Sie verderben uns den Spaß an Tiramisu oder tiefen Dekolletés, lassen uns nur hinter vorgehaltener Hand lachen und jagen uns aus Umkleidekabinen - dafür aber bei Wind und Wetter zum Joggen. Ganz abgesehen davon, dass sie diese unerfreuliche Fähigkeit zur Metamorphose haben: Ist man eine in ihrer Gestalt als Rettungsring endlich losgeworden, taucht sie plötzlich als schlackerndes Kehlläppchen wieder auf.
Makel sind eben echte Biester. Und doch pflegen die meisten von uns ein intensives und langjähriges Verhältnis zu ihnen. Würden wir auf unsere Allgemeinbildung ebenso viel Energie verwenden wie auf die Geißelung unserer optischen Defizite, wir könnten uns bei Günther Jauch wahrscheinlich reich brillieren - und bräuchten nicht mal den Telefon-Joker. Wobei es gar keine Rolle spielt, dass manches, was uns regelmäßig auf die Stimmung schlägt, für andere absolut nicht als Makel erkennbar ist. Nehmen wir nur mal Gretas Schenkel. Betrachtet Greta ihre Schenkel, genau genommen ihre Schenkelinnenseite, sagt sie in der Regel: "Ich hasse meine Schenkel! Und hier....", sie zerrt an für mich völlig normal aussehendem Fleisch, "Kotelett-Knie!!!" Betrachte ich Gretas Schenkel, sage ich in der Regel: "Für solche Beine würde ich nackt auf der Straße tanzen!!!"












