Hochzeitsplanung
Hochzeitsfotograf - so finden Sie den richtigen!

Sie wollen heiraten und sind noch auf der Suche nach einem Hochzeitsfotografen? Wie Sie den finden und welche Fragen Sie besprechen sollten, verrät Fotografin Sandra Gätke.

Foto: Tobias Lang

Die Hamburgerin Sandra Gätke ist seit 15 Jahren als internationale Reportagefotografin tätig. Wenn sie in Deutschland ist, fotografiert sie gerne Hochzeiten, "weil es doch nichts Besseres gibt, als den Tag mit Menschen zu verbringen, die feiern und fröhlich sind." Sie hat viele Paare an deren großen Tag begleitet und die schönsten Momente mit der Kamera festgehalten. Worauf Sie bei der Suche nach Ihrem Hochzeitsfotografen achten sollten, beantwortet Sandra Gätke hier.

  • Wann sollte man sich um einen Fotografen für die Hochzeit kümmern?
    Sandra Gätke: "Je früher, desto besser. Wenn Sie Termin und Ort wissen, kümmern Sie sich auch um den Fotografen. In den Hochzeitsmonaten Mai, Juni und September kann es ganz schön schwierig sein, einen guten Fotografen zu bekommen. Fragen kann man natürlich auch kurzfristig."
  • Wo findet man einen guten Hochzeitsfotografen?
    Sandra Gätke: "Der klassische Weg wäre über das Internet, viele Fotografen inserieren auch in Hochzeitsmagazinen. Ich würde aber empfehlen, Freunde zu fragen, ob jemand einen Fotografen kennt, mit dessen Arbeit zufrieden und die Person angenehm war. Es ist immer eine Kombination aus der Qualität der Fotos und des Menschen, der Sie an diesem Tag begleitet."
  • Worauf sollte man bei den Angeboten achten?
    Sandra Gätke: "Die Art der Fotografie ist wichtig. Gefallen Ihnen die Bilder und der Stil? Am besten ist es, einen Paketpreis auszuhandeln: Dazu gehören auch eine DVD mit den digitalen Fotos. Die privaten Nutzungsrechte sollten Ihnen gehören. Passen Sie auf, dass sich hinter einem scheinbar günstigen Angebot keine weiteren Kosten verstecken, zum Beispiel eine nachträgliche Einzelabrechnung der Abzüge. Treffen Sie den Fotografen vorher! Dieser Mensch ist mit auf der Party, steht beim Ja-Wort dabei. Es kann einem den Tag verderben, wenn man den Fotografen nicht ausstehen kann."
  • Welche Vereinbarungen trifft man mit dem Fotografen?
    Sandra Gätke: "Man muss über die Motive sprechen. Haben Sie spezielle Wünsche, müssen Sie sicher gehen, dass der Fotograf diese erfüllen kann. Legen Sie das Honorar fest und klären Sie, welche Rechte Sie an den Bildern erwerben."
  • Wie ist die Honorarspanne?
    Sandra Gätke: "Für ein kleines Paket, zum Beispiel nur die Trauung, bekommt man gute Fotografen ab 250 Euro. Bei einem ganzen Tag kann man mit 1.000 bis 2.000 Euro rechnen. Das ist natürlich nach oben hin offen."
  • Das klingt teuer!
    Sandra Gätke: "Klar, das ist eine Menge Geld, aber es ist ja nicht mit dem Fotografieren getan. Ein professioneller Fotograf verbringt gut die gleiche Zeit mit der Nachbearbeitung der Bilder, zahlt Steuern und Sozialabgaben und hat eine Ausrüstung im Gegenwert eines Kleinwagens. Dafür macht er dann auch gute Bilder, an denen sich das Brautpaar ein Leben lang freuen kann."
  • Was braucht der Fotograf vor Ort?
    Sandra Gätke: "Wenn nichts Außergewöhnliches geplant ist, hat der Fotograf alles Nötige dabei. Wenn man dann doch eine größere Gruppe fotografieren muss, findet sich meistens eine Leiter oder ein Stuhl am Veranstaltungsort. Kirchen sind oft recht dunkel und schwierig zu fotografieren, ein erfahrener Hochzeitsfotograf weiß aber, welche Situationen zu erwarten sind und stellt sich darauf ein. Ich persönlich möchte 20 Minuten alleine mit dem Brautpaar. Da sind dann keine Zuschauer dabei, damit es entspannter ist beim Fotografieren. Wenn das Paar verkrampft sein sollte, frage ich nach der Hochzeitsreise oder wie sie sich kennengelernt haben. Wenn die beiden sich über romantische Momente unterhalten und miteinander beschäftigen, statt mit dem Fotografen, werden sie gleich viel lockerer."
  • Muss ich den Fotografen beim Essen mit einplanen?
    Sandra Gätke: "Meine Erfahrung als Fotografin ist, dass die Bilder besser werden, wenn der Fotograf mit zur Gruppe gehört. Es ist für alle unbequem, wenn jemand daneben steht und die Gäste beim Essen beobachtet. Sitzt der Fotograf bei der Gruppe, ist man sofort parat, wenn jemand eine Rede schwingt. In der Regel ist irgendwo ein Platz frei, weil ein Gast kurzfristig abgesprungen ist."
  • Wann kann man mit den Fotos rechnen?
    Sandra Gätke: "Das kommt darauf an, wie lange die Veranstaltung dauerte. Wenn der Fotograf nur bei der Trauung dabei war, kann man schon ein paar Tage später mit den Bildern rechnen. Begleitet der Fotograf Sie den ganzen Tag und macht eine komplette Reportage des Hochzeitstages, dann kann das auch mal 2 Wochen in der Nachbearbeitung dauern. Es hängt natürlich auch davon ab, wie viel der Fotograf in den nächsten Tagen zu tun hat. Das sollte man vorher klären."
  • Reicht es nicht, wenn jemand von den Gästen fotografiert?
    Sandra Gätke: "Nein. Es ist der schönste Tag Ihres Lebens, Sie geben für Essen und Kleid Unsummen aus, da spart man nicht am Fotografen. Es sind die Bilder, die Sie sich in 10 Jahren noch ansehen werden und die Sie an diesen Tag erinnern. Nehmen Sie den besten Fotografen, den Ihr Budget hergibt. Die anderen sind Gäste. Der Fotograf ist oft bis nachts dabei und schießt auch die Party-Bilder, fängt Blicke und Situationen ein. Wirklich stimmungsvolle Bilder bekommt jemand anderes nicht so hin wie ein Fotograf.

    Übrigens sollte es eine klare Ansage an die Gäste geben: In der Kirche fotografiert nur der Fotograf. Sie werden verrückt, wenn alle anderen dort auch knipsen. Außerdem erschwert es die Arbeit des Fotografen, wenn er erst noch Onkel Ernst aus dem Bild schieben muss."
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