Diagnose manisch-depressiv

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"Wie war es bei der Arbeit?" es gibt Tage, an denen er sie so begrüßt. Dann ist es ein bisschen wie ganz normaler Alltag. Manchmal kann sie ihn überreden, mit einkaufen zu gehen. Meistens strengt es ihn aber zu sehr an. Auch sich alleine zu waschen, schafft er nicht. "Er ist schon wie ein kleines Kind, für das ich ständig da sein muss", sagt sie. Ist das nicht zuviel? "Ich bin ein sonniges Kind." meint Daniela. Sie ist zuversichtlich, dass sich Markus Leben mit ihrer Hilfe verändern wird, auch wenn sich mehr Unterstützung von außen wünschen würde. Sie fühlt sich allein gelassen. Eine Tagesklinik wäre sicher sinnvoll, dann wäre er aufgehoben, während sie arbeitet, und hätte eine Aufgabe. Aber als sie es einmal ansprach, machte er sofort zu. Sie möchte ihn nicht zu sehr unter Druck setzen: "Ich akzeptiere seinen Wunsch. Ich bin einfach für ihn da. Ich fahre viel Auto. Wenn ich einen Verkehrsunfall hätte, wäre er auch an meiner Seite. Das weiß ich."

"Nachher habe ich mich schrecklich geschämt"

Monika Wolff (49) ist selbst manisch-depressiv. Seit neun Jahren arbeitet sie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim als Patientenfürsprecherin und betreut die Angehörigen Betroffener. Für Brigitte.de schildert sie ihre Erfahrungen und sagt, wie sie die Situation von Markus und Daniela sieht.

"Verliebtheit ist ja für die meisten Menschen eine Ausnahmezustand. Für einen Maniker bedeutet es richtigen emotionalen Stress, der einen neuen Schub auslösen kann", sagt Monika Wollf über die Geschichte von Markus. Daniela konnte nichts ahnen: "Maniker selbst wissen oft lange nichts von ihrer Krankheit. Die Manie ist eine tolle Zeit mit unglaublich viel Ideen und Energie. Man plant immer irgendetwas." Viele Maniker machen Schulden: Monika hat einmal erlebt, wie ein Patient sich drei Porsche bestellte, weil er einen Handel eröffnen wollte. Sie selbst hat sich nicht verschuldet, nur mal in die Manie übermäßig eingekauft, bunte Kleider, die sie später nie getragen hat. "Maniker können sehr überzeugend sein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sie es, so wie Markus, schaffen, sich immer wieder Kredite zu besorgen. Maniker ziehen ihre Mitmenschen häufig in den Bann, sie sind oft eloquent und unterhaltend. Sie kommen schnell mit anderen in Kontakt", weiß sie aus ihrer Arbeit im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim.

  • Julia Weidenbach
Letzte Kommentare
  • Andrea
    am 21.03.12 um 19:42
    Chinzano,

    ich kann dieses hin und hergerissen vollkommen nachvollziehen...
    Es kommt drauf an wie schwer er diese Krankheit hat. Ein geregelter Ablauf ist wichtig. Mein Vater ist selber Unternehmer und seid 14 Jahren MD. Gerade in der Anflugphase der Manie sind die Menschen sehr leistungsfähig nur wenn es drüber ist müssen sie in in Klinik und wieder medizinisch eingestellt werden.
    Viele berühmte Leute haben auch diese Krankheit. Fragen Sie ihn ob er einsichtig ist und wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt.

    LG Andrea

  • Chinzano
    am 21.03.12 um 08:53
    hallo ,
    ich bin Arbeitgeber u steh im Moment mächtig zwischen 2 Stühlen.mein Mitarbeiter leidet unter dieser Krankheit.war die letzten 4 monate in der Klinik und möchte wieder an seinen Arbeitsplatz mit Eingewöhn-zeit die sich 6 wochen hinzieht.nun kreisen meine Gedanken u ich bin hin u hergerissen. Er macht seinen Job gut u menschlich ist alles im team ok.alle warten wieder auf Ihn.zwar ist ein Unternehmer kein Sozialamt u mein inneres sagt mir er braucht eine chanche wieder ins Arbeitsleben zurück.auf der anderen Seite brauch er sehr viel Aufmerksamkeit u kontrolle ob er seine Aufgaben richtig u ordnungsgemäß erledigt.weiterhin muß ich bei der Arbeitsverteilung berücksichtigen,welche Aufgaben ich ihm übertrage um ihn nicht zu überfordern,was sehr viel organisation nebenbei erfordert . welcher chef hat diese in dieser Wirtschaftslage.
    wer kann mir da Tip´s oder Erfahrung mitteilen.
    mfg Chinzano
  • BRIGITTE.de-Team
    am 29.11.11 um 11:09
    Liebe silwana,

    wir raten Ihnen, sich mit Ihren Fragen direkt an den behandelnden Arzt zu wenden. Er kann Ihnen am besten Auskunft geben.

    Viele Grüße
    Ihr BRIGITTE.de-Team

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