"Mängelexemplar": die Leseprobe

Sarah Kuttner schreibt in Ihrem Debütroman "Mängelexemplar" über Herzrasen, Schweißausbrüche und Panikattacken. Hier können Sie das erste Kapitel aus "Mängelexemplar" lesen - oder sich von Sarah Kuttner als Hörprobe vorlesen lassen.

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In diesem Artikel:

"Mängelexemplar": Ausschnitt lesen

"Eine Depression ist ein fucking Event!"
Meine Güte.
Mein neuer Psychiater gebärdet sich wie ein Popstar. Selbstbewusst sitzt er hinter seinem Schreibtisch, vor sich eine Flasche Bionade und auf dem Gesicht ein recht gefälliges Niels-Ruf-Grinsen.

Das verwirrt mich. Bionade und Niels Ruf kenne ich nämlich aus dem richtigen Leben, beide haben in meiner psychiatrischen Praxis bitteschön nichts verloren.

In meiner psychiatrischen Praxis erwarte ich etwas weniger Modernes. Ich weiß nicht so recht, was ich von all dem halten soll, also überlege ich, ob es die Situation auflockern könnte, wenn ich dem Arzt meine Gedanken mitteile.

"Sie sind ein bisschen wie Niels Ruf, nur weniger Arschloch."

Sieh mal an, laut ausgesprochen klingt es mehr nach einer Beleidigung als nach einem witzigen Vergleich.
Findet er auch.

Ich fange an, zu rudern: versichere, dass ich Niels Ruf im Grunde für sehr intelligent halte, nur eben auch für sehr präsent, und dass er, mein neuer Psychiater, natürlich nicht ansatzweise so selbstgefällig wie Niels Ruf ist, im Gegenteil, es hat auch eher etwas mit seinem selbstbewussten Auftreten zu tun, der flotten Krawatte zum pinken Hemd, mit dem jugendlich rasierten Kopf, und überhaupt finde ich seine Art, sich auszudrücken, ziemlich unkonventionell, was ja überhaupt nicht schlecht sein muss, und hey, wenn eine Depression ein fucking Event ist, dann ist das doch, ähm, cool.

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Letzte Kommentare
  • Jill
    am 14.12.11 um 00:06
    Ich fand das Buch nach kurzem Einlesen richtig packend. Es ist einfach geschrieben und doch fordernd und man will irgendwie stets wissen, wie es denn nun weiter geht...
    Ich empfehle es als nette Bettlektüre oder für eine Zugfahrt oder so :)
  • Mintie
    am 17.09.09 um 15:27
    Ich fand das Buch öde. Pausenlos wird man zugequasselt, gesagt wird kaum was. Die Passagen, die besonders krachig rüberkommen sollen, berührten mich peinlich. So z. B. das Wort Arrangement "fucking Event"... ja, ja. Einfach mal die Fresse halten.
  • _maxi_
    am 25.03.09 um 13:33
    das Buch liest sich super und vor allem schnell. Sarah Kuttner hat das Thema "Depression" meiner Meinung nach sehr gut in ihrem Roman rüber gebracht. Vor allem durch die Gefühlswelt von Karo und ich (die auch ein kleines Mängelexemplar ist) konnte die Geschichte sehr gut nachvollziehen.
    Liebe Grüße Maxi
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