5. Es endlich zu tun macht das Leben länger
"Neues zu tun hilft, das Gefühl der Zeit auszudehnen", hat der niederländische Psychologe Douwe Draaisma vor einiger Zeit in einem BRIGITTE-Interview gesagt. Denn: "Wenn wir zurückschauen, kommt uns eine Phase intensiver Eindrücke viel länger vor." Aber: "Was uns kaltlässt, was ohne Bedeutung für uns ist, hat kaum eine Chance, sich in unser autobiografisches Gehirn einzuschreiben." Die Glücksforschung spricht deshalb seit einigen Jahren unter dem Fachbegriff "creating memories" davon, wie wichtig es ist, dass wir uns Erinnerungen verschaffen: Glücklich macht uns nicht, wenn wir unser Geld für Dinge ausgeben oder wenn wir versuchen, schöne Erfahrungen endlos zu wiederholen.
Zum Beispiel, indem wir im Urlaub immer an denselben Ort fahren, denn dadurch entstehen keine Erinnerungen. Wenn wir wirklich etwas vom Leben haben wollen, wenn wir bewusst und leidenschaftlich leben möchten, dann müssen wir all jene Dinge tun, die wir immer schon mal machen wollten. Denn genau dies sind die Dinge, die uns berühren und sich uns einprägen.
















Trotzdem hängt es in hohem Maße von der Persönlichkeit ab, ob man seine eigenen Träume auch wirklich umsetzt.
Meist zeigt sich schon früh im Leben, wer genügend "Biss" und intrinsische Motivation hat, seinen Weg zu gehen und sich weder von Kritik noch von Krisen aufhalten zu lassen.
Menschen, die sehr abhängig vom Urteil anderer sind, helfen diese Tipps allerdings nichts. Wer bei seinen Träumen nicht an der Sache selbst interessiert ist, sondern vor allem vom Beifall oder der Bewunderung anderer träumt, wird nicht lange durchhalten.
Aber auch wenn man seine Träume nicht umsetzt, können sie eine therapeutische Funktion haben und den Alltag erleichtern. Schlimm wird es nur dann, wenn die Selbsterkenntnis nicht dazu ausreicht, sich klar zu machen, dass man vor allem das Glück des Träumens genoss und nie wirklich ernsthaft an der Mühe der Realisierung interessiert war.