Freundschaft auf Distanz - geht das?
Liebe Dani,
was meinst Du mit "wütend"? Dass Du so richtig ärgerlich bist? Oder schreibst Du das nur, weil Du mir ein schlechtes Gewissen machen möchtest? Was Du ganz gerne tust. Ich traue mich ja nicht mehr, mich zu wehren, geschweige denn, etwas zu sagen oder zu tun, was Dich verärgern könnte. Aus Angst, unsere Freundschaft zu gefährden, bin ich vorsichtig geworden. Dadurch hat sich das Gleichgewicht zu Deinen Gunsten verschoben. Du bestimmst jetzt die Stimmung, während ich mich wie ein Chamäleon anpasse. Ganz schön anstrengend manchmal ...
Muss jetzt weg, melde mich bald! Bine
Liebe Bine,
Du nennst es anstrengend - mich bringt Deine angestrengte Nettigkeit manchmal ganz schön auf die Palme. Weihnachten zum Beispiel, als Du bis ein Uhr nachts aufgeblieben bist und auf meinen Anruf gewartet hast. Umsonst, denn ich hatte unsere Verabredung vergessen. Aber anstatt wütend zu werden, warst Du wie immer verständnisvoll. Manchmal komme ich mir neben Dir vor wie das boshafte Fräulein Rottenmeier neben der lieben Heidi. Warum lässt Du Dir denn von mir so viel gefallen? Das hast Du gar nicht nötig. Es würde mir sogar ganz guttun, wenn Du mich mal in die Schranken weist. Ach ja, langsam beginne ich zu akzeptieren, dass Du wirklich weg bist.
Grüß mir die Aussies, Dani
Meine liebe Dani,
mir geht's auch so: Jetzt, nach über drei Jahren, habe ich begriffen, dass ich meinen Lebensmittelpunkt in Australien habe. Und vielleicht hast Du recht: Ich werde daran arbeiten, mir von Dir nicht mehr so viel gefallen zu lassen.
Umarmung, Bine
Meine liebste Bine,
Australien hat ja auch sein Gutes: Ich lerne noch ein bisschen was von der Welt kennen ... :-) Und ich halte mich an einem Satz von Dir fest, kurz hingeworfen nach Deinem Umzug: "Vielleicht kommen wir ja in ein paar Jahren zurück nach Deutschland." Ich will nicht darüber nachdenken, was wird, falls Du für immer in Australien bleibst. Das ist ein Punkt, den wir nie ansprechen. Es ist ja auch sinnlos ..., ob Ben hier einen Job findet, ob Eure Beziehung hält (was ich natürlich sehr hoffe, trotz meines egoistischen Wunsches, Dich wieder bei mir haben zu wollen) - wer weiß das alles schon ...
Ich drücke Dich, Deine Dani
Dani, Dani,
ich fürchte, wir können noch unzählige Mails schreiben und werden doch keine Lösung finden - weil wir unsere Lebensumstände zurzeit nicht ändern können. Ich weiß nicht, ob wir irgendwann zurückkommen werden. Ich glaube aber ganz fest daran, dass wir beide uns an die neuen Umstände gewöhnen. Wir sind dabei, zu akzeptieren, dass das Alltägliche, das Spontane fehlt, dass wir aber trotzdem auf unsere Freundschaft zählen können.
Die Aussies sind zwar sehr nett, aber nicht die Tiefgründigsten, und die Sprachbarriere macht es nicht leichter. Die Zwischentöne trifft man nicht, egal wie gut man die Sprache gelernt hat. Ich vermisse Dich. Gerade jetzt ist mir so nach Quatschen mit Dir ...
Alles Liebe, Deine Bine














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am um
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Jule
am 25.10.09 um 00:33
Sicher geht es...eine Freundschaft auf Distanz. Praktizier es schon eine ganze Weile.... man muss aber auch dran arbeiten, wie bei jeder Freundschaft.
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rainstorm
am 20.10.09 um 14:18
ausserdem hatten wir das doch irgendwo schonmal? in einer brigitte?
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Lanya65
am 18.10.09 um 10:01
Halbgut ausgedacht, schlecht geschrieben.
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frangipani
am 17.10.09 um 09:13
Meine Herrn -- die 2 muessen noch ein bisschen ueben, scheint mir. Ich habe nach ueber 9 Jahren in Sydney noch kein bisschen Qualitaet in der Freundschaft zu meinen engsten deutschen Freundinnen verloren. Das Problem, das die 2 hier haben, hat anscheinend nichts mit grossen Entfernungen zu tun... Gruss aus Sydney (wo es auch Aussies mit Tiefgang gibt)
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