto.com