"Mängelexemplar": die Leseprobe
- In diesem Artikel:
Ich bin ein großer Freund von messerscharfen Diagnosen, denn die versprechen Heilung. Sie gaukeln einem vor, dass das Problem erkannt ist und sich Mutti jetzt drum kümmern wird. Bis du heiratest, ist alles wieder gut!
Mir persönlich ist beispielsweise ein Bein, das aus Gründen einer messerscharf diagnostizierten Krankheit amputiert werden muss, deutlich lieber als Angstanfälle, die keiner versteht und die deshalb auch nicht abgeschnitten, ausgemerzt, über den Jordan geschickt werden können. Aber genau das ist wohl der Punkt. Ich habe zwar noch beide Beine, stecke aber in einer neuen Angstspirale.
Es ist so, als ob man im Radio sauteure Tickets für ein Konzert gewinnt, auf das man keine Lust hat. Eine Depression ist wie ein Madonna-Konzert: wirklich ein "fucking Event". Allerdings ein beschissenes und unnötiges "fucking Event". Der Popstarpsychiater versteht also doch etwas von seinem Beruf.
„Ich bin verunsichert, ängstlich, kraftlos“
Das passt mir gut, denn ich bin verunsichert, ängstlich, kraftlos und vollgestopft mit überflüssiger Selbsterkenntnis jeder Couleur, die ich in einem Jahr Psychotherapie in meinem Kopf gesammelt und gestreichelt und hin und her gekullert habe.
Ich war brav. Ich habe während der letzten zwölf Monate Antidepressiva genommen, mein Leben geordnet, war gut zu mir selbst, habe versucht, mich "mehr zu spüren", und verdammt, ich bin das erste Mal seit ziemlich langer Zeit richtig zufrieden, gar glücklich. Und in diesen wunderbaren Zeiten meiner fast jungfräulichen Zufriedenheit, im Stadium eines zart keimenden Glücks, tritt mir der blöde Penner Angst zwischen die nichtamputierten Beine und wirft mich um und lacht mich aus.














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am um
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Jill
am 14.12.11 um 00:06
Ich fand das Buch nach kurzem Einlesen richtig packend. Es ist einfach geschrieben und doch fordernd und man will irgendwie stets wissen, wie es denn nun weiter geht...
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Mintie
am 17.09.09 um 15:27
Ich fand das Buch öde. Pausenlos wird man zugequasselt, gesagt wird kaum was. Die Passagen, die besonders krachig rüberkommen sollen, berührten mich peinlich. So z. B. das Wort Arrangement "fucking Event"... ja, ja. Einfach mal die Fresse halten.
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_maxi_
am 25.03.09 um 13:33
das Buch liest sich super und vor allem schnell. Sarah Kuttner hat das Thema "Depression" meiner Meinung nach sehr gut in ihrem Roman rüber gebracht. Vor allem durch die Gefühlswelt von Karo und ich (die auch ein kleines Mängelexemplar ist) konnte die Geschichte sehr gut nachvollziehen.
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Frank
am 19.03.09 um 12:48
Naja, Sarah Kuttner ist bestimmt noch als Moderatorin des TV Musikverarschungskanal VIVA bekannt, wo sie bis 2005 als Moderatorin gearbeitet hat. Ich habe aus Ihren üblichen TV - Auftritten und Anreissen des Themas " Depression " noch nicht beurteilen können, ob es Literatur ist, die dem Thema auch gerecht wird. Zur Hörbuchausgabe möchte ich anmerken, daß man schon einen Menge Mut aufbringen muß, sich Ihre nicht gerade melodiöse Stimme über mehrere Stunden anzutun. Im Aufsatzstil wird dort Zeile für Zeile in trockener Studioluft, - die Akustik ist zum Weglaufen - , runtergerissen. Ich habe keine Ahnung, welche Menschen sich sowas über mehrere Stunden antun.
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Karla48
am 17.03.09 um 18:05
Stimmt, ein Play-Symbol sucht man vergebens. -?-
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fragoulphienne
am 17.03.09 um 11:46
Bei mir gibt es kein Play-Symbol ?!
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Kersi1
am 11.03.09 um 18:46
na das liest sich doch gut! Kompliment an die Autorin. Es tut gut zu wissen, daß man nicht allein ist...ich gehe demnächst meine therapie an, nachdem ich es jahrelang versucht hab zu verdrängen....werde das Buch gleich kaufen!
mehr (7)Ich empfehle es als nette Bettlektüre oder für eine Zugfahrt oder so :)
Liebe Grüße Maxi
Ich finde den Text nicht besonders gelungen. Eher wie ein Schulaufsatz.