Entscheidung: Besser entscheiden

Manchmal scheint es unmöglich, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir haben Coach und Autorin Gitte Härter gefragt, wieso manche Entscheidungen uns so schwer fallen - und wie wir sie uns leichter machen können.

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Tun Sie sich beim Italiener häufig schwer damit, ob es jetzt Pizza Scampi oder doch lieber Pizza Prosciutto sein soll? Kein Grund zur Sorge, findet Gitte Härter. Es hängt immer von der jeweiligen Person und Situation ab, welche Art von Entscheidungen besonders schwierig zu treffen sind. Und es gibt eben Menschen, denen sogar die Wahl des richtigen Hauptgerichts Probleme bereiten kann.

Entscheidung ist nicht gleich Entscheidung

Werden Sie sich darüber klar, rät die Münchner Autorin, wie Sie Entscheidungen in Ihrem Alltag treffen: Welche fallen Ihnen leicht, welche schwer? Es gibt viele Situationen, in denen auch Menschen, die sich als entscheidungsschwach bezeichnen würden, sehr souverän handeln - allerdings, ohne dies zu bemerken.

Wenn Sie Ihre Entscheidungen bewusster analysieren, fallen Ihnen Ansatzpunkte auf, nach denen diese strukturiert sind. Beispiel: Entscheidungen, die ausschließlich Sie selbst betreffen, fallen Ihnen leicht. Schwierig wird es, wenn andere involviert sind, wenn zum Beispiel Ihre Freundin versucht, Sie zum Ausgehen zu überreden - und Sie sich nicht entscheiden können, ob Sie mitgehen (der Freundin zuliebe) oder doch lieber zu Hause bleiben (weil Sie eigentlich gar keine Lust haben). Beide Entscheidungen haben Vorteile und Nachteile. Machen Sie sich klar, welche für Sie überwiegen. Dann fällt es Ihnen leichter, sich auf eine Option festzulegen - und sich mit dieser Entscheidung wohl zu fühlen.

Was macht Entscheidungen eigentlich so schwierig?

"Wir wollen eine 100prozentige Lösung", erklärt Gitte Härter, "wir wollen durch unsere Entscheidung nichts womöglich Besseres verpassen - ein Ding der Unmöglichkeit." Viele sitzen wichtige Entscheidungen einfach aus. Dabei ist auch keine Entscheidung eine Entscheidung, warnt die Coaching-Fachfrau.

Das Problem steckt oft im Denkprozess selbst. "Die Leute denken zu schnell in Lösungen", beschreibt Gitte Härter den häufigsten Fehler. Das heißt, an bestimmte Entscheidungen werden bestimmte erwartete Ergebnisse gekoppelt, die aber im Zweifel gar nicht eintreten. Die Autorin nennt ein Beispiel: Sie entdecken eine Stellenanzeige und denken sofort 'das ist mein Traumjob!'. Dabei übersehen Sie allerdings, dass aus der Anzeige viele wichtige Fakten gar nicht hervorgehen, wie zum Beispiel das Betriebsklima oder die Zukunftsaussichten der Firma. Der erwartete Traumjob ist im Zweifel gar keiner. "Hier manipuliere ich mich in eine Einstellung, die auf Basis einer schiefen Faktenlage getroffen wurde", sagt Gitte Härter. Auch wenn eine endgültige Entscheidung später getroffen wird - diese Einstellung kann sie zu einer falschen machen.

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  • Text: Wiebke Peters
    Bild: privat
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