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Geschenke zu Weihnachten: Warum Männer das nicht hinkriegen

Zu Weihnachten besondere Geschenke? Männer tun sich da schwer. Warum? Das erklären Barbara und Allan Pease in ihrem Buch "Warum Männer sich Socken wünschen und Frauen alles umtauschen".

Was wäre Weihnachten doch für ein Fest der Liebe, wenn es keine Geschenke gäbe... Mal ehrlich: Wie lange genau ist es her, dass Sie sich über das Weihnachtsgeschenk Ihres Liebsten so richtig gefreut haben? Ihr Herz überschwappte und Kullertränen der Rührung - "Ist das wirklich für mich?" - Ihr Mascara verschmierten?

Besondere Geschenke zu Weihnachten kommen eher selten vor. Stattdessen pellen wir an Weihnachten oft Geschenke aus knüddelig zusammengewurschteltem Papier, die zwar nicht schlecht sind. Aber so richtig toll eben auch nicht. Was Praktisches, einen Lockenstab zum Beispiel. Oder was Unpersönliches wie einen Leuchtturm-Kalender fürs nächste Jahr. Ein herzlichstes "Danke, das habe ich mir schon immer gewünscht" fällt da schwer, wenn Männer an Weihnachten nicht die passenden Geschenke wählen. Der natürlichere Reflex ist ein enttäuschtes Gesicht. (So erkennen Sie übrigens, ob sich jemand wirklich über ein Weihnachtsgeschenk freut.)

Seien Sie nicht traurig. Die Männer meinen es nicht böse. Es liegt einfach so in ihrem Genpool. Das sagen Barbara und Allan Pease, die Meister der Geschlechterklischees, in ihrem neuen Buch "Warum Männer sich Socken wünschen und Frauen alles umtauschen". Die beiden Kommunikationstrainer haben Studien und Statistiken, Fragebögen und Forschungsergebnisse zusammengeklaubt. Damit erklären sie, warum Männer und Frauen so verschieden sind, dass Weihnachten praktisch deshalb schon in die Tanne gehen muss - und wie wir genau das verhindern. Und zwar indem wir besser verstehen, was in Mann und Frau vorgeht.

Warum also haben Männer eher zwei linke Hände statt eines großen Herzens, wenn es um die Auswahl fabelhafter Geschenke für Weihnachten geht?

Unfallursache 1: Über welche Geschenke sich Männer freuen

Männer mögen alles, für das man mindestens sechs Batterien braucht, sagen Allan und Barbara Pease. Die Evolution hat sie darauf getrimmt, jeglichen Gegenstand zu bejubeln, der Räder (besser noch Zahnräder) hat und damit ihr räumliches Vorstellungsvermögen auf Trab hält. Und genau hier kommt es zur ersten Kollision mit dem Frauengeschmack:

Unfallursache 2: Welche Geschenke Frauen gefallen

Eine Frau freut sich über ein Geschenk, das Gefühle ausdrückt, ihre inneren Bedürfnisse erkennt oder einfach nur schön aussieht. O-Ton der Peases: "Eine Frau wünscht sich zu Weihnachten ein Geschenk, das die Zuneigung und das Verständnis des Partners für ihre Vorlieben und Bedürfnisse zeigt." Männer und Frauen haben also einen grundverschiedenen Geschmack - und der weibliche Maßstab für ein famoses Geschenk sagt den meisten Männern wenig. Was dem "modernen Mann" dazu fehlt, ist nach Meinung von Allan und Barbara Pease das richtige Rollenmodell, an dem er sich orientieren kann. Das Autorenpaar rät deshalb ratlosen Männern zum Schuhkauf: Mit Schuhen mache man bei keiner Frau etwas falsch.

Unfallursache 3: Was Männer für ein gutes Geschenk halten

Kurz zusammengefasst geht die Pease'sche Argumentation so: Männer leiten ihre Daseinsberechtigung daraus ab, dass sie Jäger und Sammler sind. Wer Ziele erreicht und Probleme löst, ist ein guter und erfolgreicher Mann. Ergo ist ein gutes Geschenk eins, das Probleme löst und nützlich ist. Denkt das Männerhirn, denken Allan und Barbara Pease. So kommt es zu den viel zitierten Mixern und Messersets auf dem Gabentisch: Ihr Mann hat Sie beim Plätzchenbacken über die Mikrowelle fluchen hören? Problem erkannt, Problem gelöst, Geschenk gekauft - und sie können an Heiligabend so tun, als ob sie nichts sehnlicher haben wollten als eine neue Mikrowelle.

Unfallursache 4: Andeutungen helfen nichts

Sie haben etliche Male vor einem Schaufenster geseufzt: "Schau mal, die Handtasche, ist die nicht hübsch?" Oder extra den Städtereisen-Katalog auf dem Wohnzimmertisch drapiert? Glauben Sie nicht, das allein reiche, um Männer vom eben erläuterten Geschenke-Schema abzubringen. Eine Handtasche ist nicht nützlich, eine Städtereise löst keine Probleme. Auch wenn es gegen die Romantik verstößt, müssten Sie also Ihren geheimen Weihnachtswunsch überdeutlich artikulieren, damit er im Männerhirn ankommt.

Unfallursache 5: Warum Männer keine Klamotten aussuchen können

"Viele Frauen haben den Eindruck, dass Männer biologisch auf den Kauf hässlicher Klamotten programmiert sind", schreiben Allan und Barbara Pease. Und das stimme irgendwie auch, denn das männliche Gehirn kann sich eben nur auf eine Aufgabe gleichzeitig konzentrieren. Größe, Farbe, Stoffe, Preisspanne - das sind zu viele Variablen auf einmal. Deshalb gilt auch hier: Möglichst genaue Informationen helfen, um über das Geschenk nicht enttäuscht zu sein. Ein zu kleines Kleid sollten Sie übrigens genau so wenig als Anspielung auf Ihr Gewicht verstehen wie sein zu großes: Ihr Liebster wusste es schlicht nicht besser.

Unfallursache 6: Was Männer außerdem für ein gutes Geschenk halten

Dessous. Wenn Sie Strapse, Spitzen oder eine Lack&Leder-Kombi unter der Nordmann-Tanne finden, können Sie davon ausgehen: Dieses Geschenk machen Kerle vor allem sich selbst. Das wussten Sie schon? Das kann sein, aber Allan und Barbara Pease finden, dass Sie ihm deswegen keine Vorwürfe machen müssen. Denn eigentlich will er nur Gutes, nämlich Ihr Sex- und Beziehungsleben in Schwung halten. Männer sind auch nicht besser als die Gockel, Bullen und Schafböcke, mit denen das Autorenpaar sie vergleicht. All diesen Tieren ist gemein: Sie langweilen sich spätestens nach sieben Mal Sex mit der gleichen Partnerin. Damit ihm Treue leichter fällt und der Geschlechtsverkehr lustig bleibt, sind Dessous also in seinen Augen ein gutes Geschenk. Ob Sie Ihre Augen deswegen zudrücken, bleibt Ihnen überlassen.

Unfallursache 7: Warum Männer keine Geschenke einpacken können

Papier ist zwar nur Verpackung, aber auch ein Quell der weiblichen Weihnachts-Frustration. Denn für Frauen steckt die Liebe im Detail und eine hingerotzte Schleife kann in der Seele weh tun. Warum sich Männer mit Zierrat schwer tun? Auch dafür haben die Geschlechts-Populisten einen anatomisch-evolutionsbiologischen Grund identifiziert: Die Augen eines Mannes sind von Natur aus eher darauf eingestellt, auf größere Entfernungen zu sehen. Klein-Gefrickel, wie einen adäquat großen Tesastreifen auf Geschenkpapier zu befestigen, widerspricht dieser natürlichen Veranlagung. Die Augen einer Frau sind, weil sie mehr zapfenförmige Zellen auf der Netzhaut haben, viel besser zum Farbensehen geeignet: Eine pinkfarbene Schleife auf rotem Weihnachtsmännchenpapier passiert den Damen einfach nicht. Außerdem haben Frauen eine bessere Feinmotorik, um die Schleife auch noch in eine adrette Form zu zuppeln.

Vielleicht sehen Sie jetzt klarer, warum Sie selten wegen seines Geschenks "Oh du fröhliche" skandieren und dazu freudig um die Tanne steppen. Und vielleicht erinnern Sie sich auch an Weihnachten einfach noch einmal an das Wichtigste: Nur die Liebe zählt!

Noch viel mehr über das merkwürdige Verhalten von Männern und Frauen zu Weihnachten lesen Sie in:

"Warum Männer sich Socken wünschen und Frauen alles umtauschen" Der Survival-Guide für Weihnachten Allan & Barbara Pease Ullstein 287 Seiten 14, 90 Euro

Text: Inga Leister Foto: Dreamstime

Kommentare (3)

Kommentare (3)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Also ich hab mich köstlich amüsiert überdiesen geistig hochwertigen Beitrag . Hier wird verallgemeinert und alle Männer können sich nur auf eines konzentrieren und bei klamotten gibt es zuviele "Variablen". Ich frag mich echt, wie wir das beim Autokauf hinkriegen (soviele Variablen wie PS, Automatik/Schaltgetriebe, Diesel/Benziner,...) und wie schaffen es Gitarristen und Pianisten sich auf mehrere Dinge zu konzentrieren (Takt, Akkorde, mit 2 Händen jew etwas anderes machen) .Und mich beeidrucken diese höchst fachlich analysierten Ursachen wie "evolutionsbiologische Anatomie"...Mag sein, dass Frauen eine bessere Feinmotorik haben, deshalb können Männer trotzdem Geschenke einpacken, und mit ner Schere die Schlaufen verzieren ist wirklich keine höhere Kunst. Und wie kann es sein, dass es Männern gelingt, präzisiosarbeiten auszuführen in der Chirurgie beispielsweise?
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Finde das teilweise echt mies, was hier einfach so als selbstverständlich dargestellt wird. Was für ein Käseblatt.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Selten so gelacht. Ich liege mit meinem Liebsten im Bett und habe ihm diesen Beitrag vorgelesen und wir mussten beide herzhaft lachen. Wir haben uns in dem Artikel wiedergefunden.

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