Diagnose manisch-depressiv

Eine Frau erlebt die manischen und depressiven Phasen ihres Partners. Sie versucht alles, um ihm aus der Krise zu helfen. Kann das gelingen? Eine Betroffene erzählt, wie sie ihre Krankheit erlebt und in einer Klinik Angehörigen hilft, mit der Situation fertig zu werden.

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In diesem Artikel:

"Ich habe mich für diesen Mann entschieden"

Sie waren seit drei Monaten zusammen, als Markus sie nachts weckte, weil er ihr unbedingt etwas erzählen musste: "Ich bin manisch-depressiv". Im ersten Moment wäre Daniela* am liebsten davon gelaufen. Am nächsten Morgen wünschte sie sich, das nur geträumt zu haben. Es sollte so bleiben, wie es bisher gewesen war: romantisch, vollkommen verliebt und intensiv. Sie waren schon zusammengezogen, hatten sich ein gemeinsames Leben aufgebaut in der kurzen Zeit. Mit Eifer hatten sie die Wohnung eingerichtet, neue Möbel gekauft. Mitten in der Nacht rückte Markus Schränke und Regale hin und her, brachte Lampen an. Daniela hatte viele seiner Freunde kennen gelernt, sie waren viel auf Partys, eigentlich ständig auf Achse. Manchmal fragte sie sich, woher er die Energie nahm. Aber sie genoss es. Es war die wunderbare Anfangsphase einer neuen Beziehung - eine manische Phase, weiß Daniela heute.

In dieser Nacht erzählte Markus ihr noch sehr viel mehr: Er hat sehr viel Schulden, seit Jahren lebt er auf Pump. In der Manie kauft er hemmungslos - Stereoanlagen, Fernseher, Autos. Nichts davon kann er sich leisten. Mit 35 ist er noch an der Universität eingeschrieben für Volkswirtschaft. Er scheitert immer wieder an derselben Klausur. Wenn es ihm gut geht, meldet er sich erneut an, fällt aber durch. Hin und wieder hat er Gelegenheitsjobs, bis er es nicht mehr aushält, im Büro mit anderen zusammenzuarbeiten. Stress erträgt er nicht. Den letzten Job machte er von zu Hause aus, aber sie haben ihn rausgeworfen. Seine Freunde ahnen nichts von seiner Krankheit: In den depressiven Phasen zieht er sich einfach zurück.

Hätte sie etwas ahnen können? Daniela fühlte sich überfordert, sie wusste nicht, wie sie ihm helfen konnte. Aber ihn jetzt aufgeben? Vor seinem Hilferuf davon laufen? "Mir war immer klar, dass ich mich nicht trennen will. Zusammenzuziehen ist für mich ein wichtigerer Schritt als heiraten. Ich habe mich für diesen Mann entschieden, ich werde für ihn da sein" sagt sie.

*Namen von der Redaktion geändert

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  • Julia Weidenbach
Letzte Kommentare
  • BRIGITTE.de-Team
    am 29.11.11 um 11:09
    Liebe silwana,

    wir raten Ihnen, sich mit Ihren Fragen direkt an den behandelnden Arzt zu wenden. Er kann Ihnen am besten Auskunft geben.

    Viele Grüße
    Ihr BRIGITTE.de-Team

  • Andrea
    am 29.11.11 um 02:45
    Hat jmd Erfahrungen mit Depot ( zyprexa) spritzen ? Als mein Vater gehört hat das er gespritzt werden soll hat er wohl seine tabeletten genommen !
  • silwana
    am 23.11.11 um 21:30
    Mein Mann ist set 2 Tagen wieder zu Hause in der Klinik haben Sie mit Ihm einen Enzug gemacht da er einen heroin absturz hatte,ich habe nun einen neuen Psychiater gefunden für meinen Mann und Ihm gesagt dass er Manisch ist und zu den Antidepresivas auch noch jeden Tag 2 - 3 Bier trinkt oder Wein und das er auch noch diesen heroin absturz hatte .mein Mann hat mir gesagt er hätte vor 20 Jahren mal ein Problem mit drogen gehabt ich bin wie auf nadeln er wollte nach Hause obwohl die in der klinik gesagt hatten er sollte noch eine woche bleiben sie haben ihn aber nicht wegen der depression behandelt ich hoffe der neue arzt nimmt das ernst. mein mann nimmt seine tabletten jetzt regelmässig doch jedesmsl wenn er ein bier noch trinkt habe ich angst etwas zu sagen wil er könnte agresiv werden. er ist zwar jetzt ganz ruhig und sagt er wisse das er manisch ist und akzeptiere das jetzt auch wenn er die medikamente lebenslang nehmen müsste aber er schläft sehr viel ist das normal ich liebe i
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