Welches Schulsystem brauchen unsere Kinder?
Kathrin Hinze, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, 2 Kinder
"Bildung muss in den Ländern vergleichbar gemacht werden: Vergleichsarbeiten, Zentralabitur und einheitliche Lehrbücher wären ein Schritt zu einer guten Bildungspolitik. Damit G8 funktioniert, müssen die Lehrpläne entrümpelt werden. Auch bessere Rahmenbedingungen tun not - wie Schulverpflegung, Lehrmittelfreiheit, ein vernünftiger Schülertransport und ein Ganztagsangebot in der Schule."
Svenja Pages, Schauspielerin, 1 Kind
"Es kann nicht angehen, dass Elfjährige mehr arbeiten müssen als Erwachsene mit einer 36-Stunden- Woche! Irgendwann ist der Speicherplatz einfach belegt - also löschen oder platzen . . . Ergebnis sind gehetzte Kinder mit extrem wenig freier Zeit für Interessen und Freunde. Abi in zwölf Jahren, nur um ein Jahr früher international konkurrenzfähig zu sein? Konkurrenzfähig mit Burnout-Syndrom und mangelnder Kreativität?"
Jessica Schellack, Drehbuchautorin, 2 Kinder
"Meine Kinder gehen in Klassen von 30 Schülern. Immer wird uns von PISA erzählt und wie wenig unsere Kinder lernen, und dann so was - und das auch noch in zu kleinen Klassenräumen. Kein Wunder, dass Privatschulen boomen! Auch Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe sollten angeboten werden, damit sich die Eltern ohne schlechtes Gewissen wieder dem Broterwerb widmen können."
Klaus Kühn, Kinderarzt, 1 Kind
"In meiner Praxis sehe ich zunehmend Kinder, die der Schulstress krank macht. Da gibt es Bauchweh, Schlafstörungen und vieles andere. Am Wochenende geht es ihnen gut, aber vor dem Einschlafen und morgens vor der Schule sind die Beschwerden da. Die Schulzeitverkürzung hat da ihren wesentlichen Anteil. Ich habe nichts gegen die acht Jahre, aber wie bei einer Stopfgans mit dem Trichter alles oben reinstopfen, das geht nicht."
Gabriela Kobosil, Hausfrau, 2 Kinder
"Beim achtjährigen Gymnasium in seiner jetzigen Form ist der Stoff zu viel, den Lehrern bleibt zu wenig Zeit, ihn zu vertiefen, die Kinder bekommen Wissensbrocken hingeworfen, die wir, die Eltern, dann zu Hause mit ihnen durchkauen dürfen. Außerdem muss der Stoff doch auch an die emotionale Reife der Kinder angepasst werden - wie soll man denn mit 14 oder 15 schon den 'Faust' interpretieren?"












