Sie wissen, dass sie all dies besser nicht tun sollten. Aber ihre Gefühle sind stärker. Der Wunsch, den Kindern irgendwie nahezukommen. Obwohl manche Eltern schon seit über zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben, fühlen sie sich eng mit ihnen verbunden. "Das Band zwischen uns und unserem Sohn ist zwar ausgeleiert, weil es stark strapaziert worden ist", sagt Peter Grunewald, "aber es ist noch immer da." Als eine Mutter einwendet: "Aber wenn es ein Gummiband ist, dann flitscht es doch irgendwann wieder zurück, und dein Sohn ist wieder da", lacht die ganze Runde.
Das, was sich die 15 Eltern in Hilden wünschen, ist bei Gabriele Grüner* inzwischen eingetreten: Ihre Tochter Sarah* ist nach fast vier Jahren zurückgekommen. "Kurz bevor sie 18 Jahre alt war, heiratete sie einen Mann, mit dem ich nicht einverstanden war. Er hatte elf Vorstrafen", sagt Grüner. Außerdem zeigte Sarah sie wegen 5000 Euro an, die ihr die Mutter angeblich unterschlagen habe. Danach brach sie den Kontakt ab. Gabriele Grüner machte eine Therapie und verstand plötzlich: Für ihre Tochter war sie immer eine Übermutter gewesen. Eine Frau, die Chinesisch lernt, ins Fitnessstudio geht, mit ihrer Tochter Sekt trinkt und gern reist. Die alles weiß und alles kann. Und von der es daher schwer ist, sich abzugrenzen. Auch Gabriele Grüner stieß auf die Selbsthilfegruppe "Verlassene Eltern" und begriff: "Entweder ich gehe daran zugrunde, oder ich baue mir ein neues Leben ohne meine Tochter auf." Sie entschied sich für die zweite Möglichkeit.
Auch wenn sie ständig an Sarah dachte, meldete sie sich nicht bei ihr. Einmal nur fuhr sie mit dem Auto zur Wohnung ihrer Tochter, stieg aber am Ende nicht aus. Dreieinhalb Jahre später stand Sarah plötzlich bei ihrer Mutter vor der Tür. Sie weinte und sagte: "Mama, ich kann gar nicht sagen, wie leid es mir tut." Ihre Mutter weinte nicht. Sie war vorsichtig, wusste nicht, wie sich der Kontakt zu ihrer Tochter entwickeln würde. Die beiden tasteten sich langsam wieder aneinander heran, bauten eine völlig neue Beziehung zueinander auf. Heute sehen sie sich jede Woche, gehen zusammen in die Stadt oder trinken Kaffee. "Die Auszeit hat uns beiden gutgetan. Wir haben ein viel besseres Verhältnis zueinander als früher", sagt Gabriele Grüner.
Auch Petra Baumann aus Berlin sagt, dass der Kontaktabbruch ihres Sohnes trotz allem Schmerz gute Seiten habe. "Für Stefan war das damals die richtige und wichtige Entscheidung." Sie selbst habe sich durch den Weggang ihres Sohnes ebenfalls verändert. "Ich weiß jetzt, wer ich bin und wer mir wirklich wichtig ist in meinem Leben." Dafür sei sie - so absurd das auch klingen mag - dankbar. Doch nach wie vor kann sie nachts nicht schlafen. Sie spricht dann in Gedanken mit Stefan. Entschuldigt sich dafür, dass sie in seinen Augen nicht die Mutter war, die er sich gewünscht hat. Bittet ihn um ein Gespräch. Obwohl sie weiß: Selbst wenn sie seine Nummer hätte, würde sie ihren Sohn nicht anrufen. Petra Baumann hat seine Entscheidung akzeptiert. "Ich brauche ihm nicht zu sagen, dass die Tür immer offen steht, denn ich denke, das weiß er." Insgeheim hofft sie weiterhin, ihm eines Tages wieder näherzukommen. "Der Mann, der er geworden ist, ist mir fremd. Und doch ist er mein Sohn. Und ich möchte ihn gern kennen lernen."
















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am um
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doia
am 18.06.13 um 15:33
hallo kalter stern, auch schon mal etwas von mitgefühl gehört? alles braucht seine zeit. beim einen geht es schneller, beim anderen halt etwas langsamer. warme grüsse doia
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stern
am 18.06.13 um 11:33
Ich kann allen Beteiligten nur empfehlen einmal ein Buch von Alice Miller zu lesen oder sich etwas auf ihrer Homepage (http://www.alice-miller.com/index_de.php) zu informieren, vielleicht (hoffentlich) kommt es bei einigen zu einem Aha-Effekt.
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doia
am 18.06.13 um 08:28
hallo elke, ja, sowas tut weh, verdammt weh. ich würde gerne von dir wissen, ob du die gründe weisst für das abwenden deines sohnes von dir. liebe grüsse doia
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doia
am 18.06.13 um 08:25
hallo paulin, "eltern" hast du ja, aber gute freunde wären in deinem fall wichtiger. du bist seit 16 jahren in behandlung. was hat es dir bis heute gebracht? ist es der/die richtige therapeuInn? es gibt viele möglichkeiten sich zu finden. eines solltest du wissen, du bist perfekt wie du bist, du bist einzigartig und du wirst geliebt. sei liebevoll, behutsam, verständnisvoll und geduldig mit dir selber. oft kommt das was man sich wünscht von einer völlig anderen richtung als gedacht. alles liebe doia
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Paulin
am 17.06.13 um 09:44
Ich bin jetzt 27 Jahre alt und bin selbst 5 mal in meinem Leben bei meinen "Eltern" ausgezogen, aber ich bin immer wieder zurück. Ich habe ein Abhängigkeitsverhältnis zu meiner Mutter und meinen Geschwistern. Ich bin schon seit 16 Jahre in psychiatrischer Behandlung, um endlich ein eigenes Leben führen zu können.
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Elke
am 16.06.13 um 18:25
mein Sohn war 18 als er ausgezogen ist das ist jetzt 17 jahre her. Ich glaube auch gut damit umzugehen, aber machmal tut es richtig weh
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Trauriges Kind
am 24.05.13 um 20:15
Hallo Doia, vielen Dank für deinen lieben Wunsch, ich wünsche dir dasselbe und noch ganz viel Kraft! :-) Da musste deine Oma und damit auch deine Mutter ja enorm viel durchmachen.
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Tansanit
am 24.05.13 um 11:18
Oft verachte ich auch meine Mutter, weil sie einfach bei Problemen flüchtete. Da mein Vater Alkoholiker ist, ging sie halt ständig in die Spätschicht arbeiten, Oma hat ja dann aufgepasst. Hat nie ein Hobby gehabt, versteht auch andere Menschen mit Hobbys nicht ( macht Arbeit, kostet Geld u.s.w. ) Ein persönliches Gespräch so zwischen Mutter und Tochter gab es nie, hieß immer, lass mich in Ruhe, hab keine Zeit, stell Dich nicht so an. Als kleines Kind verliert man dann sein Urvertrauen, wenn man immer abgewiesen wird. Aber wie von vielen hier festgestellt,sie merken es einfach nicht. Wir können nichts tun. Lebt euer eigenes Leben!! WIR LEBEN NUR EINMAL !!!
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doia
am 23.05.13 um 16:47
Hallo trauriges Kind, ja, das musste ich auch feststellen, dass sie sich nicht ändern werden, obwohl ich immer sage, solange jemand lebt, kann er Einsichtig werden, kann er lernen. Aber im Falle meiner Mutter und auch meiner Schwiegermutter (gleicht alt und kommen aus der selben Ecke) zeigt meine Erfahrung -diese Frauen sind nicht lernwillig, ja sie wollen nicht. Meine Oma musst mit 5 Kindern (meine Mutter war 8 oder 9) aus Schlesien flüchten. Opa war im Krieg und dann 7 Jahre in Gefangenschaft bei den Russen. Meine Mutter erzählt die Kriegsgeschichten von Opa, als ob sie dies alles selber erlebt hätte und als ob es erst gestern war. Sie ist immer noch im Krieg. Therapie lehnt sie ab. Verzeihen kennt sie nicht. Warum sie so krass an der Vergangenheit festhält ist mir schleierhaft - und es ist unerträglich. So wurde ich erzogen! Jetzt bring das mal aus dir aus! Ich arbeite schon seit Jahren daran. Familienstellen hat mir u.a. sehr geholfen. Wünsche dir viel Vertrauen in dich.
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Trauriges Kind
am 23.05.13 um 13:09
Ich muss nun einen Weg für mich finden, mit der Wut und dem Hass umzugehen, um selber normal zu funktionieren - nicht wegen meiner Mutter - sie wird sich nicht mehr ändern, sondern um den Rest meines Lebens hoffentlich schöner gestalten zu können.
mehr (674)Anonsten bleibt nur zu sagen, dass Selbsmitleid und das Beteuern, dass do immer alles ganz toll war, keine Lösung! Selbstreflexion ist bei einigen mehr als angebracht!
Ich stehe noch am Anfang, aber ich kann und will nicht mehr zurück.
Mein ganzes Leben war ich für sie da, auch in den Jahren wo ich fort war. Es war meine Identität, mein Sinn, die Rolle der "Mutter", die sich um alle sorgt und kümmert.
Jetzt bin ich auf der Suche nach mir. Es macht mir Angst, weil ich mich oft fühle, wie ein kleines Mädchen, dann wie ein Teenager oder wieder erwachsen. Es wird ein langer Weg, aber ich werde es schaffen. Heute wünschte ich mir Eltern, die mich unterstützen und mir helfen mich zu entwickeln oder einfach etwas mir unternehmen etc. Eben alles was ich nicht hatte. Nur leider finde ich mit 27 Jahren keine neuen Eltern, die sich das
Ich glaube nicht, dass sie nicht lernwillig sind, sie merken es einfach nur nicht, wie Tansanit bereits im Vorposting beschreibt. Ein Therapiewunsch setzt ja eine Störungseinsicht voraus und damit einen Änderungswillen. Könnten sie auf einmal fühlen wie ganz normale, gesunde Eltern, ich bin überzeugt, sie wären entsetzt, über das, was sie angerichtet haben. So bleibt tatsächlich nur, auf sich selber zu achten und den Eltern die Grenzen zu setzen, mit denen man leben kann. LG